BackpackersBlog

Ein Reisetagebuch und mehr…

Jun
04

Valley of the Kings


04.06 Kurz vor Sieben von Mohammed und Muhammat abgeholt, erstmal gehts mit dem Auto nach Süden, Brücken über den Nil sind hier spärlich gesäht… um kurz vor Acht am Tal der Könige angekommen, Ticket organisiert und auf gehts… am Eingang schon jetzt viele Touristen dank vieler Busse… ein wenig rumgeguckt… dann beim Versuch, eines der Gräber anzuschauen: "no you need ticket"… Am Ende einfach den Guide einer russischen Gruppe gefragt, wie das System hier denn so läuft… gaanz einfach: mit dem Eintrittsticket darfst 3 Gräber besuchen, für Ramses VI und Tut-Ench-Amun brauchst ein extra Ticket… ok, System endlich verstanden… und bei der Gelegenheit den Guide auch noch gefragt, welche 3 man sich den Anschauen sollte… nachdem ich meinen Travelguide vergessen hab, muss ich in der Informationsbeschaffung eben flexibel sein… zuerst mal zurück zum Eingang und die fehlenden Tickets organisieren… und dann rein ins erste Grab:
Ramses III: viele Seitenkammern, Hieroglyphen und lebensgrosse Bilder (alles in Farbe);
Tuthmosis liegt oben im Berg versteckt, ganz schön tief runter gehts hier… 2 Kämmerchen und gut ist; weiter gehts in einige weitere Gräber, z.B.:
Ramses VI: langer Gang, viele gut erhaltene Farben, wenig Touris, hier lässt mich der Grabwächter ungefragt (!) hinter die Absperrungen, stehe direkt am Sarkophag, am Ende gibts das obligatorische Bakschisch;
Tut-Ench-Amun: die atemberaubende goldene Figur im Sarkophag verschlägt einem den Atem… was man allerdings nicht tun sollte, ist ein Foto in den Gräbern zu machen: da schält sich mir nichts dir nichts aus dem Schatten ein Grabwächter und zupft dir so schnell wie du gar nicht gucken kannst die Kamera… das letzte Foto offensichtlich im Grab gemacht, erntest du ein "tzk,tzk!",  fürchtest um deine Kamera und bekommst ein wenig weiche Knie… Freikaufen hab ich sie müssen (natürlich achtet der Wächter darauf, dass das kein anderer Touri mitbekommt… erleichtert die Kamera wieder in der Hand zu haben gehts dann wieder raus aus der stickigen Hitze…

Fazit: ich kann behaupte, ich war da… allerdings mit etwas Bauchweh… erhöhen die vielen Touris mit ihrem Schweiss und der Ausatemfeuchtigkeit (obendrein ist es fast unerträglich heiss in den Gräbern, das verlassen in die Hitze draussen ist nahezu eine Wohltat) und machen so die Gräber und deren unbezahlbaren Malereien kaputt…

04.06 Weiter mit dem beiden Jungs zum Hatschepsuth Tempel: für die, die es kennen: "Welcome to Serious Sam"… es wird immer wärmer, auch hier viele Touris… weitläufiges Areal, der Tempel mitten in den Berg gehauen, und auch hier überall Hieroglyphen, viele Farben (wenn auch nur schwach erhalten)… die Innenräume des Tempels sind (Gott sein dank) für Touris nicht zugänglich (so bleibt davon wenigstens mehr erhalten!). Kaum am Auto zurück, versorgen mich die beiden Jungs mit kaltem Wasser… und bringen mich in eine "Alabaster Factory" (sicher nicht ganz ohne Hintergedanken, auch wenn mehrfach betont wird, ich bräuchte nix zu kaufen… aber das Spiel ist hier immer dasselbe…)…

