BackpackersBlog

Ein Reisetagebuch und mehr…

Nov
23

Uluru & Kata Tjuta


Gestern abend noch mit einer Gruppe Deutschen (eine Sozialpädagogin, ein Realschullehrer und ein Journalist) unten im Hostelgarten gesessen, die haben allerdings nix besseres zu tun, als am anderen Ende der Welt über das Für und vor allem Wider des deutschen Schulsystems zu diskutieren… das ist mir echt zu strange… also schnell in die Falle!

blog 23.11  001 Um 5am raus, vorm Zimmer gleich in einen komischen Kauz gerannt, der mir  ganz freimütig er sei “on the run”, und dann sei dir Tür zum Hostel Gott sei Dank aufgegangen und er hätte sich vor der Polizei verstecken können… will dann auch gleich über Religion mit mir diskutieren… also zackig nach dem Zähneputzen raus vors Hostel… keiner der mir folgt um mich zu nerven… Sonnenaufgang zwischen den Bäumen. Um kurz vor 6am kommt der Pickup, boat race
in
an dry river
ein wenig Multitasking: beim Telefonieren eine Namensverwechslung klären (Tim / Jim), abrupt das Gespräch beenden, und rein in den Tourbus (letztlich ein Reisebus mit Hirsch Cattle-Fänger). Der Fahrer Richard erzählt nochmal die Story vom Todd-River in Alice Springs und wie hoch der überflutet war, zeigt davon kurz ein Video auf seinem Handy… in Alice gibts eine Redensart: wer den Fluss 3mal hat fliessen sehen, geht hier nicht mehr weg und wird hier beerdigt… und dann meinte er, das “Boat Race” müsste dann, wenn es denn so weitergeht, dieses Jahr abgesagt werden. Denn das Boat Race in Alice Springs (übrigens gerade mal 22000 Einwohner (am Wochenende kommen die aboriginal people aus dem Bush dann noch in die Stadt, dann sinds 30000)) findet nur im ausgetrockneten Fluss statt: kein Boden im Boot, das ganze in die Hände genommen und dann wird gerannt! Strange people out here!

blog 23.11  003 Gleich zu beginn vom Ghan-Güterzug “ausgebremst”, gehts den Stewart Highway runter nach Süden. Unterwegs Roadtrains (große LKWs mit 2 großen Anhängern), immer noch viel Grün! Richard erzählt, dass es das letze Mal vor 7 Jahren ähnlich viel Regen gegeben habe, sonst regnets mal kurz, das Grün verschwindet sofort wieder… jetzt regnets aber schon seit 3 Wochen regelmäßig, das Grün bleibt und wird in den nächsten 4 Wochen in allen Farben blühen! Und dann wieder Rot und staubig werden. Jeder noch so kleine, selbst jetzt kein Wasser führende Bach hat einen eigenen Namen und sein eigenes “Creek” Schild… Auf dem Weg nach Yulara gehts an insgesamt 8 Cattle-Stations vorbei, keine Tiere weit und breit an der Strasse… sonst seien hier hunderte von Kangaroos und Dutzende Kamele anzutreffen, die sind aber wegen der optimalen Nahrungsbedingungen im Moment alle im Bush.

blog 23.11  005Zwischenstopp in Erldunda, einem Motel, einer Tankstelle und einer kleinen Emu-Farm im Nichts, es geht nur geradeaus oder nach rechts… hier sind wir “just in the middle of nowhere”… Fahrerwechsel: Tic, ein echtes inneraustralisches Urgestein mit dem dazugehörigen starken Akzent erzählt eine Geschichte nach der anderen:

  • vom See um die Ecke, auf dem die Jungs aus Alice Springs gerne Wasserski fahren
  • dass wir alle mit Betreten des Busses den Touristen-Status verloren haben und “adventurere” oder “explorere” seien, damit wir uns nicht angesprochen fühlen, wenn die beiden Jungs über “those bloody fucking tourists” schimpfen
  • die Geschichte von den schottischen und den australischen Kühen: die einen haben einen Dudelsack, die anderen ein Didgeridoo zwischen den Hinterläufen…

