BackpackersBlog

Ein Reisetagebuch und mehr…

Dez
17

Um 12:00pm: in Auckland & San Francisco


Nach einem “interessanten” Abend bei mehr als einem Freibier und 2 unglaublich genialen Beatboxern aus Holland spät ins Bett… “Ausgeschlafen” und die Sachen zum letzten mal auf der Südhalbkugel gepackt… auschecken und endlich die letzten 2 Tage hochladen… nebenbei nochmal den Flug bestätigt und dann nochmal losgezogen…

17.12. Blog 001 Das “Civic Theatre” (da geschlossen leider nur von aussen) gesehen. Hierdrin wurde ein Teil von Peter Jacksons King Kong gedreht, und zwar die Szene, wo sich Kong von seinen Fesseln befreit und von dannen zieht… und dann bei mauem Wetter (einfach Glück gehabt, gestern!) auf blöd ins Kino gegangen: “The Day the Earth stood still”… weiter durch SkyCity und zurück zum Hostel, die letzten Internetminuten versurfen… um 3 mit  dem Airportbus aufgemacht…  der Transfer dauert dank Stadtverkehr deutlich länger als geplant… gut dass ich früh genug losgemacht habe…

17.12. Blog 002 Das übliche beim Einchecken, die USA wollen schon vorher das Hotel und die Adresse erfahren, sonst kommst nicht ins Flugzeug… kein Ding, war ja klar… verschärfte Sicherheitskontrollen wie erwartet gabs keine… das Handgepäck wolltens kurz vor der Security wiegen… der Versuch, das zu ignorieren und einfach dran vorbeizugehen hat am Ende… funktioniert… besser so ;) wär sonst ne blöde Nummer geworden… später dann festgestellt, dass ich bei der Ausreise warum auch immer keinen Stempel in den Pass bekommen habe… anyway… jetzt heisst erstmal, Zeit vertreiben und warten… kurz vor 7pm heisst boarding, im Flieger wieder begeistert über den vielen Platz bei Air New Zealand und um 7.42pm local hebt die 747-400 ab…

Ziel San Francisco… 6°C solls da haben… brr… sicher ganz witzig wirds sein, wieder einen Tag zu gewinnen dank Flug über die Datumsgrenze… abends um 7 losfliegen und morgens um 10 ankommen… was für ein Jungbrunnen… quasi eine Zeitreise… oder doch Quantenphysik? Kann ich doch jetzt behaupten, an 2 Stellen “gleichzeitig” gewesen zu sein: 17.12.2008 12:00 Uhr mittags, da war ich sowohl in Auckland als auch in San Francisco… klingt echt abgefahren…

17.12. Blog 003 Beim Ausfüllen von Customs & Imigration Forms stell ich mich an wie der letzte Mensch… da ausbessern nicht ist, muss ich gleich 2mal nachordern… schreiben will gelernt sein… nebenbei, die Sonne im Rücken… der Sonne davongeflogen mit einem zwar sehr kurzen aber farblich ansprechenden Sonnenuntergang in 11km Höhe…

Das “altbekannte” Problem: trotz Weihnachtsmusik kommt einfach Fliegen ist
was feines!
kein Feeling auf… mal sehn, wie das ins SF wird… in meiner reihe sitzt ein “junger” Neuseeländer auf dem Weg nach UK, der ist tierisch begeister und aufgeregt ob seines ersten Fluges… das ist einfach nett und sympatisch… erinnert mich an meinen ersten Flug nach Kos und daran (auch wenn ich vor 3 Tagen geschrieben hab, dass beim Fliegen langsam Routine aufkommt), wie klasse Fliegen ist und wie genial es ist, in 11km Höhe, nur von einer Doppelscheibe von der Kälte und dem niedrigen Luftdruck getrennt, mit direktem Blick nach unten, ein warmes Essen zu mir zu nehmen…

ein wenig gepennt… die Bordunterhaltung genutzt… ziemlich bald die Datumsgrenze passiert… so fängt der 17.12. ein zweites mal an… also gibts heute quasi 2 Tage in einem Eintrag…

