Archiv für Mai 2008
Mai
31
Gegen
halb 10 aus den "Federn", Frühstück und zusammenpacken… Auf gehts zu Tag 2! Binnen kurzem verschiedenste Eindrücke, innerhalb von weniger als einem Kilometer kann die Wüste ihr Gesicht entscheidend ändern: wo
grad noch viele weisse Felsen waren, machen wir gerade einen Ausritt durch Dünen und kurz darauf ist alles schwarz-weiss: hier ein bischen schwarze Steine suchen, die es hier in allen möglichen und unmöglichen Formen gibt… Hinter den Dünen am Horizont taucht eine einsame Palme auf (?)… vorher gehts aber noch einen kleinen Hügel hoch, auf drei z. T. mumifizierte Überreste zu finden sind, wohl noch aus der Römerzeit… und 500m weiter nördlich ist nicht nur eine Palme: welcome to "Magic Spring".
Ein kleiner Hügel, bewachsen mit Gras und Palmen aller Grössen. Ein paar Vögel fliegen auf, als wir uns nähern… und um uns herum nichts als Wüste… langsam begreife ich nicht nur mit dem blanken Verstand, warum Oasen und Quellen in der Wüste schon immer (und nach wie vor) eine magische Anziehungskraft hatten (und haben). Die Jungs machen sich in der Quelle frisch, ich vertrau auf mein Bac… weiss ich doch (leider) zuviel über Mikroben und anderes Getier… aber wahrscheinlich wars ein Fehler… anyway… bei knappen 40° im Schatten und der wirklich senkrecht stehenden Sonne (selbst die grösste Düne bietet im Moment keinen Schatten) ist der Palmenschatten was Besonderes!
Weiter durch eine Tal mit vielen einzelnen Palmen und Grashügeln, durch graue Felsen zur nächsten Quelle… hier unter einem Dach aus Palmwedeln der Mittagshitze ausgewichen… nur der Wind rauscht in den Palmen (und kann (auch ungewohnt für Europäer) ganz schön heiss sein), und die Fliegen nerven ein wenig… irgendwann werden 4 Jeeps mit Amis ausgekippt… und schon wieder bin ich froh, die Tour alleine zu machen und für einen
"local" und Qualität etwas mehr zu berappen… spätestens wenn ich so die anderen Jeeps betrachte… ist schon witzig, zu sehen, dass erstmal Kühlwasser nachgekippt wird oder am Ende ein Jeep erst nach langen Minuten anspringt… Auch achten Muhamat und Osama (Gott sei Dank!) drauf, keinen Müll in der Wüste zurückzulassen… eigentlich seblstverständlich, finden sich dennoch leider überall (auch an den schönsten Plätzen) Rückstände der Zivilisation, sprich: Müll… Ausser Reifen- & Fusspuren (und der einen oder anderen Duftmarke) bleibt nichts in der Wüste!!