Hier draussen wirst entweder zu einem skurrilen Urgestein oder du wirst komplett verrückt… den Jim werd ich heute (von den Jungs nicht ganz ernstgemeint), nicht mehr los… 3 Autos Gegenverkehr in 5min bedeutet hier draussen schon “hell of a traffic”…

 

blog 23.11  004 Am Horizont taucht ein Fels auf: Fooluru: verwechseln doch einige Mt Conner mit Uluru… kurzer Fotostop am Viewpoint, sieht von höher wirklich wie eine “giant toothbrush” aus… an den Strassenrändern jetzt immer mehr Kühe… und um 11:30 taucht der Erste Blick auf Uluru und Kata Tjuta auf (Uluru (Ayers Rock) bedeutet: “place of meeting”, Kata Tjuta “heads of many”. Kurzer Stop in Yulara und lunch, dann rein in den Nationalpark und erstmal zu Kata Tjuta (früher The Olgas genannt), um antizyklisch den Touristenmassen zu entgehen…

blog 23.11  006Kurzer walk in den Wolpa Gorge (“windy gorge”), liegt mitten in den 4 größten Felsen: Mt Liru, Mt Olga, Mt Wolpa und Mt Gee)… roter Fels, schwarze Streifn vom Wasser und grüne Streifen von der Vegetation… die Kombi heisst auch “hanging gardens”… überall liegen große Brocken rum, die mal in den Löchern im Fels waren… beindruckende Größe und eine nach wie vor sehr wichtige religiöse Stätte der aboriginal people, wichtiger als Uluru.. Story zu Kata Tjuta: Jäger gehen jagen, lassen ihre Frauen alleine, die werden von Kriegern gefangengenommen, die Jäger verfolgen und stellen diese, sind siegreich… anstatt ihre Speere an den Kriegern zu vergeuden, graben sie die bis zum Hals im Wüstensand ein und lassen sie zurück… aus der Ferne sieht das auch genauso aus! Die Farben sind, dank aufgerissener Wolkendecke und dem vielen Regen von Grün über Rot zu Blau und Weiss. Sehr schön hier!

blog 23.11  007 Danach eine kurze Stippvisite im aboriginal cultural center… die Souvenirs sind exorbitant teuer… danach gehts zur ersten Stunde guided walk am Felsen von Uluru… gleich am Start sehen wir Touris, die den Fels, obwohl er für den Aufstieg gesperrt ist (“expectet rainfalls”) bestiegen haben… auf die warten die Ranger schon unten, dass gibt erstmal n Trip in den örtlichen Knast, viel Ärger und 5000 $ Strafe…. wollen die aboriginal people doch nicht, dass der Fels nicht bestiegen wird, sondern dass die Leute hier nicht auf ihrem Heiligtum sterben! Und das sind schon mehr als 40 Touristen, die den Fels bestiegen haben!!! Dehydriert, abgestürzt oder einfach vom Fels geblasen worden!  Deswegen wird der Fels mittlerweile nur bei optimalen Bedingungen freigegeben… bei mehr als zu erwartenden 36°C, Regen, Wind oder anderen widrigen Umständen ist das ein nogo! Und selbst wenn es geht, gerne sehen die Ureinwohner das trotzdem nicht… ich verstehe nicht, wie man hiervor keinen Respekt haben kann! Genau wie zwei aus der Gruppe an einer (der 7) wirklich heiligen Stätten trotz Fotoverbots Bilder schiessen…