Nachdem ich nun den Unterschied zwischen echtem und falschen Alabaster kenne (echter ist durchscheinend für Licht), bin ich wieder ein guter Tourist und gönne mir ein Souvenir (ich weiss auch schon, wers bekommt)… und dann versucht der Bursche, mit allen Mitteln Bakschisch zu bekommen: die Mitleidstour ("mein Chef zahlt so schlecht"), die Geldwechseltour, mit "Geschenken" aus dem Sortiment (allerdings unter der Theke in die Hand gedrückt ("don’t tell my boss!")… blöd geschaut hat er, als ichs ihm wieder zurückgegeben habe… Am Ende bekomm ich das "Geschenk" ganz offiziell vor den Augen des Chefs in die Hand gedrückt… auch gut… und weiter zum nächsten Tagespunkt: dem Valley of the Queens…

04.06 Hier ists viel kleiner, viele Kammern nebeneinander, viele nicht zugänglich, dafür die Schächte voller Müll… nur zwei zu besuchen… ich lande im Grad von Prinz Amun Khopsef, Sohn von Ramses III (ja, die Prinzen liegen neben den Königinnen)… und hier wird das Unmögliche möglich gemacht: Nachdem dort nirgendwo ein Schild mit "no Photo" zu sehen ist, frag ich blöd… dank der Tatsache, ein alleinreisender "Individualurlauber" zu sein, ausser mir keiner im Grab war und Luxor nicht nur "Bob Marley Land" Bob-Marley und
Bakschisch- Land
sondern auch "Bakschisch-Land" ist, kommt nach kurzem Palaver der beiden Wächter untereinander und wildem Umhergeschaue einer der Beiden mit, während der Andere "Schmiere" steht… und da sind sie, die verbotenen Früchte… geht doch… nach Wechsel der Speicherkarte (und nun Pfund-technisch völlig abgebrannt) zurück zum Auto, "Beute" sichern… Allerdings: zur Nachahmung nicht empfohlen, kanns hierfür derbe Ärger mit der Tourist-Police geben!!

04.06 Danach noch die Kolossi von Memnon angeschaut, auch die sind gross, werden leider von Tauben als Schatten- und Schlafplatz genutzt, und genauso sehen sie leider aus… auf dem Weg aufs andere Nilufer habe ich die zündende Idee: nachdem es jetzt erst halb Eins ist, warum nicht heute schon mit dem Bus nach Hurghada fahren und so einen Tauchtag dazugewinnen? Dank der Hilfe von Silvia und Mohammed war das kein Problem, hier schnell "durchzurennen"… allein organisiert, wär das sicher nicht möglich gewesen! Also zügig zum Busbahnhof, 13:18 dort erfahren, dass der nächste Bus um 14:30 geht… also zackig zum Hostel, auschecken und Sachen schnell zusammenschmeissen und zurück zum Busbahnhof… dort angekommen, will ich Mohammed das Geld geben und bekomme die (unbefriedigende) Antwort: "Any money is ok"… super, wie ich das liebe! Also laut hochgerechnet, was Pickup vom Flughafen, die Fahrt mit der Felukke, die Halbtagestour und das Bringen zum Busbahnhof so kosten und im das dann gegeben… keine Regung, obwohl ich mehrfach betone, ich wolle einen fairen Preis für ihn (!)… na gut, dann halt so… wenns nicht gepasst hat, hätte er was sagen müssen…

04.06 Im Bus wird dann für den Fensterplatz mit (mehr) Beinfreiheit gleich wieder ein Bakschisch fällig… so extrem wars nirgendwo sonst in Ägypten… offensichtlich geht die Schere zwischen "Geld" und "kein Geld" im südlichen Inland doch sehr weit auseinander… mit dem Bus gehts über diverse kleine Dörfer (der junge Kerl hinter mir will immer mit "Hey Mister" irgendwas bequatschen… aber ich will lesen… dass die Jungs hier mal ein Nein nicht verstehen und dann immer gleich beleidigt sind…)… durch die Östliche Wüste, durch die Berge ("Passhöhe" ~700m) über Safaga nach Hurghada (Dahar), mit dem Taxi weiter zur Tauchbasis (ich hätte den Preis vorher gar nicht verhandeln müssen, die Taxen haben jetzt ein funktionierendes (!) Taxameter… hat mich schon gewundert, warum er bei dem niedrigen Angebot meinerseits gleich zugestimmt hat)…