Nach (wegen der Hitze) verlängerter Mittagspause gehts gegen 18:00 Uhr weiter zu einer grossen uralten Akazie, dahinter ein ca 6m tiefer Schacht im Fels, wohl auch aus der
Römerzeit… und eine Ecke weiter ein atemberaubender Blick über ein Tal mit vielen kleinen, kuppelförmigen Felsen… und dann kommt er in Sicht: der bereits gestern angekündigte "Snow Mountain"… wirklich schneeweiss! Kurzer "footwalk" und sympathischerweise durfte ich den Jungs dann erklären, dass Schnee nicht nur weiss, sondern auch richtig kalt ist, wenn man ihn anfasst…
Weiter gehts in die "Neue Weisse Wüste" (neu deswegen, weil später als die "Alte Weisse Wüste" entdeckt): viele weiße Felsen, in allen erdenklichen Formen: Felsen die aussehen wie Nofretete, ein Huhn, ein Elefan, ein Reiter auf einem Pferd, usw… Unterwegs treffen wir Khaled (den Onkel von Osama) und es wird beschlossen, heute Nacht gemeinsam zu campen… witzigerweise ist der Gast des anderen Jeeps (netter Franzose) mit demselben Bus wie ich hier angekommen (konnte er sich doch an den Rucksack mit den ganzen Flaggen erinnern)… gute 50km
durch
die WüsteNach 54km Tagestour wird das gemeinsame Camp aufgeschlagen… und diesmal machen wir zu zweit einen Erkundungsgang…
Auch hier bietet sich wieder ein atemberaubender Sonnenuntergang und am Ende weiss ich (so wie die hier auf die Klamotten abfärben und den vielen versteinerten Meerestieren
(Muscheln, Anemonen, Seeigel)), dass die Felsen hier aus Kreide sind… kaum ist das Camp aufgeschlagen, taucht wieder ein Wüstenfuchs auf… diesmal versuchen die Jungs, den zu fangen… denn die lokale Fuchsfamilie ist anscheinen schon so dreist, dass sie nachts alles was rumliegt, "entführt"… also wollen sie ihm einen Schreck einjagen (nein, alle besorgten Tierschützer hören jetzt auf zu schreien, er sollte nicht am Spies übers Feuer und nein, es wollte ihm keiner schaden!)…
Im Endeffekt waren die Füchse schneller und cleverer, hatten sie doch nach dem zweiten Versuch begriffen, weiter weg zu bleiben… und ans Futter sind sie trotzdem gekommen… trotzdem werd ich alle Sachen nachher sicher im Auto verstauen… noch ein wenig bei einem Tee ums Lagerfeuer hocken und dann wieder unter einem beeindruckenden Sternenhimmel eingedöst, heute ist die Milchstrasse noch heller, und auch hier gibts wieder "falling stars"…

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Ägypten, Wüste
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Wüste und Ägypten
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Mai
30
Gestern
abend noch mit ein paar neuangekommenen "Kiwis" und dem Rest der Backpacker zusammengesessen: genau dasselbe Spiel wie in Thailand: Neuseeländer = Bier für jeden… das scheint irgendwie ein Naturgesetz zu sein….
Leidlich geschlafen gehts um halb Sechs raus. In der Morgendämmerung schläft auch diese Stadt, zwar immer noch mehr Verkehr als daheim, aber für Kairo ists grad ruhig. Vorbei an einem Bäcker, der sein frisch gebackenes Brot auf dem Fahrrad transportiert… und zwar in einem riesen (unbefestigten) Haufen auf einem 1×2m grossen Brett… und das auf dem Kopf… Kurz vor Sechs an der Busstation, ein wenig Warten in der grossen Wartehalle… gibt hier 50 Bus-Terminals… Schliesslich gehts mit dem richtigen Bus los…
Nach 2 Stunden Fahrt eine Zwangspause in der Wüste, ein LKW und sein Anhänger liegen auf der Seite und blockieren die Fahrbahn… und bevor nicht die Kieselsteine aus dem Hänger gebaggert sind, kann der nicht zur Seite geschoben werden (wer transportiert auch Steine in die Wüste?)… nach insgesamt 3h Fahrt eine Pinkelpause an der Raststätte, hier nimmt man das grosse Klo Wüste. Neben der Raststätte gleich eine Kaserne, und nach Gewerkschaftsrichtlinien gibts einen Fahrerwechsel… und weiter gehts auf der schmalen Teerschlange, die sich durch den Sand zieht. Zwischendrin immermal wieder eingenickt, kann ich irgendwann die x-te Wiederholung der arabischen Gebetskassette über die Bordlautsprecher nicht mehr ertragen und bin froh über meinen I-Pod. Gegen 12:00 taucht das erste Grün vor uns auf, ein paar Inseln, mehr nicht… Kurz vor Eins in Baharia nach 6 Stunden Fahrt und ungefähr 400km Strecke angekommen, werd ich von Muhammad, meinem Guide für die Tage, aufgegabelt.