blog 23.11  008 Nach wie vor ist das Wetter gemischt, die Sonne kommt immer mal wieder raus… der Fels ist… Rot! Beeindruckend! aus jedem Blickwinkel anders. Mit Löchern, Scharten und Höhlen… an einer Seite sieht er sogar aus wie ein gerade wieder abtauchender Delphin aus… hat 7 heilige Höhlen, die nicht Fotografiert werden dürfen… z.B: “birth cave”, einer in dem die Frauen um Fertilität bitten, einer der nur den alten Männern vorbehalten ist… dafür dürfen wir die Küche betreten: eine große Höhle, in der bei so guten Nahrungsbedingungen wie im Moment sich alle Familien des Stames (die sonst weit auseinander durch den Bush ziehen) treffen, die jungen Männer sich eine Frau aussuchen und eine Familie gründen… hier sieht man in das innere des Felsen, dass er innen eigentlich grau ist, und erst zum klassischen “rostet”… Zeichungen unterschiedlichen Alters in kleinen Höhlen…

blog 23.11  009 Ein zweiter guided walk mit ebensovielen Geschichten. Jede Felsformation, jedes Loch, jeder Vorsprung, jede Spalte… für alles gibts eine Geschichte. Und wenn man die Geschichte kennt, bekommen die Felsen Gesichter, werden zu Schlangen, Footprints oder ganzen Tragödien… große Schlachten zwischen Dämonen und den Aboriginees, zwischen Göttern und Riesen untereinander… Tic, der andere Guide, lässt uns Bushbeans kosten… aber auf die traditionelle Art: wenn eine potentiell neue Nahrungsquelle erschlossen werden sollte, wurde das neue Nahrungsmittel erstmal unter der Achsel gerieben, wenn das nicht brannte, wehtat oder anderweitig störte, wurde es der ältesten Frau zum Essen gegeben. Wenn die keine Probleme hatte und nach 2 Tagen noch nicht tot umgefallen war, konnte mans essen, Hatte die kleine Wehwehchen wie Kopfschmerzen, hat mans einer jungen Frau zum Essen gegeben, um auszuschliessen, dass es ein “alte Frauen Ding” war…

blog 23.11  010 Danach zum sunset viewpoint, hier bereiten die beiden ein BBQ vor, und Mutter Natur was wohl? Nein, nicht den Sonnenuntergang, erst gibts? Genau! Regen! Also nix mit feuerrotem Fels und Sonne… es schüttet… BBQ im Regen in der Wüste vor Uluru… hat auch was…mehr im Spass als im Ernst sag ich noch, cool wärs jetzt, wenn die Wolken während des Sonnenuntergangs aufreissen und wir über Uluru einen Regenbogen bekämen… und was passiert? Genau das! Der Fels ist nicht feuerrot, es ist kein blauer Himmel, es regnet… aber die Wolkendecke reisst kurz auf und tatsächlich, es gibt einen Regenbogen… erst ganz schwach und zart, wird der immer kräftiger, bis daneben ein zweiter entsteht (der wird auf den Fotos wohl nur schwer zu erkennen sein…) Da gehen viele Münder nicht mehr zu und einige Augen werden groß, alle gucken trotz Schlechtwetter ganz zufrieden aus der (nassen) Wäsche… Der Fels wird (logischerweise) nass… an den Stellen, wo vorhin nich die schwarzen senkrechten Streifen waren, fliesst das Wasser nun als Wasserfall…

