Gestern Abend noch mit dem einen oder andern daheim gesprochen und mal die Finanzen gecheckt… heute früh kurzer Fußmarsch und rein in den Greyhound. Einladung zur StrandpartyAuf gehts zum 4 Stunden Hüpfer bei 3 Stunden Fahrt, schlappe 174km… Brisbane im Rücken, wäre heute Abend in Byron Bay eine kleine Strandparty mit an beiden Händen verlesenen Freunden eine mit Sicherheit ganz gechillte Sache… also: vorbeikommen, gute Laune mitbringen, Bier organisier ich
Die Fahrt geht aus Brisbane an die Gold Coast, durch Surfers Paradise, eher ein Mallorca-Verschnitt mit Hotel-Burgen (die dann auch noch “The Mediterranean” heissen) und am Ende weiter durch die USA: ist schon witzig, wo ich auf meiner Reise überall lande (auf dem Weg nach Melbourne ja schon in Liverpool gewesen)… gehts gerade durch Miami und Palm Beach… und weiter in die dunklen Wolken und den Regen… mit dem die locals hier deutlich stoischer umgehen als das in D der Fall ist… ein verschlafenes Nest nach dem Anderen, manchmal irgendwie auch gar nicht voneinander abzugrenzen… ist schon abgefahren, was hier so alles als CBD oder Transit Centre bezeichnet wird… zwischendrin passierts immer wieder mal: mittlerweile schon fast ein Reflex, im Bus sitzen = schlafen…
Mittags in Byron Bay angekommen, im Hostel eingecheckt, kurz einkaufen und dann beachwear eingepackt und rüber an den Strand… Boah, Alta! Ist das Wasser hier kalt! statt 29° auf guten 30m wie in Cairns und dem Rest der Coral Sea hats hier ganz offiziell gerade mal 22°… da ist aber nicht allzulange Baden angesagt… ja ich weiss, Weichei, Schattenparker und so… nebenbei weht eine steife Brise, die Sonne hängt hinter Wolken, so wirklich warm wirds nicht… aber wenn sie denn mal kurz durchkommt, dann brennt sie gewaltig runter.
Ausgedehnter Strandspaziergang, Sand, Wind, Meer… einfach chillen, geniessen und Gedanken ihren Weg finden lassen… Blick aufs Lighthouse, mittlerweile hat sich die Vegetation im Vergleich zum fast 2000km entfernten Cairns dann doch gewandelt, aber hinterm Strand ist es auch hier grün… den Wellen beim Brechen und den Möwen beim grazilen Umgang mit dem Wind zugesehn… ganz schöne Riptide hier, zieht die doch ganz gewaltig an den Füssen, die Unterströmung… langsam zurück zum Hostel, Byron Bay ist grössentechnisch zwar eigentlich ein verschlafenes Nest, hat der Tourismus (und Weihnachten) hier aber schon deutlich Einzug gehalten… nochmal Wasser für den Marsch morgen “früh” holen… einer der “Mitbewohner” überlegt sich, morgen auch für den Sunrise früh aufzustehen und mitzukommen… die andern beiden, zwei australische Schönlinge (nein, da schwingt kein Neid mit), sind eher komisch drauf… witzigerweise hat Grace (die Schwester aus Sydney) auf Fraser genau über solche Jungs mit dem Kreuz des Südens auf der Brust vom feinsten abgelästert… anyway, mir ists wurscht und ist ja nur für eine Nacht! Bin mal gespannt, ob das was wird morgen und das Wetter mitspielt…
Entspannt erstmal ein wenig aufs Ohr gehauen… auch wenn ich wegen der Zeitumstellung (schon wieder!) eine Stunde gewonnen hab, bin ich ganz schön k.o.. Mal sehen, was der Abend noch so bringt, im Zweifel früh ins Bett gehen, wenn der Wecker für die Nachtwanderung um 4.45am geht…
Nach einem thunderstorm gestern abend ”sorry mate, wrong shoes”(dabei bleibts trotzdem warm, höchstens 1 oder 2 Grade die das Thermometer fällt) wieder über die South-Bank an der Waterfont entlang Richtung Innenstadt gezogen… irgendwann meldet sich Nadia, gibt mir eine Adresse im “valley”, der Ausgehmeile hier… und dann kams genauso wie ich befürchtet hatte… erst wollte der Türsteher meine ID sehen (gut, damit hatte ich nicht gerechnet, aber vielleicht gilt ja die Formel: frisch rasiert = 15 Jahre jünger?) und dann: “sorry mate, wrong shoes!”