Schnell die Formalitäten bei der Tourist-Police erledigen (unter anderem der handschriftliche Verzicht auf Polizeischutz in der Weißen Wüste… auf keine Polizei
in
der Wüstemeine Frage, ob dass denn so gefährlich sei, antwortet der Offizier: "Na, wenn das gefährlich wäre, dann würden wir Dir einen Polizisten mitschicken… ??? aber hab ich auf den nicht grad schriftlich verzichtet?). Danach kurz von Yaya, dem Chef der Tour gebrieft worden (unter anderem, dass mein Guide einer der Besten und vor allem ruhig sei (auch das find ich wichtig und sollte sich später beides als wahr herausstellen), wir packen Osama (junger netter Kerl) als zweite Begleitung ein und dann gehts ein Dörfchen weiter… heute ist Freitag, der islamische Sonntag, die Jungs müssen beten…
also gute gute 40km auf der Strasse nach Farafra weiter, mitten durch die Schwarze Wüste (eigentlich ist der Sand hier ja Gelb, aber da es hier viele schwarze Steinchen gibt, siehts aus dem richtigen Winkel alles schwarz aus)… in El Ries angekommen, werd ich unter einem Baum mit umgebendem Dach aus Traubenrebstöcken "geparkt" und darf die arabische Gastfreundschaft kennenlernen, werd ich doch an den Nachbarteppich zum Essen und auf einen (oder ein paar mehr) Tee eingeladen… ein echter Garten Eden hier, Vögel zwitschern, Esel ii-ah-hen, Schatten (imerhin trotzdem gute 35°)… und das alles in dem Wissen, keinen Kilometer weiter ist die Wüste…
Nach der "Mittagspause" gehts um kurz vor 17:00 weiter (ja, hier gehen die Uhren nochmal anders!), vorbei an den Resten eines alten Römerkastells (ja, die waren sogar hier!), weiter auf der Strasse Richtung Süden (Farafra), um dann einfach irgendwann links in die Wüste abzubiegen.
Noch kurz ein wenig Luft aus den Reifen lassen und los geht der Trip! "Querfeldein". Jetzt bin ich über das in Kairo (für sicher viel zu teures Geld) gekaufte Beduinentuch nicht böse, brennt die Sonne doch auch um diese Uhrzeit noch gewaltig, so wie ichs bisher (logischerweise) noch nicht erlebt hab… aus dem vielen Schwarz schälen sich die ersten Flecken Weiß, über die alte (Offroad-)Strasse zwischen Baharia und Farafra (die Teerstrasse gibts erst seit ~20 Jahren) weiter…
irgendwann taucht El Agabat auf: grosse, einzeln stehende, weisse Felsen, gezeichnet von Wind und Wetter, schmal und breit, in allen Variationen, umgeben von Dünen und "Steinhügeln"… hier wird das erste Nachtcamp aufgeschlagen (Agabat Offroad), knappe 50km Luftlinie von der Strasse weg…
Während ich ein wenig spazieren gehe, die Wüste und den atemberaubenden Ausblick wirken lasse,
bauen die beiden Jungs das Camp auf und richten das Abendessen. Den Sonnenuntergang von einem Hügel aus geniessend, denk ich mir "Meißler, das war wieder eine sehr gute Entscheidung!" Auch die Vorstellung, heute früh noch im Moloch Kairo
gewesen zu sein, ist komisch. Denn diese Stadt ist im Moment mehr als nur die geographischen 500km entfernt! Zurück im Camp, taucht in der tiefen Dämmerung ein Wüstenfuchs, der wohl unser Essen riecht, bis auf 30m ans Camp, auf. Das Abendessen wird auf gaskocher und z.T. auf einem Lagerfeuer gemacht… Die Stille hier ist eine ganz andere als zum Beispiel in der Grabkammer in der Pyramide… die hat in den Ohren geklungen, die Stille hier ist, ja, die ist einfach "weiter", anders kann ichs auch nicht beschreiben… logische Kiste, aber trotzdem anders als daheim: du kannst hier graben, solange du willst, der Sand bleibt trocken und wird auch nicht kälter, im Gegenteil, jetzt am Abend wird er in der Tiefe wärmer… auch logisch, aber eben ganz anders, als früher im Sandkasten… aber der war auch nicht so gross!