04.06 Wieder "Hallo"-sagen, Sachen auspacken und vor in das Cafe vorm Hotel, Essen (das Erste am heutigen Tage)… und da trifft mich doch glatt der "Schlag", sitzen doch Karin, Andreas und Wolfgang von vor 2 Jahren hier… was für ein Zufall… lustiger Abend, länger als eigentlich geplant und dann gings in die Falle…

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Jun
03

Chaos-Flughafen Kairo


Nach einer sehr kurzen Nacht (hat das Hochladen der Wüstenfotos doch länger gedauert als gedacht und haben die Moskitos wieder arg genervt) um 05:25 raus und um Viertel vor Sechs vor dem Hostel auf Taxisuche gemacht… am Ende in ein dort gerade haltendes Auto eingestiegen. Der Fahrer füllt erstmal neues Kühlwasser ein… vertrauenerweckend… genau wie die Befestigung der Motorhaube: mit einem Draht um die Kühlerfigur gewickelt und am Rahmen festgemacht… und los geht die Fahrt: Höllenritt durch KairoIch bin ja mittlerweile wirklich schon was gewohnt, aber das hier ist selbst für mich harter Tobak, Luftanhalten und Kurzatmigkeit garantiert… mit gemessenen 110, aber gefühlten 200km/h gehts in der Rostlaube in bester Schumacher-Manier durch den morgendlichen Verkehr in Kairo… rechts überholen, links schneiden und immer im Zick-Zack mit High-Speed durch die Stadt… mir stockt buchstäblich der Atem! Keine 15min später (von Downtown Kairo zum Airport eine echte Leistung), erklärt mir Mansour, der Teufelskerl, mir ganz nebebei, natürlich nur für den Fall, dass jemand frage, er sei dann kein Taxifahrer, sondern ein Freund, der mich einfach da absetzt… aha… dann geb ich ihm 40 Pfund und schau dabei weg, seh ja auch gar kein Geld… Hamdullah! Endlich am Flughafen!

03.06Der Flughafen Kairo ist extrem unübersichtlich, habe fast 30min und mehrmaliges Rumfragen ohne klare Antworten gebraucht, um meinen Check-In Schalter zu finden… aber schlussendlich geht auch das… dafür ist der uralt, hat keinen Bildschirm, sondern der Flug wird auf einer Plastiktafel angeschlagen… noch kurz einen Kaffee (zu europäischen Preisen(!)), einchecken und zum Gate… die Security am Röntgen schläft, 03.06 und zwar im eigentlichen Sinne, während bei jedem durchgehenden Passagier der Metalldetektor pfeift, aber das interessiert nicht… als aber einer der Wartenden die Szene fotografiert, ist er sofort hellwach und konfisziert den kompletten Film… auf in den Flieger, wieder eine Embraer 170. Nach Start im total diesigen Kairo und nach einem ruhigen Flug gute 45min später und 510km weiter Landung in Luxor…

Gepäck kommt auch an, treffe Silvia am Flughafen, sie und ihr Mann wollen mich erst zu einem anderen Hostel fahren, aber die machen keinen guten Preis, also auf zu dem Schuppen, den ich übers Netz mir ausgeguckt habe… stellt sich schlussendlich als gute Wahl heraus… und im Preis hab ich ihn auch noch mal auf 60 Pfund für 2 Nächte drücken können… Sachen abladen, kurz das weitere Procedere mit Silvia und Mohammed geklärt und auf zur Tempeltour… ganz "touristy" in der Mittagshitze, will heissen, gute 42° im Schatten (aber kein Schatten weit und breit)… zuerst gehts zum Luxor Tempel mitten in Luxor…