17.12. Blog 004 Beim Landeanflug den ersten Blick auf San Francisco und die Golden Gate Bridge in der Ferne erhascht… heissts dann raus aus dem Flieger und durch die Immigration… 2 Zeilen auf dem grünen Formular nicht ausgefüllt, veranlassen den Immigration Officer mich bestimmt darauf hinzuweisen, das doch noch auszufüllen. Gleichzeitig hab ich meine 10 Finger der Reihe nach auf dem Scanner  zu lassen und ein Foto ohne Brille abzugeben… dabei lässt sich schlecht ausfüllen, was ihn danach zwar (ein bischen weniger) freundlich aber mehr als bestimmt erneut auffordern lässt: “Fill it out, now!”… nebenbei noch ein “Interview” warum ich in die USA gedenke einzureisen und was ich denn so zu hause mache… tight border… danach baggage claim und durch customs, dann mit dem Shuttle Bus für 17$ (den ganzen Urlaub mit Dollers unterwegs gewesen: HongKong $, australische $, neuseeländische $ und jetzt endlich mit den “richtigen” $)… am Hotel abgesetzt, eingecheckt und erstmal das Zimmer in Beschlag genommen…

17.12. Blog 005 King Size Bed, 17.12. Blog 006 eigene Dusche, TV und Safe… aus dem Fenster Blick auf die Skyline… erstmal ausgebreitet und nachdem das Wetter heute wieder Erwarten traumhaft ist und die Vorhersage eher suboptimal ist, ein Fahrrad ausgeliehen und den idealen Blick auf die Golden gate ausgenutzt… längere Radtour bis zur Brücke… kalt ists… Zwiebelprinzip angesagt bei 6°C… auf dem Weg entlang  des Wassers immer wieder angehalten, um den Blick zu geniessen… grosse Containerschiffe ziehen unter der Brücke durch… am Fort Point, der ehemaligen Befestigungsanlage quasi unter der Brücke stehend, wird die von der tief stehenden Sonne perfekt ausgeleuchtet…  über die Brücke und hinter der Brücke den “Hügel” rauf… wird mit dem (für diesen Zweck) suboptimalen Stadt-Leih-Rad ganz witzig… auf der Brücke wieder so ein Moment: du stehst mitten auf der Golden Gate, schaust auf SF und Alcatraz und denkst dir: “Das begreifst auch erst, wennst wieder daheim bist!”…

17.12. Blog 007 Auf dem Weg den Hügel rauf mit einem anderen Radler auf dem Weg nach oben ein bischen “chit chat”, an einem der Aussichtspunkte mit einem anderen local gequatscht… scheint heute ein recht seltenes Wetter mit klarem Blick auf die Stadt zu sein… wenn selbst die locals heute mit der Kamera hier hochfahren… noch weiter hoch, bis ganz oben auf den “Hawk Hill” marschiert… 17.12. Blog 009 der war wohl mal militärisch befestigt… und hat seinen Namen nicht umsonst, hört man doch hier oben die Seeadler (genau der Sound der Adler in den alten Western, wenn die grossen Schluchten gezeigt werden) schreien… 17.12. Blog 008von hier oben hast einen Blick auf die ganze Brücke und genau in der Mitte liegt dahinter die Stadt… das ganze mit der untergehenden Sonne im Rücken… auf der anderen Seite des Pazifik (als “bisher”) stehend… heute gibts das ganze Paket: einen  Sonnenuntergang über dem Meer und die Brücke mit der Stadt aus der Ferne… die Stadt fängt an zu leuchten, die Scheiben reflektieren die untergehende Sonne… und es wird dunkel… im beinahe komplett Dunklen (ohne Licht) in der mittlerweile echten Kälte (es pfeift trotz Zwiebelprinzip gewaltig, eiskalte Hände und die verbrannte Nase findet den Temperaturwechsel auch nicht gut)… zurück über die Brücke, die ist (natürlich) im Dunklen angeleuchtet… durch die Stadt zurück zum Radverleih, mit dem Schlüssel “late dop-off”… 17.12. Blog 010

Ein Sixpack für den gemütlichen Abend organisiert, noch einem Sweater gekauft, Essen in Form einer Pizza darf auch nicht fehlen und ab auf das KingSize Bed… und erstmal eingepennt… um 10pm dann ein bischen telefoniert,  das US-Amerikanische TV im Original (ist schon fein, Jay Leno mal “live” zu sehen”) genossen, steht jetzt noch dass allabentliche an: die Einträge…