Langsam kommen die Sterne raus, und nach dem Abendessen blitzen zwei reflektierende Augen aus der Dunkelheit… der Wüstenfuchs ist wieder da und holt sich die Essensreste… und den Geräuschen nach zu urteilen, ists nicht nur einer… wird sich doch gerade lautstark ums Futter gestritten… Noch einen gemütlichen Tee am Feuer getrunken, und (unzulänglich) versucht, den Sternenhimmel in einem Foto festzuhalten… Nachdem der Wüstenfuchs nun neugieriger wird, steht er nun nahe des Feuers, bekommt von uns ein wenig Wasser und ich mein Foto…
Am Ende unter dem Sternenzelt (kein Mond weit und breit dank Neumond) gelegen und in die Unendlichkeit geblickt… jetzt weiss ich auch, warum es so heisst: es sind nicht nur viel mehr als bei uns daheim, sie sind auch zum Greifen nahe… und an einem Abend hab ich mehr Sternschnuppen gesehen, als in meinem bisherigen Leben… die beiden langgezogenen hellen Flecken, die ich ursprünglich für Wolken gehalten habe, sind keine! Wandern sie doch exakt mit dem Sternenhimmel mit… nein, das ist die Milchstrasse! Bei dem Anblick versteh ich die vielen Mythen und Legenden, die sich in der Vergangenheit um den Himmel gerankt haben… keine Wunder, dass unsere Vorfahren den Himmel so faszinierend fanden und so intensiv beobachtet haben… die Sterne sind (auch ohne Mond) so hell, dass alle Umrisse gut zu erkennen sind… Auch wenn ich noch gerne viel länger in den Himmel geschaut hätte, irgendwann fallen mir einfach die Augen zu…
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Ägypten, Baharia, Kairo, Oase, Unterwegs, Wüste
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Kairo und Oase und Wüste und Ägypten und Unterwegs
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Mai
29
Wär ja zu schön gewesen… auch wenn ich sie bisher (zu) selten benutzt habe, hätte ich schon gerne eine funktionierende Videocamera… durfte allerdings gestern abend noch feststellen, dass sie nach dem (finalen) Auswerfen der Kassette diese nun nicht mehr frisst (eine andere übrigens auch nicht)… geht ja gut weiter… und ich dachte, den Technikteufel hätte ich in Thailand gelassen… aber was solls, dann wird eben (noch) mehr fotografiert… und im nächsten Urlaub hab ich ein Gewicht weniger… Pharaos Rache schlägt kurz vor dem Wüstentrip auch zu, da hat die abentliche Prämedikation mit einem Schluck Red Label wohl nicht geholfen… ist ja auch mehr Aber als Glaube… mal sehn, wie gut Kohle, Perenterol und Co in der Wüste wirken… nichtsdestotroz, heute gings weiter: Die Zitadelle und das Islamische Kairo anschauen.
Nachdem ich mal etwas länger geschlafen hab, gegen 11:00 mit dem Taxi losgezogen, dem Taxler unter Zuhilfenahme der Karte und zweier Passanten klargemacht wo ich hinwollte… Auch die Krankenwagen stecken hier im normalen Verkehr fest, nix mit "Jalla jalle"… weiter gehts zur Zitadelle mit Muhammad Aly Moschee… Aus der Ferne beeindruckender wirkend, ist das ganze befestigte Areal (auf einem Hügel und schon ein paar Jährchen auf dem Buckel) nicht mehr ganz so
imposant… im weitläufigen Areal befinden sich unter anderem das Militär und das Polizeimuseum… Im Ägyptischen Militärmuseum finden sich Selbstbeweihräucherungsszenen der vergangenen Siege und Niederlagen… wenigstens herrscht hier drin für hiesige Verhältnisse Zucht und Ordnung: der Weg ist durch Absperrungen strikt vorgegeben, militärisch exakt gehts immer im rechten Winkel um die Kurven… wieder draussen, schenke ich mir dann das Polizeimuseum und geniesse stattdessen die Aussicht auf das (tieferliegende) Kairo…
hab ich also doch noch meinen Blick auf den Moloch von oben bekommen… noch ein paar Fotos von der Moschee, Schuhe aus und auch mal rein… gross, nette Malereien an der Decke, alte Lampen und ein alter Teppich… danach draussen in den Schatten gehockt und das reiseführende Buch nach dem Rest des Tagesplans gefragt: auf gehts auf den Bazar!