Im Nachhinein bin ich echt froh, dass ich zwangsweise mit dieser Tour fahren “musste”, weil ich die andere verplant hatte… haben die beiden Guides (Richard, früher ein Büromensch aus London und Tic, das echte Urgestein) doch unglaubliche, faszinierende, magische und berührende Geschichten zu erzählen, die leider nirgendwo niedergeschrieben sind (auch nicht ganz Richtig: das was an Geschichten (nachdem die Missionare kamen und den Ureinwohnern den “Götzenkult” verboten haben, sind viele (mündlich überlieferte) Songlines verlorengegangen) übrig geblieben ist, wurde, nachdem sie die Sprache der Australier gelernt hatten, niedergeschrieben… und liegt jetzt gut bewacht und für niemanden (!) zugänglich in einem Tresor in Alice Springs), sondern die die zwei selber in vielen Gesprächen von den aboriginal people gelernt haben… deswegen können die beiden die aus so gut rüberbringen… dass die beiden nebenbei noch den typisch schrägen australischen Humor haben, macht die Sache nicht unangenehmer… Insgesamt war das Ganze mindestens so beeindruckend, wie in der Grabkammer der Cheopspyramide zu stehen… eigentlich wars noch gewaltiger… eines dieser Erlebnisse, die sich nur schwer in Worte fassen lassen, die man, selbst wenn man sie selber erlebt hat, nur erahnen und nicht begreifen kann… hier treffen 600 Millionen Jahre Fels (da gabs lt Guides noch gar kein bischen Leben auf der Erde), in denen der sich nur wenig verändert hat und 70000 Jahre Aboriginee-Geschichte zusammen, und das an einem Platz… schwere und genauso beeindruckende Kost. Von der landschaftlichen Schönheit mal ganz abgesehen…

Nach dem “Sonnenuntergang” werd ich im YHA Yulara rausgelassen, organisier noch ein wenig Cash, kaufe mir hier ein Wasser (Supermarkt schon zu) für schlappe 8 Bucks und fange das Schreiben an… mittlerweile ist es hier auch nach Mitternacht… und ich bin doppelt froh, keine “overnight tour” mit camping draussen gebucht zu haben, gewittert es doch gerade schon wieder und alles ist nicht nur feucht, sondern nass… habe jetzt letztlich auch nur die Eindrücke, solange sie frisch sind, reingehackt… Bilder und sonstiges werd ich morgen vormittag vorm Flug machen, und den Beitrag auch erst morgen posten… jetzt gehts in die Falle… morgen um 5:42am steht der Sonnenaufgang mit Blick auf Uluru an…

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Kategorie: Red Center und Alice Springs und Ayers Rock und Australien und Nationalpark und Unterwegs | Kommentare (0)

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Nov
22

Sonne! Warm! Endlich!


Gestern Russians vs. ChineseAbend noch ein wenig in der bar unterm Hostel ein Bierchen trinken und Billard gespielt (auc das funktioniert hier anders, die Kugeln kleiner, ohne Zahlen, nur rot und gelb (“Russians & Chinese”)… hinter der bar steht ein “radio”, der Polizeifunk läuft und sollte der Barkeeper ein Problem bekommen, kann er die Cops anfunken… und die tauchen auch in ihren neongelben Regenmänteln zu viert in einer routinemäßigen Streife auf und verschwinden wieder… auch die australischen Trinkspielchen sind anders: “when does Beerbank start?”). Gegen 10pm ab in die Falle, muß ich doch morgen früh weiter, kalt ist es, dass Fenster geht immer noch nicht zu, gegen das Reinregnen hilft nur Gardine zuziehen… dann schlägt auch noch (wie bis jetzt auf jedem Trip einmal) das Heimweh zu, wie befürchtet machts die große Entfernung nicht wirklich besser… nachts vom Telefon geweckt worden…

Blog 22.11.  012 Heute morgen um 5am von alleine wach geworden (kaaalt!) und gleich raus, der Wecker würde eh bald klingeln… teile mir statt Airportshuttle mit einer (wie sich erst während der Fahrt herausstellt) Schweizerin das Taxi zum Flughafen (draussen regnets immer noch und hat 8°C (in Worten: ACHT VERDAMMT KALTE GRADE!)) und bin letztlich zu früh am Airport, CheckIn geht wieder ganz schnell per Pass und selber am Automaten. Nun erstmal die Zeit angenehm “vertelefonieren”… von hier starten einige Deutsche mit organisierten Touren, ein bischen Palaver und um 09:12 local hebt die 737-300 bei Regen und tiefschwarzen Wolken ab…