03.06Eine "Avenue of Sphinxes" führt durch einen grossen Torbogen (natürlich "verziert" mit riesigen Statuen) in die eigentliche Tempelanlage… hier hat beim Bau "klotzen, nicht kleckern!" wörtlich genommen… alles in grossem Massstab und vor allem am faszinierendsten: überall, aber auch überall sind Hieroglyphen, selbst an der Decke oder auf der Rückseite von Statuen… 03.06 viele Touristen erschweren Bilder ohne Menschen… trotzdem viel gestaunt… Tempelwächter tauchen aus dem Schatten (wo bitte haben die den gefunden?) wie selbiger auf, um Touristen zu ermahnen oder ganz nett und freundlich ein Foto von ihnen zu machen, um dann Bakschisch einzufordern… gefühlt wärmer als in der Wüste (obs daran liegt, dass wir dank gutem Guide in der Wüste der Mittagshitze in den Schatten ausgewichen sind?), aber die grössere Sorge gilt der Kamera: wird die dank schwarzem Gehäuse und Dauereinsatz in der prallen Sonne doch recht heiss… (immerhin hat sie den heutigen Tag überstanden und die letzte Bewährungsprobe steht morgen aus)

03.06Nach einer guten Stunde auch diesen Punkt "abgehakt", nach zähem und letztlich erfolgreichen (Preis 5 Pfund unter "normal" gedrückt) Handeln gehts mit der Pferdekutsche knappe 3km weiter zum Tempel von Karnack, Fahrer und Pferd warten auf mich (Geld gibts erst, wenn ich wieder zurück in Luxor bin, sonst ist der "habibi" ja gleich wieder weg!)… 03.06noch grössere Anlage (fast ein km2 gross), eigentlich bestehend aus 3 verschiedenen Tempeln, mit noch grösseren Pfeilern, Obelisken, Verzierungen etc… mittlerweile ist es so heiss, dass selbst die streunenden Hunde den Schatten weder verlassen, 03.06noch sich überhaupt in irgendeiner Form bewegen… in der Haupthalle ein Wald aus Pfeilern, von oben bis unten verziert, zum Teil noch bemalt (soll heissen, die farben sind noch erkennbar!). Einer der Tempelwächter (sollte sich später bei genauem Hinsehen bei mit aus der Weste blitzender MP als Security in "zivil" herausstellen) 03.06 bietet mir an ein Foto von mir zu machen… nix da willst wohl nur Bakschisch… als er merkt, dass die Masche nicht zieht, zerrt er mich zu einer Stelle, von der man einen Pfeiler mit 2 Obelisken gleichzeitig fotografieren kann… und will dann Euros in Pfund tauschen… sicher zu einem miserablen Kurs… als ich auch das ablehne, wird forsch nach Bakschisch gefragt… na gut, wenns denn sein muss… dann bekommst halt dein Pfund… der nächste "freundliche" Tempelwächter, der es 20 min später versucht, bekommt von mir schnell ein "no photo, no change, no bakschisch" zu hören und ist ganz schön angefressen… das die sich dann aber auch immer so lautstark wundern müssen… den besten Eindruck (beider Tempel) bekommt man in der Bildergalerie unter "ancient Egypt"

03.06Danach wieder mit der Kutsche "heim", nachdem das Hostel eine Waschmaschine hat und meine Hose mittlerweile Salzränder vom schwitzen, ist heute Waschtag… dann gibts eine kleine Siesta… gegen fünf meld ich mich bei Mohammed und Silvia, die kommen mich gleich für eine Fahrt mit ihrer 03.06Felukke auf dem Nil abholen… am Ende mit dem kleinen Segelböötchen 2 Stunden über den Nil geschippert, Luxor (und Umgebung) vom Nil aus genossen, den Sonnenuntergang diesmal auf dem Nil erlebt… klasse Fahrt, angenehmes laues Lüftchen weht, auch hier wieder viele Eindrücke… am Ende klettert der Bootsjunge noch zum Segel reffen den 18m hohen Mast rauf… wie ein Äffchen… faszinierend… Danach noch 2 Stündchen mit ein 03.06 paar Einheimischen und "Zugereisten" vor einem der vielen Coffe Shops eine Shisha geraucht und ganz nett unterhalten… zurück mit dem Minibus zum Hostel, noch schnell Wasser für morgen organisiert, steht doch für 7:00 der Abmarsch Richtung Tal der Könige (und -innen) und zum Hatschepsuth-Tempel an…