So geht ein (doppelter) Tag auf 2 Kontinenten, auf 2 verschieden Halbkugeln, dies- und jenseits der Datumsgrenze, im Sommer und im Winter, kurz gesagt, in zwei verschieden Welten, zu Ende…

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Dez
16

Auckland


Gemütlich 16.12. Blog 001 aufgestanden, dringend die Haare aus dem Gesicht gekratzt und los gehts! Heute ist mir das Wetter wieder hold (für den Moment!), scheint doch die Sonne! Also durch den CBD runter zum Meer (im übrigen herrscht hier Liquor Ban im ganzen CBD und so nebenbei, rauchen in welchen Räumen auch immer ist gesetzlich verboten, dafür musst immer und überall rausgehen… die zwei Sachen versuch mal bei uns durchzudrücken… was gäb das ein Geschrei!

16.12. Blog 002 Dienstag 9:30am, ich bin in der größten Stadt Neuseelands und grad mal die Hälfte der Geschäfte hat auf… wie anders im Vergleich zu z.B. Sydney… an der Marina entlang (in und um Auckland liegen mehr als 1800 private (Segel-)Boote, mehr als sonstwo in der Welt), einen Kaffee organisiert, komm ich irgendwann in den Docklands an: hier hat alles irgendwie mit Meer zu tun: viele Werften, Boote in Regalen… von hier gibts auch einen netten Blick auf eine “Touristenattraktion”: eine Brücke über den Hafen…. ganz nett, aber bei der Namensgebung kann die Brücke im Vergleich zur großen Schwester nur verlieren: “Harbour Bridge”… und wie beim Original gäbe es auch hier einen teuren und “spektakulären” Bridgeclimb…

16.12. Blog 003 Und auch der Blick auf die Skyline macht mir 2 Dinge klar: zum einen sind Wolkenkratzer nur dann wirklich beeindruckend, wenn sie Glastürme sind (und das sind hier nicht viele) oder sie architektonisch was zu bieten haben (tun sie auch nicht wirklich) und zum zweiten: entweder richtig (also Höhe und Erscheinungsbild) oder gar nicht… wollte ich doch immer große Häuser daheim… München wird nie ein Sydney und bevors dann so halb wie in Auckland aussieht, bleibt München lieber so wie’s ist… klingt so, als ob ich von Auckland enttäuscht wäre… bin ich aber nicht, nur bisher wenig begeistert…

16.12. Blog 004 Am Hafen liegen hier alle möglichen Pötte und Yachten, bei den meisten fragst dich echt, wofür? Und vor allem, wer kann sich das leisten, wennst nicht mit Drogen dealst oder im Vorgarten Öl gefunden hast? An der Marina gemütlich eine halbe Stunde in der Sonne gechillt und nachdem im CBD nicht mehr allzuviel abzugrasen ist, mich dazu durchgerungen, ganz “touristy” im “Auckland Explorer” Bus durch die Gegend zu fahren.. so komm ich zuerst auf den Bastion Point mit Lookout und kurzem Fussweg zum Mission Beach… aus der Ferne hat die Skyline von Auckland dann doch eher was…

16.12. Blog 005 16.12. Blog 006 Mit dem nächsten Bus gehts von hier über das Auckland Museum zum Mt Eden… ist zwar nur 197m hoch, heisst aber trotzdem Berg. Gigantischer Blick über die Stadt und das Umland, von hier oben sieht man eindrucksvoll, wie schmal Neuseeland an dieser Stelle wirklich ist… Hier oben findet sich eine Metallplatte mit Entfernungsangaben… nach Berlin seiens von hier 18000km, mein GPS mein mehr als 20000km… ist ja auch wurscht, es ist auf der anderen Seite der Welt… genauso gut kann man in den Krater gucken, ist der Mt Eden doch ein ruhender Vulkan…