… Mensch, wird sich hier bis zum Anschlag aufgebrezelt, wennst weggehst… das ist ja noch schlimmer als daheim… aber das sei den Jungs (vor allem denen, so wie die Mädels hier weggehen) und Mädels hier auch gegönnt, hab ehrlich gesagt auch kein Problem damit (und mich auch nicht gewundert), mit Trekkingschuhen da nicht reinzukommen, bin ich doch fürs hiken und nicht fürs clubben hier… beschliesse mit Nadia, dass wir morgen einfach einen Kaffee trinken gehen… also wieder kreuz und quer durch die Stadt zurück zum Hostel, nebenbei kommt mir ein neugieriges kleines Opossum (?) unter… und nachdem ich quasi zufällig über einen Liquor-Store falle, gibts dann doch noch was zu trinken… und dann gemütlich um 12 oder 1 ins Bettchen…
Um kurz vor 9am von allein aufgewacht… mal so richtig ausgeschlafen an einem Sonntag, der nebenbei noch der 2te Advent sein soll… wer auch immer heute mitten in der Nacht angerufen hat, ich habs nicht gehört… kurz emails checken… und Frühstück auf dem Dach des Hostels mit Blick auf die Skyline… gucken, wann der letzte Bus auf den Mt Coot-tha (die australische Namensgebung ist mir nach wie vor ein Rätsel!) fährt…
Dann gemütlich in die City gezogen, Richtung “botanic garden”… tropisches Grün, wie nicht anders zu erwarten. Diebstahlgesicherte Pflanzen dank DNA-Sequenzierung und der Blick über den Brisbane River (wieder mal australisch pragmatisch simpel die Namensgebung)… dann mit Nadia zum geplanten Kaffee & Frühstück im Westend getroffen… für den Weg dahin erstmal ins Taxi gestiegen, sinds doch n paar Meter… dauerte erstmal 10$ bis der Fahrer überhaupt wußte, wo es hingehen sollte… und das lag sicher nicht an mir, hab ichs ihm doch “schriftlich” gegeben). Dank Navi geht auch dass dann und ganz anders als in D wird jetzt bis zum Ziel das Taxameter ausgemacht… 10 Bucks und fertig. Danach gemeinsam die Southbank entlangspaziert, na klar, auch hier gibts eine Laguna… ein anderer Blick auf die Stadt, endlich kein Weihnachtsrummel (der passt hier immer noch nicht her)… über Gott und die Welt gequatscht… ob das Arzt-sein in AUS wirklich so erstrebenswert ist? Nochmal Examen machen? Ich weiss ja nicht…
Auf dem Weg rüber zum CBD erstmal von einem mehr oder weniger zwielichten Kerl um eine Kippe angeschnorrt worden und dann von eben jenem vor Schnorrern in der Gegend gewarnt worden… äh, wie jetz??? Von der Southbank mit der “City Cat” für umme dank defektem Automaten (“Don’t worry, it’s not working”) über den Brisbane River übergesetzt, ATM bezüglich Geld konsultieren und auf den 471er Bus zum Mt. Coot-tha warten… der tägliche Tropenschauer findet (fürs Erste) während der Busfahrt statt…
Oben angekommen, gibts dann den Blick aufs “Greater Brisbane”… und ich weiss jetzt, warum der name so “komisch” ist: heisst doch so der Honig einer (stachellosen) Biene, den die aboriginal people hier regelmässig gesammelt haben… dann machts von einer Sekunde auf die andere (so hab ichs auch noch nicht erlebt) so richtig die Schleusen auf, setz mich auf ein genüssliches Bierchen in das dortige Restaurant… bin nicht böse, meine Jacke für alle Fälle dabeizuhaben… schon komisch, das 25° gefühlt kalt sein können… langsam verschwindet das Tageslicht, die Lichter in Brisbane gehen an… und nach dem Nightfall mit dem Taxi für “schlappe” 20$ wieder runter, die tägliche Routine ruft: ab ins Netz und dann (schon wieder) Sachen zusammenpacken, morgen früh gehts nach Byron Bay, dem östlichsten Punkt des Kontinents (und schon in New South Wales, damit bin ich eine Stunde weiter vorne, hat NSW (im Gegensatz zum Northern Territory und Queensland) die Sommerzeit… damit bin ich wieder 10 Stunden nach dt. Zeit…
