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In den Blauen Bergen wandern wir…
Kurze Nacht dank sich streitendem arabischen Pärchen bis in die Puppen… Have you
seen
my conditioner?"und dann kommt die Kleine um sage und schreibe 5.45am auf die Idee, Haare waschen zu müssen… ganz klar: wildes Gekrusche in allen möglichen Tüten und dann wird erstmal der Kerl angepampt, weil sie ihren Conditioner nicht findet… da schoss mir ein politisch völlig unkorrekter Gedanke durch den Kopf… anyway
Also bin auch ich um 6 aufgestanden, n bischen surfen, den besten Freund anrufen und dann zur “Woollies-Metro” Ecke Park und George… Tja, und wo ist die “Woollies-Metro”? Nicht wie gedacht, die Metro nach Wollogong, sondern die Townhall Station genau da wo Woolworth ist… da konnten mir freundlicherweise ein paar Roadworker weiterhelfen, die wussten dann auch gleich, dass ich um 8 abgeholt werde… kleine Weltstadt… und trotz Regens, man glaubt es kaum (ja, ich musste erst suchen!), kann der Himmel über Sydney auch Blau sein…
Um 8 Hop auf den Bus und los gehts… zuerst Besuch der olympischen Stätten Sydneys… groß… und mit einem Bahnhof versehen, der zusammen mit den eingesetzten Bussen eine Kapazität von sage und schreibe 300.000 Menschen pro Stunde hat (in beide Richtungen!)! Danach gehts weiter, aus dem Umland von Sydney in die “Blue Mountains”… Abstecher in den Nationalpark nach Glenbrook… ein gum-tree rainforest… über eine Furt und ein kleines und steiles (aber geteertes) Sträßchen zu einer großen Wiesenfläche… fast 3 1/2 Wochen hats gedauert! Da sind sie, meine ersten Kängurus aus der Nähe (und nicht aus er Ferne wie an der Great Ocean Road)… lassen sich beim äsen kaum von uns stören… und dann das Übliche bei solchen Touren: nach 15 minütigen Fotostop alle wieder hophop auf in den Bus…
Am Horizont zeichnet sich kurz ganz klein die Skyline von Sydney ab… Stopp irgendwo am Highway in einem Dörfchen im Nirgendwo: Lunch. Die örtliche Feuerwehr hängt für mögliche Buschbrände (heute medium (trotz des vielen Regens) auf einer Skala von 1 bis 5) ein Plakat aus: “Be prepared to stay or go!”… eben wieder ein Beispiel für den unglaublichen Pragmatismus, der hier herrscht…
Immerhin, irgendwer, der in den letzten Tagen mitgelesen hat, muss was gemacht haben: die Sonne scheint! Auf zu den “Wentworth Falls”… praktischerweise heißt die zugehörige “Stadt” genauso… tiefer Blick in eines der 7 Täler der Blue Mountains… mit einem Wasserfall (dank Regens in den letzten Tagen macht der auch was her!)… Durch den steifen Wind der hier weht, blästs das fallende Wasser wieder hoch und zerstäubts fein… mit einem Regenbogen zur Folge…
Danach gehts noch ein bischen weiter nach Katoomba, die “Furby Steps” insgesamt über 400m runter… Guide Jim kommt nicht mit, bei seiner Körperfülle auch kein Wunder, hat er beim letzten “easy walk” schon geschnauft wie eine Dampflok… während der vielen Treppen abwärts gibts einige kleine Wasserfälle am Rande und einen großen: die “Victoria-Falls" inclusive Blick auf die
“Three Sisters”. Ebenfalls von den aboriginal people “vergöttert”, sind sie im Vergleich zu Uluru bei weitem nicht so “touching”… ist aber auch ein gemeiner Vergleich, mit Ayers Rock kann eigentlich nichts dergleichen wirklich mithalten. Nichtsdestotrotz ein fantastischer Blick bei schönem Wetter über ein weiteres der Täler der Blue Mountains! Und statt den ganzen Weg wieder zurück (und v.a. wieder hoch) zu gehen, gehts mit der “Scenic Railway” wieder hoch: die Railway steht hier, weil im senkrechten Fels hier mal Kohle abgebaut worden ist, was an einigen Stellen auch noch in einer “Ausstellung” zu betrachten ist… und hier ist alles noch so “natürlich”, dass pures Trinkwasser aus den Felsen kommt… perfekt, Flasche ist eh gerade leer… und gekühlt ists auch noch… “water… presented by mother nature”…
A
nyway, hoch mit uns über die Railway, die die steilste der Welt ist! 52° oder sage und schreibe 128% Steigung! Das sind 1,28m Strecke bei 1m Höhenunterschied! Scenic World schliesst auch gleich mal die Verantwortung für den Tod als Komplikation aus… Leck mich am Arsch, in dem Moment wo du denkst, es kann nicht mehr steiler werden, wirds das! Und dann gehts gefühlt fast senkrecht durch einen Tunnel nach oben… Überaschenderweise heissts jetzt “back home”… häh? kurz nach 2pm, 2h Fahrt nach Sydney, jetzt schon heim? ‘S gibt doch noch einen Lookout direkt über den Three Sisters… n bischen beim Guide rumgenölt und siehe da, ja ok, zwar nicht der, aber ich zeig Euch einen anderen Lookout… siehste, geht doch…