Der Taxler stellt sich als echter Geschäftsmann raus, nachdem ich ihm erstmal eine meiner Zigaretten angedreht hab, sind wir die besten Freunde… funktioniert hier mit den Taxlern immer ganz gut… Am Ende hat er mich weichgekocht und fährt mit mir für ein paar Fotos durch die "City of the Dead", hier schlafen die Bewohner sprichwörtlich neben ihren Toten, haben sie doch ihre Schlafzimmer neben den Gräbern 3m unter der Erde… und dann schwatzt er mir den Trip durchs Islamische Kario auf, auch hier gabs ein paar nette Fotos und ich musste das wenigstens nicht ablaufen (wies eigentlich geplant war)… war bei der Hitze auch ganz gut so!
Abgesetzt eine Ecke vor dem Khan El-Kahlili Bazar gönn ich mir erstmal was zu Essen. Der europäische Magen will streiken, ob der Zustände, unter denen hier gekocht wird, aber hier sieht man es wenigstens mal, in den Küchen drinnen wirds auch nicht anders aussehen… zwei Ecken
und
2 Welten weiterDanach ein wenig die Gegend erkunden, einfach mal drauflos… und nach 2 Ecken steck ich in einer der armen Gegenden drin… gerade noch mit unendlich vielen Autos auf dem Highway, bietet sich hier mit Eselskarren und Handarbeit
eine ganz andere Ansicht der Stadt… ein paar Ecken komm ich am eigentlichen Bazar an, gönne mir hier in einem Strassencafe erstmal ein Wasser und eine Shisha, und zu essen gibts nochmal was… danach kurz über den Basar geschlendert und trotz Handelns einen mit Sicherheit überhöhten Preis für ein Kopftuch (Wüste lässt grüssen) gekauft…
die Händler hier sind mehr als aggressive Verkäufer, wer den Fehler macht, den Jungs zum Gruss die Hand zu geben, wird gnadenlos festgehalten und zum eigenen Shop gezerrt… da hilft nur eines: offenkundig sauer werden…
und nu zurück zum Hostel, vorher noch ein bischen Geld für den Wüstentrip holen… Nochmal gemütlich mit dem Aufzug von 1874 fahren, echt Schweizer Fabrikat… Den Jungs im Hostel nochmal auf die Füsse treten wegen des Bus-Tickets morgen, es läuft hier halt arabisch: kommste heute nicht kommste morgen… angeblich bekomm ichs heute abend… mal sehn…
jetzt heissts noch Proviant und Wasser kaufen, Sachen alle wieder einpacken, das letze Mal für die nächsten 4 Tage duschen gehen, die Haare aus dem Gesicht kratzen und morgen früh um 6 mit dem Taxi los… ach ja, in der Wüste gibts natürlich kein Internet… wir lesen uns dann am 01.06. wieder (?), dann gibts den Wüstentrip chronologisch nachgearbeitet und nachgetragen, gewürzt mit vielen Fotos…
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Ägypten, Kairo
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Kairo und Ägypten
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Mai
28
Nach einer sehr kurzen Nacht dank Moskitos (und ich dachte, bei dem Smog überleben die Viecher nicht, aber nein, dicke Flatschen machen sie, wenn sie denn zugestochen haben. Und als ich den Irrtum bemerkt habe, durfte ich feststellen, dass ich das "Off" (=Autan) in Hurghada vergessen hab…) früh aufgestanden, lecker Trip zu den Pyramiden.