16.12. Blog 007 Nachdem der Bus dann später auch am Kiwi -
kaum
zu sehen
Zoo hält, hab ich aus dem Nichts und völlig spontan entschieden, den Auckland Zoo zu besuchen… vor allem, mir den neuseeländischen Namensgeber, den Kiwi anzuschauen… Der Zoo an und für sich ist schön, präsentiert aber wie die meistens Zoos wenige einheimische Tiere… aber eben doch einen Kiwi… es hat geschlagene 15min fast bewegungslosen Stehens gekostet, bis ich den nachtaktiven Vogel im abgedunkelten und in Rotlicht getauchtes Gehege gefunden habe… ein kaum zu sehender Ball aus Federn der in den Blättern stochert… wie der jemals gefunden worden ist… immerhin, ich hab ihn gesehen (bevor er ausgestorben ist)…

16.12. Blog 008 Dem Museum von Auckland einen Besuch abgestattet… hier finden sich von alten Kleidern und Möbelstück der ersten Siedler bis hin zu alten Maori-Gegenständen, Booten und Häusern alles aus dem Indo-Pazifischen Raum… und eine Ausstellung, wo den Gefallenen des 1. Weltkrieges gedacht wird… dem einen mags auf den Keks gehen, der andere mags super finden… ich finds nicht verkehrt… auf jedenfall denken die Menschen hier auch noch fast hundert Jahre später an ihre Soldaten… und wir? ein müder Abklatsch… und beileibe, nicht jeder deutsche Soldat war ein Nazi… wie viele 16jährige sind 1945 völlig unbedarft (und unnötig) noch in den letzten Tagen in Berlin gefallen? Hier (und in Australien) hat man das (in meinen Augen ideale) Mittelmass zwischen beinahe schon verstecken in Deutschland und masslosem übertreiben und ausuferndem Heldentum wie in den USA gefunden: hier werden Namen Gesichter gegeben und die Geschichten von Menschen erzählt…

Von hier mit dem vorletzten Auckland Explorer zurück zum CBD, es zieht wieder zu, zwischendrin der eine oder andere Schauer… egal! Ich hatte  (m)einen schönen Tag… kurz was Futtern, zurück im Hostel Wäsche waschen, duschen und die letzten beiden Tage tippen…

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Dez
15

Am anderen Ende der Welt


Pünktlich 15.12. Blog 001 um halb 7 raus, noch schnell einen Kaffee organisiert und auf zum Airport mit dem Shuttle, die letzten $’s auf der Telefonkarte vertelefoniert… der Airport selber ist so irgendwie gar nicht das, was man in einer solchen Metropole erwartet… ellenlange Schlange beim Einchecken, nach über 50min halt ich endlich mein Ticket in der Hand… jetzt wieder “auswandern” und auf zum Gate… typisch australisch, liegt Gate 56 nicht neben 55 und 57 sondern direkt neben 63… nochmal kurz ins Netz, emails checken und dann auf zum verspäteten Boarding.

15.12. Blog 002 Endlich im Flieger find ich die Informationspolitik des Flightdecks richtig klasse, du wirst über jede Minute Verspätung mit Grund informiert… und da ist er wieder, der “kleine” Flughafen: ein “manpower” Problem beim Einladen des Gepäcks… um 12:28 local (statt 11:30) hebt  die Boeing 767-300 (diesmal mit nagelneuem Entertainment-System) ab und ich verlasse australischen Boden… auf nach New Zealand!

Ein entspannter Flug über 2 1/2h… reicht gerade, um Hellboy II zuende zugucken… so gerne ich auch immer noch fliege, nach dem 6ten Flug in 4 Wochen wirds langsam zur Routine, zumals ja wirklich nur ein kurzer Flug ist…

15.12. Blog 006 Kurz vor 5pm local nach guten 2000km angekommen… am ersten Eindruck von vor 4 Wochen hats sich nix geändert… ein Provinzflughafen in der grössten Stadt Neuseelands… die größte Duty Free Zone Neuseelands ist so groß wie 2 Shops in München und verschwindet im Vergleich zu Dubai oder HongKong im Nichts… nach dem Interview mit dem “Immigration Officer” Rucksack holen. Das muss man dem Flughafen lassen: die sind schon auf dem Band! Weiter zu “Customs & Biosecurity”. Meine “hiking boots” werden genau unter die Lupe genommen und bekommen dann auch eine “Aufenthaltsgenehmigung” in Form eines gelben Klebestreifens…