Blog 22.11.  013 Und nachdems jetzt ins Red Center geht, werden Bruce Chatwins “Traumpfade” beschritten…und führen zu einem latenten Schweifen der Gedanken… um 10:20 local (Alice Springs ist wie gesagt 1,5h hinter der Ostküste und damit +8,5 zu D) kommen wir nach knapp 2000km und einigen kurzen Blicken auf die Erde unter uns (der Rest ist auch in ASP unter Wolken) im “Provinz”-Flughafen Alice Springs an. Adem Flieger und zu Fuß (!) in das Flughafenterminal. Nach dem Baggage Claim mit dem Airportshuttle für 17 Bucks zum Hostel. Unterwegs alles viel zu grün wegen der “heavy rainfalls” in den letzten Tagen, z.T: so stark, dass einige Touren von hier gar nicht zu Kings Canyon auf dem Weg zu Uluru (wie Ayers Rock jetzt politisch korrekt heisst!) kamen, weil die Strassen entweder überflutet oder zu matschig waren). Einchecken, bekomme gleich eine Karte der “Stadt”… schnell avisierte emails checken und drüber freuen, und dann ein wenig die Gegend erkunden.

Blog 22.11.  001 Alice Springs selber ist eher ein verschlafenes Nest denn eine Kleinstadt, das “city centre” ist 500 mal 1000m groß… das wars… einmal vor bis zum Ende, als ersten Punkt den Stützpunkt der Flying Doctors, ist ja eigentlich ein Pflichttermin… Beeindruckender Film über Daten und fakten, u.a. gibt es von der Sorte wie in Alice Springs insgesamt 27 Stützpunkte mit insgesamt 51 Maschinen, 4 davon in Alice Springs, die Flieger sind letztlich fliegende Intensivstationen… hierbei treffe ich auf ein deutsches Pärchen aus München… selbst am anderen Ende der elt mitten im Nichts ist die Welt doch noch klein.. .das präsentierte Arbeitsumfeld habe ich erst für die Blog 22.11.  002 zur Schau Stellung eines “antiken” Arbeitsplatzes gehalten, bis wir erfahren, dass von hier gestern noch 2 Flüge organisiert wurden… am hiesigen “Flugsimulator” noch kurz getestet, ob ich so ein Ding auch runterbringen würde… ein Crash wars keiner, aber ich bleib dann lieber hinterm Cockpit… noch gemütlich mit den Beiden einen Kaffe getrunken, Nummern getauscht, sind die Zwei doch kurz vor mir in Cairns, vielleicht geht ja noch ein Bierchen am Montag abend… leider ist auf dem Rückweg durchs “Zentrum” genau das eingetreten, wofür die Flying Doctors immer wieder gebraucht werden: die lokale Feuerwehr schneidet gerade einen nach einem Verkehrsunfall aus seinem Auto… die Schaulustigen werd ich nie verstehen, auch wenn sonst in so einer provinziellen Kleinstadt nix anderes aufregendes passiert…

Blog 22.11.  004 Danach erstmal Wasser und einen neuen Block (fürs Blog) organisieren (ist der alte doch schon fast voll). Danach mach ich mich auf den Weg zur Telegrafenstation ca 5km durchs “Outback”, immer am Fluss entlang. Den es hier eigentlich gar nicht gibt! Die Regenfälle vor 2 – 3 Tagen Blog 22.11.  005sind wohl die heftigsten seit Beginn der Wetteraufzeichnung Australiens gewesen… also doch ein Jahrhundertsommer hier… nur eben im “negativen” Sinne… dafür ist hier, wo es sonst nur rot und staubig sein sollte, alles grün… von wegen “Red Center”… ein “Green Center” ist das…  Dank der Gamaschen auch keine Sorgen, mal den Weg zu verlassen, um das eine oder andere Tier aus der Nähe zu beobachten… Überall fliehen große Heuschrecken die sich an der unverhofften Nahrungsquelle gütlich tun, vor meinen Schritten… Termiten bauen neue Hügel, hat der Regen die alten doch weggewaschen…