Jetzt sitz ich jetzt hier bei 35° in meinem Zimmerchen und werd mich zum upload auch nicht mehr die 3 Stockwerke nach unten bewegen, sondern zügig in der Falle verschwinden, ists doch auch schon wieder gleich 0:00…

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Mai
28

Cheops Tomb


Nach einer sehr kurzen Nacht dank Moskitos (und ich dachte, bei dem Smog überleben die Viecher nicht, aber nein, dicke Flatschen machen sie, wenn sie denn zugestochen haben. Und als ich den Irrtum bemerkt habe, durfte ich feststellen, dass ich das "Off" (=Autan) in Hurghada vergessen hab…) früh aufgestanden, lecker Trip zu den Pyramiden.

Erstmal noch das defekte Klo moniert, und dann pünktlich um kurz vor 8 vor der Tür gestanden… viele Taxifahrer können den Trip ja besser… sagen sie… kurz nach ist der klimatisierte Minibus da und meine Privattour beginnt… auf nach Memphis… quer durch Kairo, bei schräg stehender 28.05Morgensonne fällt der Smog noch mehr auf! Geschätzte Sich: 1km!! Nach 45min angekommen, präsentiert sich… nicht viel für 50 Pfund… ein paar kleine Statuen & Tafeln draussen. Aber um eine riesige Statue von Ramses II ist ein "Museum" drumherumgebaut worden. Der Colossus soll noch so liegen, wie man ihn gefunden hat.
Kurz danach gehts weiter nach Saqquara, der Grabstätte von König Zoser… ein kleines Pyramidchen 28.05(jaa, jetzt kann er daherreden, aber als der feine Herr die gesehn hat, hat er sich schon wie ein Schneekönig gefreut… doch dazu später mehr) und ein paar Tempelreste, viel Sand und ein tiefer Schacht in der grössten Ausgrabungsstätte Ägyptens (sowohl von der Anzahl der Funde als auch der räumlichen Ausdehnung)… einige nette Geschichtchen über kleine Kammern nur für die Seele und ähnliches von meiner Führerin gehört… Danach war ich beim Besuch einer der vielen Teppich-Web-Schulen ein braver Tourist und hab ein Souvenir gekauft… schon krass, wie schnell die Kids (die da offiziell nicht arbeiten, sondern lernen(!), verkauft werden die Teppiche dann trotzdem) die Knoten knüpfen… und das im Zweifel auch mal 6 Monate lang, um einen Teppich mit 64 Knoten pro cm2 fertigzustellen…
28.05Zurück Richtung Kairo fällt mal wieder die andere Lebensweise auf: Kinder die auf dem Feld in der Mittagshitze schuften, viele Häuser, die angefangen aber nicht fertiggestellt wurden und trotzdem bewohnt werden, Eselskarren (oder auch reitend ohne Karren)… und das 15km von Kairo entfernt… "Zwangsstop" an einem Papyrus-"Museum" (wohl eher ein Shop!), hier bekomm ich gezeigt, wie Papyrus hergestellt wird und ernte überraschte Blicke als es zum Ende der "Verkaufsveranstaltung" kommt und ich genau ein Blatt unbemalten Papyrus ordere… und weiter gehts… vom Higway aus schon zu sehen und laut Beschilderung noch 4km weg… dafür schon riesig… DIE Pyramiden schälen sich aus dem Smog, und beeindrucken schon jetzt… noch ein paar Kurven, und wir stehen davor… Mund zu!