Nachdem ich die Einträge fertiggetippt hab, “gemütlich” nur ein kurzer Hüpfer über 350km…auf der Bank im Wartebereich lang gemacht und ein wenig gepennt… ein paar Teenies machen dasselbe wie bei uns: Musik übers Handy (natürlich laut) hören, dafür einfach mal den Stecker vom Cola-Automaten ziehen um das Handy wieder aufzuladen… der Bus kommt überraschend pünktlich (nur 10min zu spät) und auf gehts auf die nächste Etappe… der Sitz ist kaputt, das Sitzteil rutscht wild in der Gegend umher… und neben mir sitzt (ohne politisch unkorrekt werden zu wollen) dann auch noch so eine Wuchtbrumme… aber für den kleinen 350km Hüpfer über 4h wird das schon gehen… um kurz nach 6am in Brisbane angekommen, präsentiert sich die Skyline im beginnenden Tag… sieht ein wenig aus, als ob das hier ein “Dorf” wie München mit hohen Häusern wäre… erstmal Richtung Hostel (und wieder umgedreht, weil anfangs in die falsche Richtung gelaufen)… wie zu erwarten war, Check-In erst ab 10am… also was tun? Klar, erstmal Duschen und dann Wäsche waschen… Internet geht hier momentan nicht, “server down”… tja, wird wohl nix mit emails checken und Blog hochladen… überall dieselben Probleme…
Um kurz vor 10am endlich eingecheckt, Bettchen bezogen und Haare aus dem Gesicht gekratzt… die Augenringe sind dank Melatonin deutlich weniger sichtbar… per pedes into town… wie schon der erste Eindruck war, trotz der Wolkenkratzer find ich hier alles ein wenig verschlafen… 1,5 Mio Einwohner, eine Großstadt, das merkst spätestens wennst einen Kaffee bestellst. Der kommt auch sofort, nicht wie in den Provinznestern, wo das mal dauert (auch wenns dabei freundlich sind)… kann sich jeder überlegen, was ihm lieber ist, ich halts doch eher mit der Großstadt… deswegen ist das hier eigentlich eine ganz gelungene Mischung… ich denke, hier kann mans echt auch länger aushalten… auch der Mix zwischen alten Gebäuden und den neuen Skyscrapern ist ein interessantes Nebeneinander… und viel gebaut wird im CBD…
Die Queen Street einmal runter (quasi die Kaufinger Str. Brisbanes, nur nicht so lang)… ist absolut schräg, bei 30°einen Weihnachtsbaum stehen zu sehen, die Feuerwehrkapelle spielt “We whish you a merry christmas”…
und aus den Läden kommt dir Weihnachtsmusik entgegen… irgendwie bizarr und unreal. Auch dass dir im Vorbeigehen aus den Geschäften nicht wie daheim warme sondern kalte Luft entgegenweht… vice versa eben… btw… es sind noch 19 Nächte bis Weihnachten… und heute ist Nikolaus… ohne mich wiederholen zu wollen, aber es ist einfach verdammt schräg… überall Strassenkünstler, die z.T. wirkleich beachtliche Sachen machen… z.B. Balancieren auf zwei gegenläufigen Rollen… …
Mittags endlich ein Internetcafe gefunden und wenigstens die mails gecheckt. Nachdem ich heute Vormittag mehrfach vergeblich versucht hab, die Bush-Tour am Montag zu bestätigen, bitten die mich nun, wegen der Tour morgen (??) eine andere company anzurufen… beim Telefonat stellt sich raus, dass die Tour am Montag gecancelt wurde… jetzt kann ich die Tour ersatzlos streichen oder eine Eintagestour machen… es gibt keine Zufälle… gestern noch genölt, heute schon die Tour gecancelt… und dann liessen sich glücklicherweise alle anderen Buchungen (Greyhound und Hostels) dank australischem Telefon im Nu um 2 Tage vorziehen. Also hab ich jetzt meine Tage in Sydney, die ich wollte… 10.12 – 14.12. Sydney!
Eine hier arbeitende Kollegin wie geplant kontaktiert und kurz telefoniert… die machen heute abend einen drauf… das lass ich mir nicht zweimal sagen… also gechillt wieder gen Hostel (schnell geht bei der Hitze auch gar nicht!), auf der South Bank am Fluß entlang, von dort ein wenig Skyline gucken… zurück im Hostel, gleich die Buchung in 3 Tagen canceln und dann aufs Ohr hauen… war (dank der komischen Greyhoundfahrt) bisher anstrengend, und wenns heute abend auf Tour geht, tut ein wenig vorschlafen nicht weh… um 5pm geht dann das Netz endlich wieder, also mal kollektiv alles hochladen… (auch die Reiseroute ist jetzt bis Brisbane upgedatet!)