Pustekuchen! Nix mit Lookout! Heim nach Sydney fährt der Gute! Unterwegs gibts einen Abstecher auf eine der ältesten Brücken (und auch eine der ältesten Straßen) Australiens, 1833 gebaut und bis in die 1970er Jahre einzige Verbindung zwischen Sydney und Katoomba! By the way: die Spritpreise hier würden jedem deutschen Autofahrer die Tränen in die Augen treiben: nur knapp über 1$ der Liter, also umgerechnet beim derzeitigen Kurs ungefähr 50 Cent! Weiter über den Highway, überqueren wir den “Nepean River”… auch wenn noch alles sehr wenig urban aussieht, das ist die offizielle “Landkreisgrenze” gewesen… wir sind wieder in Sydney…
In Sydney angekommen, hat Jim ein schlechtes Gewissen, sind wir doch zu früh zurück… hm, was soll ich sagen… also schüttelt er sich pro forma eine “Stadtführung” aus dem Ärmel… inclusive einer Durchfahrt durch das Casino-Parkaus (zur Belustigung unseres Guides)… Ich lass mich wieder an der Ecke George und Park absetzen (dann fällt mir auf: haben die jetzt meine CreditCard belastet? Wollte niemand die 50$ von mir sehen)…
Nachdem
das Wetter auch in Sydney noch klasse ist, gehts zu Fuss gleich mal zum Darling Harbour um die Ecke (unterwegs auf einen Party-Bus gestossen, das Pendant zur Party-Tram in München): echtes Kontrastprogramm zu gestern! Vom Harbour durch den CDB zum Circular Quay… unterwegs die Skyskraper im Gegenlicht, mit sich spiegelnder Sonne oder mit den Reflexionen der Nachbargebäude… genauso geil wie in HongKong! Und dann ist sie da, die Oper! Ja! Jetzt sieht sie genauso aus wie auf den Postkarten! Strahlend weiß! Einfach nur imposant… unglaublich, was Sonnenschein aus einem grauen Gebäude mit ein paar Fliesen auf dem Dach machen kann!! Warum nicht gleich so…
Über “The Rocks” nochmal auf die Harbour Bridge, beim Ablegen eines riesigen Ocenaliners vor der Oper zugesehen: imposante Größe: deutlich größer als das Opera House. Diesmal die harbour Bridge bis zum anderen Ende zu Fuß passiert… im nachlassenden Sonnenlicht um kurz nach 7pm wieder runter in den Löwenbräu-Biergarten in “The Rocks”, ein “anständiges“ Bierchen trinken… nirgendwo ein Plätzchen frei, also einfach mal angequatscht und siehe da, sogar ein deutsches Pärchen… auch wenn jetzt Löwenbräu nicht mein Lieblingsbier ist, in der Sonne in Sydney auf anderen Seite der Welt schmeckts richtig gut. Die Blasmusik müsst jetzt nicht unbedingt “Wish You a Merry Christmas” spielen… anyway… das Pärchen stellt sich als wirklich nett heraus, und ich habs diesen Urlaub einfach mit der fliegenden Zunft…
Nach dem Sonnenuntergang gehen wir gemeinsam zum Circular Quay, die Oper im Dunklen angeleuchtet… hat was! Hinter dem Hügel links neben der Oper geht ein riesiger, gelber Vollmond auf! Ein Mondaufgang, den ich so schon lange nicht mehr gesehen habe… eine riesige gelbe Scheibe am Horizont! Das werden gerade echte Neid-Fotos: das Opera House mit Vollmond daneben! Entschädigt definitiv für 3 Tage Regen! Aber es kommt noch besser! Wer und warum auch immer, neben der Opera wird ein Feuerwerk abgebrannt: der absolute Hammer! Sprachlos! Fertig aus!
Danach ziehen wir (immer noch vom gerade gesehenen beeindruckt) weiter um den Quay direkt zur Oper und einmal um das nächtlich erleuchtete Opera House herum… dabei fällt ein sich zügig bewegendes Licht am Nachthimmel auf… und der Pilot unter uns sagt ganz klar, das ist kein Flugzeug… damit bleibt bei der Größe und Geschwindigkeit nur noch ein Satellit oder die ISS… danach gibts nicht nur ein gemütliches Bierchen am Quay… nach einem echt schönen Abend zu dritt (und ausgetauschten Emailadressen) gegen 2am zu Fuß zurück, Taxi ist für uns 3 keins zu kriegen, ist grad “rush hour”… klar, Samstag abend, da wird weggegangen! Witzig, wo überall in den Wolkenkratzern auf einmal Clubs auftauchen. Auch in Sydney wird sich beim Weggehen bis zum Anschlag (und leider manchmal offensichtlich auch ein wenig unvorteilhaft) aufgebrezelt.
Zurück im Hostel schnell das (handschriftliche) Reisetagebuch fertiggemacht, die vielen Fotos und den Eintrag gibts erst morgen oder so.. ich bin jetzt müde… aber: Was für ein Tag! Das waren 3 Tage auf einmal! Einmalig, das Feuerwerk mit Vollmond über der Oper! Wenn jetzt morgen auch noch schönes Wetter sein sollte, macht mir Sydney den Abschied aus Australien unerwartet schwer!
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Australien, Blue Mountains, Nationalpark, Regen, Skyline, Sonne, Sydney
Kategorie:
Sydney und Australien und Nationalpark
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