Und nun zeigt sich, warum es gut war, eine Tour zu buchen, alleine zu sein und dafür ein wenig mehr auf den Tisch zu legen: in die Cheops-Pyramide hinein dürfen vor- und nachmittags je 150 Personen… und die waren schon drin… aber dank Guide und solo gehts dann doch… mein Guide, eine Ägyptologiestudentin, macht dem Mann im Kassenhäuschen einfach ein bischen schöne Augen und auf gehts in die Pyramide…  willkommen im Land der "unbegrenzten Möglichkeiten"… 28.05durch den ca 10m über dem Boden befindlichen Eingang rein (vorher natürlich die Kamera abgeben müssen)… mannshoher und doppelt schulterbreiter Gang führt zu einer kleinen Leiter und die mündet in einen Schacht: 80cm hoch, genauso breit gehts im steilen 30-Grad-Winkel über Holzbohlen mehr kriechend als laufend nach oben… öffnet sich dann (nach einer für den Rücken unendlichen Zeit) in einen "Gang", 5m breit und bestimmt 15-20m hoch… wirklich eindrucksvoll! und auch hier gehts genauso steil weiter nach oben… oben angekommen, noch zweimal kurz geduckt und da ist sie: die Grabkammer von Cheops… 5m hoch, 15m lang und 5m breit, mit glattem schwarzen Granit ausgekleidet und am Kopf der (leere) Sarkophag… spärlichst ausgeleuchtet (wie der ganze Weg hierher), aber beeindruckend! Tief Luft geholt und vor lauter Gewalt der Geschichte läuft mir ein Schauer den Rücken runter. Last der JahrtausendeDu wagst kaum zu atmen hier drin… langsam aber sicher losgerissen, denselben Weg zurück, die "Halle" vor der Kammer noch wirken lassen, mit krummem Rücken wieder in die Sonne zurück… definitiv ein "must-see"! Und funktioniert hats nur, weil eben nicht pauschal im Reisebüro in grosser Gruppe organisiert, sondern in den Luxus einer "Privat-Tour" investiert. Ganz auf eigene Faust hier angekommen, wär das heute nicht drin gewesen, und ob der Weitläufigkeit der Anlage (hier gibts ja schliesslich nicht nur eine Pyramide) in der Mittagshitze zu Fuss eine 28.05schweisstreibende Angelegenheit, wenn nicht sogar unmöglich gewesen… die Pyramiden vom "Panorama-Point" alle gemeinsam überblickt… im Hintergrund der Moloch… von hier gehts weiter zur Sphinx… auch die ist beeindruckend! Zwar kleiner, als ich sie mir vorgestellt habe, aber eben auch ganz grosse Geschichte! Wie das hier wohl ausgesehen haben mag, als die Pyramiden noch glatt und die Tempel drumherum waren… Melde mich freiwillig für die ersten Versuche mit der Zeitmaschine!…
Nachdem ich auch hier alles gesehen habe, wieder "heim" ins Chaos… Den Verkehr aus dem Fahrzeug zu erleben (als Fussgänger ists ja schon lustig) ist der Hammer… rechts, links, kreuz und quer, nur Fingerbreiten zwischen den Autos, aber keine Unfälle. Von dieser Warte aus gesehen wird es um so wahnwitziger, die Strasse als Fussgänger zu überquerern… aber es geht.

28.05Früher als geplant zurück (auch ein Vorteil einer Solo-Tour) schnell in ein neues Zimmerchen umgezogen, hier geht das Klo wenigstens… und dann wieder die Beine in die Hand genommen, das Ägyptische Museum besuchen… dann bleibt morgen mehr Zeit, um nochmal durch Kairo zu ziehen. Strenge Sicherheitskontrollen (insgesamt 3 Schleusen) später, steh ich drin… hier gibts alles! Grosse Statuen, kleine Statuen, Werkzeug, Kunst, Schriftrollen, Sarkophage, ganze Schlafzimmer, Spiele etc, etc… Filigranste Handarbeit, Schriftzeichen wohin das Auge blickt, als Positiv oder als Negativ gemeisselt… und irgendwann bist du völlig übersättigt… mittlerweile ganz schön kaputt, wieder aufgemacht gen Hostel, unterwegs noch "Off" organisiert… am nächsten Strassenstand was essen und da sitz ich nun, und lass den Tag bis jetzt Revue passieren… kurzes Schläfchen, dann noch die Fotos hochladen… und jetzt: bis Morgen!

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