15.12. Blog 004 Draussen auf neuseeländischem Boden ist das Wetter mau: Auckland hat wohl 245 Sonnentage im Jahr, das ist keiner davon… mit der billigsten Variante, dem Flughafenbus in die Stadt. Beim Ticket wird hier zwischen Adult und Student&Backpacker unterschieden… hmm, mal sehen, ok, 2 Rucksäcke dabei, das ist eindeutig… Jetzt bin ich also am anderen Ende der Welt. More than 20000km away from home… genau 12h Zeitverschiebung, einen halben Tag vorneweg… wenn ich jetzt ein senkrechtes Loch bohren würde, käm ich in Südspanien wieder raus… (übrigens einer der ganz wenigen Punkte, wo man dabei tatsächlich auf Land trifft).

15.12. Blog 005 In der Stadt und am Hostel angekommen, einchecken und noch kurz 3 Schritte durch die Stadt gemacht: knappe 1,5 Mio Einwohner (in ganz NZ leben gute 4 Mio Menschen!)… von der Stadtgröße ist Auckland also mit München vergleichbar… 2 Unterschiede: die Häuser in München sind nicht so hoch (ohnehin, im Vergleich mit Melbourne, Sydney oder Brisbane eher “niedlich” denn hoch) und kaum zu glauben, um 7pm werden die Bordsteine hochgeklappt! Und dann, guess what? Es regnet… aber das schockt mich nun nicht mehr…

Statt dessen gönn ich mir die Zeit, den Tip der beiden Flieger aus Sydney zu verfolgen: wo sollte ich in der Dunkelheit in San Francisco mich lieber nicht blicken lassen und wo auch bei Tag vorsichtig sein… Tenderloin steht auch im Netz ganz oben auf der Liste… und wo steht mein Hostel? Konservativ betrachtet, am Südrand von Tenderloin, realistisch betrachtet mitten im unteren Drittel! Also muss Plan B her! Umbuchen für
San Francisco
Hostel canceln und was anderes buchen: Jetzt gibts am Ende der Reise noch ein wenig Luxus: ein KingSize Bett für mich ganz alleine im ***-Hotel… und witzigerweise war Wil Anfang des Jahres eben in genau diesem und hat nur Gutes erzählt… über Expedia werd ich fündig, ist sogar noch billiger als übers Hotel direkt und vor allen Dingen noch frei… zwar 3x so teuer, aber das geht vor… und der Typ von der Rezeption (der lockerst in der Defence beim American Football spielen könnte) sagt ganz trocken zu der Chose: “Ah man, i’ve been there it’s not THAT bad!” Da wusste ich, dass das die richtige Entscheidung war…

Am Ende noch ein gemütliches Bierchen und und dann in die Falle…

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Nov
18

Down under


Kaum Flug 038gelandet, doch aus gutem Grund das Handy-Roaming genutzt… Noch schnell am (im Vergleich zu Hongkong absolut provinziell wirkenden) Flughafen einen 1-Stunden-Zugang zum WiFi für 9,95 NZ$ gekauft… da ich im Netz gelesen hab, dass es am Hauptbahnhof Sydney keine Gepäckschliessfächer aber eine Firma um die Ecke mit selbigen gibt und ich vergessen habe, die Adresse aufzuschreiben, muss ich das wohl machen, damit ich die 6h bis der Bus in Sydney abfährt, entspannt angehen kann…

Dann zackig zu Flug NZ119, eine 777-200ER, boarding und mich mit meiner Nachbarin, einer älteren australischen Dame ganz nett unterhalten… bin ich froh, dass ich Zettel und Stift fürs Reisetagebuch immer am Mann hab, hätte ich doch sonst schon längst den Überblick über die Tage und die zeitliche Abfolge verloren. Bei 3 Zeitzonen in 24h auch kein Wunder… Jetlag hab ich dank “Gewöhnungseffekt” durch Intensiv-Schichtdienst keinen. aber was sicher noch ne Spur härter ist, ist der Schichtdienst in diversen Zeitzonen der Piloten / Crew… kein Wunder, dass in der Fliegerei alles nach UTC-Zeit geht… Der Tagesrucksack darf heute ausnahmsweise nicht zu meinen Füßen liegen… der Stewart nimmt mir den ab, verstaut Ihn oben…  12:55 local time hebt die Boeing mit knapp 300t Startgewicht ab… fürs tracking und die Reiseroutenanzeige (kommt alles noch) gehts GPS leider in dem Flieger nicht, der ist wohl so stabil, dass keine Satellitensignale durchkommen. Nach dem Start lass ich mir den Rucksack wiedergeben, solang der Akku hält die Einträge fertigmachen, stell dabei fest, dass mittlerweile die WLAN Karte arg gelitten hat und krumm ist… hoffentlich geht die noch (kann das ja logischerweise grad im Flieger nicht testen)