Erstmal noch das defekte Klo moniert, und dann pünktlich um kurz vor 8 vor der Tür gestanden… viele Taxifahrer können den Trip ja besser… sagen sie… kurz nach ist der klimatisierte Minibus da und meine Privattour beginnt… auf nach Memphis… quer durch Kairo, bei schräg stehender
Morgensonne fällt der Smog noch mehr auf! Geschätzte Sich: 1km!! Nach 45min angekommen, präsentiert sich… nicht viel für 50 Pfund… ein paar kleine Statuen & Tafeln draussen. Aber um eine riesige Statue von Ramses II ist ein "Museum" drumherumgebaut worden. Der Colossus soll noch so liegen, wie man ihn gefunden hat.
Kurz danach gehts weiter nach Saqquara, der Grabstätte von König Zoser… ein kleines Pyramidchen
(jaa, jetzt kann er daherreden, aber als der feine Herr die gesehn hat, hat er sich schon wie ein Schneekönig gefreut… doch dazu später mehr) und ein paar Tempelreste, viel Sand und ein tiefer Schacht in der grössten Ausgrabungsstätte Ägyptens (sowohl von der Anzahl der Funde als auch der räumlichen Ausdehnung)… einige nette Geschichtchen über kleine Kammern nur für die Seele und ähnliches von meiner Führerin gehört… Danach war ich beim Besuch einer der vielen Teppich-Web-Schulen ein braver Tourist und hab ein Souvenir gekauft… schon krass, wie schnell die Kids (die da offiziell nicht arbeiten, sondern lernen(!), verkauft werden die Teppiche dann trotzdem) die Knoten knüpfen… und das im Zweifel auch mal 6 Monate lang, um einen Teppich mit 64 Knoten pro cm2 fertigzustellen…
Zurück Richtung Kairo fällt mal wieder die andere Lebensweise auf: Kinder die auf dem Feld in der Mittagshitze schuften, viele Häuser, die angefangen aber nicht fertiggestellt wurden und trotzdem bewohnt werden, Eselskarren (oder auch reitend ohne Karren)… und das 15km von Kairo entfernt… "Zwangsstop" an einem Papyrus-"Museum" (wohl eher ein Shop!), hier bekomm ich gezeigt, wie Papyrus hergestellt wird und ernte überraschte Blicke als es zum Ende der "Verkaufsveranstaltung" kommt und ich genau ein Blatt unbemalten Papyrus ordere… und weiter gehts… vom Higway aus schon zu sehen und laut Beschilderung noch 4km weg… dafür schon riesig… DIE Pyramiden schälen sich aus dem Smog, und beeindrucken schon jetzt… noch ein paar Kurven, und wir stehen davor… Mund zu!
Und nun zeigt sich, warum es gut war, eine Tour zu buchen, alleine zu sein und dafür ein wenig mehr auf den Tisch zu legen: in die Cheops-Pyramide hinein dürfen vor- und nachmittags je 150 Personen… und die waren schon drin… aber dank Guide und solo gehts dann doch… mein Guide, eine Ägyptologiestudentin, macht dem Mann im Kassenhäuschen einfach ein bischen schöne Augen und auf gehts in die Pyramide… willkommen im Land der "unbegrenzten Möglichkeiten"…