Blog 22.11.  006 Nach guten 40 min bei 33° und einer guten Portion Sonne an der alten Telegrafenstation angekommen… auch hier wieder ein wenig Eintritt losgeworden, ist das Areal anders als vorgestellt… ich hatte ja eigentlich mit nur einem, grösseren und verfallenen Haus gerechnet… die “Stadt” ist nach dem Wasserloch vor der Telegrafenstation benannt worden. Und das ist nach der Ehefrau des ersten Telegrafenmeisters benannt worden. Witzigerweise hat seine Frau nie australischen Boden betreten. Doch statt der erwarteten Ruine erwarten mich mehrere, gut erhalten Häuser, beinahe schon ein Gutshof. Und die alten Fotos beweisen, dass hier nichts verändert wurde (bis auf den Zaun drumherum)… damals wars die einzige Verbindung von Adelaide und Darwin, tragischerweise war die erste Nachricht diejenige, dass der designierte erste Telegrafenmeister keine 10km vor dem Erreichen der Station verdurstet ist…

Blog 22.11.  008 Zurück sollte es eigentlich auf der anderen Seite des Flusses gehen, aber da ist kein rüberkommen, ist der Weg vom sonst wohl nicht vorhandenen Fluß überflutet… Blog 22.11.  007 also erstmal kurz denselben Weg wieder zurück, denk ich mir bald, da muss doch  ein rüberkommen sein… und hüpfe über vermeintlich trockene Inseln über die mehr oder weniger breiten Rinnsale… aber da wo es trocken aussieht, ist es drunter ordentlich nass… so steck ich bald bis zu den Knöcheln im Schlamm und hab nasse Füße… dafür bin ich dann (endlich auf der anderen Seite angekommen) hier ganz alleine Blog 22.11.  003 mitten im Nichts! Im nassen Sand unter mir finden sich Hufspuren, das einzige Huftier in dieser Größe dass mir einfällt, ist ein Känguru… wieder viele Heuschrecken, bunte Papageien in den Bäumen, altes (z.T. verbranntes) Gras neben dem frischen Grün, Blumen… Alice Springs wie es wohl wenige erlebt haben… Trotzdem kann man an den ganzen Steinen erahnen, warum das hier das “Red Center” ist… die Erdkruste reisst, wie man es von den kitschigen Wüstenfotos kennt, beim Trocknen auf…

Blog 22.11.  009 

Auf Blog 22.11.  010dem Weg zurück nach Alice Springs komme ich an der Brücke vorbei, von dem das deutsche Pärchen erzählt hat, dass die knietief unter Blog 22.11.  011Wasser stand: dann muss hier ein Strom auf einer Breit von 200m und einer Höhe von mehr als 3m vor nicht ganz 3 Tagen  durchgerauscht sein! kurz im Städtchen was Essen, danach noch zum Sonnenuntergang hinter den MacDonnel-Ranges auf den Hügel des “Anzac War Memorials” wo den Gefallenen diverser Kriege mit Australischer Beteiligung gedacht wird (u.a. WW II, Borneo, Korea, Vietnam). Nebenbei noch einen Blick über das beschauliche Kleinstädtchen geworfen, am Fuße des Hügels spielt die lokale Highschool-Mannschaft Australian Football…

Endlich in Australien! Wie sich die Welt doch mit nur einem Flug verändern kann… heute morgen noch gewaltig angefressen in Melbourne gehockt, sieht die Welt nun im wahrsten Sinne des Wortes ganz anders aus! Nu hab ich in 7h eigentlich das wesentliche von Alice Springs gesehen, gehts nun ins Hostel, schnell den Eintrag tippen und Sachen packen, gehts doch morgen um 5:50am weiter, noch tiefer ins Rote Nichts…

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Kategorie: Alice Springs und Bushwalking und Red Center und Australien und Flug | Kommentare (0)

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