Flug 042 Dann gibts die Immigration-Fragebögen und erneut der Hinweis, dass die australischen Behörden da keinen Spass verstehen… also alles wahrheitsgemäss ausgefüllt: ja ich hab Medikamente dabei… mal sehn, ob das mit Arztausweis glatt geht… ja, meine Sachen sind mehr als 900 AU$ wert (was immer das bedeuten soll)… bin ja auf den Zoll mal gespannt… und dann gibts zum Mittagessen einen neuseeländisches Chardonnay dazu, witzigerweise fragt mich der Stewart nicht, was ich trinken möchte, sondern fragt ob ich einen Wein will… und dann bekomm ich nicht nur das volle Glas, sondern noch eine volle Flasche dazu, ungefragt… entweder ich schau so versoffen aus oder die Neuseeländer sind so versoffen… oder beides… egal, schmecken tuts, der Rest der Reise kann entspant angegangen werden…

Downunder! Angeschickert vom 2ten Glas Wein brauchts jetzt erstmal einen Kaffee… und kaum hab ich den in der Hand, kommt der Jetstream… mit Luftlöchern und dem ganzen Spaß! That’s what I like… that’s what I paid for! Nur mit nem vollen heissen Kaffee in der Hand ist das blöde… Um 14:05 bin ich da: Downunder! Immigration (gibt ja doch einen Stempel in den Pass!), baggage claim und dann vor der Quarantine kurzes Interview mit dem Zoll… nach 30sec ist (da für den Eigengebrauch) alles vorbei und gut… Den nächsten ATM nach Geld gefragt und noch schnell eine Telefonkarte gekauft (wer mag und nachts nicht schlafen kann (wahlweise auch abends oder morgens (Australien ist 10h vor)), kann mich für 10 Cent / min (www.billiger-telefonieren.de spuckt die jeweils aktuell günstigsten Vorwahlen aus) unter +61450021666 erreichen).

Sydney 002 Mit der Ubahn zum Hauptbahnhof, das Greyhound-Terminal suchen, und dann um die Ecke für 7$ den großen Rucksack unterstellen… gemütlich ne gute Stunde durch die Stadt getigert… ist schon witzig, kaum bleibst mal 2min stehen, um in Ruhe eine SMS zu schreiben, wirst schon gefragt: “Hey mate, you got lost?”… würd Dir in Deutschland nicht passieren…. vom ersten Eindruck ist Sydney eine gekonnte Mischung aus echter Großstadt wie Hongkong und einer “Kleinstadt” wie München… Da meine Uhren nun alle eine andere Uhrzeit anzeigen, erstmal beim Wasser kaufen nach der richtigen Zeit fragen, um auch ganz auf Nummer sicher zu gehen…

Nachdems nun ein wenig zu tröpfeln anfängt, setz ich mich in den Laden, wo mein großer Rucksack auch steht und schreib das Blog soweit fertig… und ja, die WLAN Karte geht auch krumm noch… echte chinesische Wertarbeit eben! Nun “nur” noch 12h Busfahrt, dann bin ich schon weiter südlich in Melbourne…

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Nov
17

Onwards


Nach dem Aufstehen um 09:00 den Kleinkram eingepackt, Anfängerfehler: Flug
nicht bestätigt!
und dann fällt mir siedendheiss ein, dass ich doch tatsächlich meinen Flug heute abend noch gar nicht bestätigt habe.. .was für ein Anfängerfehler… Also runter in den 6ten Stock an die “Rezeption”, Gepäck deponieren, hier kurz im Netz nach dem Flug schauen… passt alles, Gott sei Dank. Auf gehts, Kaffee und Frühstück organisieren… da ich keine Lust auf Nudeln hab, gibts Rührei bei McDonalds… noch schnell die fehlenden HK$ fürs Guesthouse abgehoben und dann nochmal zur Waterfront.