durch den ca 10m über dem Boden befindlichen Eingang rein (vorher natürlich die Kamera abgeben müssen)… mannshoher und doppelt schulterbreiter Gang führt zu einer kleinen Leiter und die mündet in einen Schacht: 80cm hoch, genauso breit gehts im steilen 30-Grad-Winkel über Holzbohlen mehr kriechend als laufend nach oben… öffnet sich dann (nach einer für den Rücken unendlichen Zeit) in einen "Gang", 5m breit und bestimmt 15-20m hoch… wirklich eindrucksvoll! und auch hier gehts genauso steil weiter nach oben… oben angekommen, noch zweimal kurz geduckt und da ist sie: die Grabkammer von Cheops… 5m hoch, 15m lang und 5m breit, mit glattem schwarzen Granit ausgekleidet und am Kopf der (leere) Sarkophag… spärlichst ausgeleuchtet (wie der ganze Weg hierher), aber beeindruckend! Tief Luft geholt und vor lauter Gewalt der Geschichte läuft mir ein Schauer den Rücken runter. Last der JahrtausendeDu wagst kaum zu atmen hier drin… langsam aber sicher losgerissen, denselben Weg zurück, die "Halle" vor der Kammer noch wirken lassen, mit krummem Rücken wieder in die Sonne zurück… definitiv ein "must-see"! Und funktioniert hats nur, weil eben nicht pauschal im Reisebüro in grosser Gruppe organisiert, sondern in den Luxus einer "Privat-Tour" investiert. Ganz auf eigene Faust hier angekommen, wär das heute nicht drin gewesen, und ob der Weitläufigkeit der Anlage (hier gibts ja schliesslich nicht nur eine Pyramide) in der Mittagshitze zu Fuss eine
schweisstreibende Angelegenheit, wenn nicht sogar unmöglich gewesen… die Pyramiden vom "Panorama-Point" alle gemeinsam überblickt… im Hintergrund der Moloch… von hier gehts weiter zur Sphinx… auch die ist beeindruckend! Zwar kleiner, als ich sie mir vorgestellt habe, aber eben auch ganz grosse Geschichte! Wie das hier wohl ausgesehen haben mag, als die Pyramiden noch glatt und die Tempel drumherum waren… Melde mich freiwillig für die ersten Versuche mit der Zeitmaschine!…
Nachdem ich auch hier alles gesehen habe, wieder "heim" ins Chaos… Den Verkehr aus dem Fahrzeug zu erleben (als Fussgänger ists ja schon lustig) ist der Hammer… rechts, links, kreuz und quer, nur Fingerbreiten zwischen den Autos, aber keine Unfälle. Von dieser Warte aus gesehen wird es um so wahnwitziger, die Strasse als Fussgänger zu überquerern… aber es geht.
Früher als geplant zurück (auch ein Vorteil einer Solo-Tour) schnell in ein neues Zimmerchen umgezogen, hier geht das Klo wenigstens… und dann wieder die Beine in die Hand genommen, das Ägyptische Museum besuchen… dann bleibt morgen mehr Zeit, um nochmal durch Kairo zu ziehen. Strenge Sicherheitskontrollen (insgesamt 3 Schleusen) später, steh ich drin… hier gibts alles! Grosse Statuen, kleine Statuen, Werkzeug, Kunst, Schriftrollen, Sarkophage, ganze Schlafzimmer, Spiele etc, etc… Filigranste Handarbeit, Schriftzeichen wohin das Auge blickt, als Positiv oder als Negativ gemeisselt… und irgendwann bist du völlig übersättigt… mittlerweile ganz schön kaputt, wieder aufgemacht gen Hostel, unterwegs noch "Off" organisiert… am nächsten Strassenstand was essen und da sitz ich nun, und lass den Tag bis jetzt Revue passieren… kurzes Schläfchen, dann noch die Fotos hochladen… und jetzt: bis Morgen!