Genau der richtige Platz, um ohne Kamera ein wenig die Aussicht zu geniessen und ein paar Gedanken nachzuhängen. Man merkt deutlich, dass heute Montag ist und auf Hongkong Island wieder Geschäfte gemacht werden… die Helis landen im 5min Takt. Bevors weiter geht, noch ein bischen im Kowloon-Park um die Ecke spazieren gehen, dann nach dem auschecken mit der Subway erst nach Central, um dann hier mit dem Airportexpress weiterzufahren… Leck mich an die Füsse, sind das Dimensionen hier… in der unterirdischen Kleinstadt brauch ich mehr als 15min Fußmarsch (durch riesige Hallen und endlose “Förderbänder”) zum Umsteigen…

Flug 025 Am Flughafen angekommen im dortigen freien WLAN den gestrigen Tag hochgeladen und auf den CheckIn gewartet, dabei mit einem anderen Deutschen gequatscht, der sich auf 5Wochen Tour durch Neuseeland aufmacht… so wurde die Zeit bis zum Boarding nicht allzulang… Heut seh ich auch mehr vom Flughafen, da deutlich mehr Zeit als bei der Ankunft: groß ist er, nicht so grindig wie der (eigentlich neue) in Bangkok, nicht so crowded wie in Dubai… letztlich entspannt und ofensichtlich auf deutlichen Passagierzuwachs geplant…

Am Ende auf meinem Platz angekommen, bleibt der rechts neben mir frei… Nach fast 20min in der Warteschlange an der Startbahn hebt die Boeing 747-300 um 19:56 nach 2,4km mit 336km/h ab… dank freiem Platz neben mir heissts Beine ausstrecken ;) und das, obwohl die Beinfreiheit echt nicht schlecht ist… dafür ist dann das Essen nicht so gut wie bei der Lufthansa, und ich sitz direkt neben der Bordküche… das wird alles ein wenig lauter heute nacht werden… das erste Bier gibts nach 1500 geflogenen km, ein echt neuseeländisches Steinlager… schmeckt wie Hustensaft mit Kohlensäure…. aber der verwöhnte Gaumen wird sich sicher auch daran gewöhnen, vor allem, da es ja um Bier geht…

Das Inflightentertainment ist von der Auswahl super, Touchscreens gibts keine, dafür die alte Fernbedienung mit Kabel. Gut dass die meine schon bessere Tage gesehen hat, nach jeweils 3 bis 7mal Drücken auf die jeweiige Taste gehts dann auch soweit… Wall-E (nett aber kontraproduktiv), Tropical Thunder (wird mal gnadenlos vershclafen weil schlecht) und am Ende X-Files II (auch nicht der Brüller).

Zwischendrin zeigt mir mein GPS nicht mehr, wie weit es bis nach Hause ist, auf nur 4 Stellen lassen sich 10000km eben nicht mehr darstellen…. dass lass ich mich mal eben irgendwo zwischen China und Australien auf der Zunge zergehen: mehr als 10000km von daheim! Genial erschreckend, erschreckend genial… könnte mir Vorstellen, dass solche Entfernungen eventuell sporadisch auftretendes Heimweh dadurch gegebenenfalls anders gestaltet wird…

Flug 026 Irgendwann zeigt sich ein Silberstreif am Horizont, wieder ein Flug in den Sonnenaufgang… klasse! Landschaftlich ein schöner Anflug auf Auckland! Neuseeland ist wirklich Mittelerde… und nachdem das nur ein “glimpse” war, mal sehen, was Auckland in knappen 4 Wochen so hermacht… NZ scheint mal eine eigene Reise wert zu sein! Mit der Landung um 10:56 local time in Auckland bin ich am entferntesten Punkt meiner Reise angekommen… alles andere führt mich wieder näher nach Hause (oder zumindest nicht weiter weg)… REM haben mit “the end of the world as we know it” sicher was anderes gemeint, und eine Scheibe ist die Erde auch nicht, sonst wär ich spätestens jetzt den großen Wasserfall runtergesegelt… Nach ~9300 Flugkilometern bin ich jetzt 18177km Luftlinie von München weg…

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