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Ägypten, Ancient Egypt, Kairo
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Ancient Egypt und Kairo und Ägypten
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Mai
27
Zwei
Minuten vor dem Wecker gehen die Augen von alleine auf… die Sonne tut dasselbe… schnell fertig machen, Youssouf fährt mich zum Flughafen… halb 8 dort, dasselbe Spiel wie immer: bist Du zu früh, lässt dich das Militär nicht zum Einchecken, kommst du zu spät, artet es aus… also erstmal einen Kaffee trinken…
Beim boarding fallen die Unterschiede in der Sicherheitskontrolle auf: als Tourist musst du auch den Gürtel fallen lassen, als Einheimischer kann der Metalldetektor pfeifen, was er will, das macht nix… einfach so durchgewunken… diese bösen Touristen aber auch… auf dem Rollfeld dann die Embraer 170, nicht Propeller wie im Internet gesehen, sondern brav mit Turbinen… in knappen 46 Minuten auf max. 24.000 Fuss über das Rote Meer und die Wüste 400km nach Kairo…
klare
Sicht über der Wüste und über Kairo kann die Kamera kaum scharfstellen, so diesig ists dank Smog… und von oben sieht man, dass Kairo auch wenns eine Millionenstadt ist, nicht eine zusammenhängende Fläche besitzt, sondern einige Fleckchen Sand sind dazwischen…
Baggage Claim
(im für eine Millionenstadt eher kleineren Flughafen, will heissen, höchstens wie München) und auf gehts, mit den Taxlern verhandeln, der Erste will viel zu viel, also nehmen wir den Zweiten… stellt sich als gute Wahl heraus, bekomm ich doch eine Stadtführung gleich mit: vorbei gehts an Mubaraks Präsidenten"Palast", ein Denkmal zum Krieg von 1973 (inclusive einiger Trophäen davor: Israelische Kampfflieger)… der erste Eindruck: "weitläufiger" als Bangkok, Springbrunnen (protzen mit Wasser), auch hier gilt: aus 2 mach 3 1/2 Spuren auf dem Highway, Parkuhren mit Wegfahrsperre, Fahrer mt Walkman im Auto…
Am Dahab Hostel angekommen wieder was Neues: der Aufzug: kein Schacht, die Kette hängt frei, die Kabine aus Holz… Nettes Checkin, will mir erst einen Room ohne eigenes Bad andrehen: da passt grad das Bett rein, fertig… aber ich hab ja mit Bad reserviert… aber auch das lässt sich regeln… Hier gibts einen kostenlosen WLAN Hotspot, schnell noch den Beitrag von gestern hochladen. Danach Schuhe geschnürt und auf durch die Stadt, Richtung Fernsehturm (Aussichtsplattform).
Gut dass ich das Strasse überqueren in Bangkok "gelernt" hab, hier ists nochmal ne Spur härter: Du musst dich bei offiziell 6 und tatsächlich mindestens 8 Spuren durch den schnell und vor allem im Zick-Zack (!) fliessenden Verkehr durchschlängeln… Auf einer der vielen Nilbrücken die Stadt mal ein wenig aus der Ferne gesehen… ein wenig gewinnt sie an Charme… währendessen werd ich immer wieder von den selbsternannten Fremdenführern angequatscht. Schon ganz witzig, egal welche Nationalität und welchen Beruf du auf ihre (durchaus freundlichen) Fragen nennst, von da kommen die besten Leute, in dem Land wurde mal studiert und passend zu deinem Beruf kennen sie einen Laden. Eine Flunsch ziehen sie erst, wenn du sie abblitzen lässt… Das einzige was überaschenderweise tatsächlich stimmte, war die Aussage: "TV-Tower closed"… habs natürlich keinem geglaubt und stand dann tatsächlich vor einem geschlossenen Turm… fröhlich beim Renovieren warens… nix mit Fotos von oben… also wieder Retour… dabei fielen mir doch recht viele Pärchen auf der (im Rhytmus der drüberfahrenden Autos) schaukelnden Nilbrücke auf, die dort gemütlich geschaut haben: anscheinend ist das das Verständnis von Romantik in Kairo… von der Brücke zurück ins Chaos. Chillen mit ShishaNoch ein paar Pflaster organisieren, hab ich mir die Fersen doch jetzt schon wundgescheuert, und danach in einem CoffeeShop eine Shisha geraucht (und mich dabei mit einem hier studierenden Amerikaner ganz nett unterhalten)… zurück im Hostel, erstmal ein wenig gepennt, Schlafdefizit der letzten Tage abbauen… jetzt noch diesen Eintrag fertig machen, ein paar Bilder ins Album hochladen und dann wieder in die Falle… morgen gehts Richtung Pyramiden!
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Ägypten, Flug, Hurghada, Kairo, Meer, Unterwegs
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Hurghada und Kairo und Ägypten und Unterwegs und Flug
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