Gestern Abend ist noch ein Münchner (schon wieder!) in unser Dorm eingezogen. Und was machen 2 Jungs aus München abends um Zehn? Genau! Noch n Bierchen trinken! Nur dass in Hervey Bay um 10pm alle Bordsteine hochgeklappt werden… am Ende nach längerem Marsch das Schild eines Hostels (“only guests after 7pm”) ignoriert und an der Bar mit einer Holländerin und einer Östereicherin gemütlich 2 Jugs Victoria Bitter gezischt…
Heute früh raus, Sachen zusammengepackt, Kaffe organisiert. Um kurz vor 8am Pickup… einchecken an der Fähre, nur das nötigste für den heutigen Tag (Kamera, Sonnencreme und Badesachen) mitnehmen, 30min übersetzen. Erstmal durch unseren Ranger prüfen, ob auch alle da sind und keine special needs beim Essen haben political correctness mal anders (“you’re a veggie?” in AUS gehts das, überall anders wären die Leute “offended” gewesen, aber die Aussies haben ihre eigene “political corectness”). Erster Eindruck von Fraser Island. Ganz schnell security briefing für das Verhalten im Bus, gaanz wichtig: Anschnallen! Gehts doch über Sand”strassen”… kurz am Zaun, der das Resort umgibt und vor der “Wildnis” und den Dingos schützen soll halt gemacht. Aber der Zaun bringt laut Guide Hayden gar nix, sind die Jungs doch viel zu clever…
Und los geht die holperige Fahrt. Erstmal den “Rollercoaster” runter, musikalisch untermalt mit “We’re all gonna die someday!”.
Angehalten für einen kleinen Bushwalk, quer durch den tropical rainforest gehts nach 3km über einen kleinen Creek… hierdrin finden sich Aale und Catfish… auf der kleinen Brücke steht eine Skulptur einer deutschen Künstlerin aus dem Jahre 2004, trotzdem noch mit “Western Germany” belabelt… unterwegs festgestellt, dass es hier sogar (für alle Kenner des Herrn der Ringe) Ents gibt… nach weiteren 1,5km treffen wir uns wieder mit unserem Guide… und der beweist mal wieder Aussie-Humor und deponiert eine Plastikschlange am Ende des Walkingtrails…
Weiter geht der “bumpy ride” zu Lake McKenzie, einem der 40 Süsswasserseen der Insel (die im übrigen nichts anderes ist, als ein riesiger Haufen Sand, keine Erde, kein Felsen, kein Mutterboden)… hier gibts Lunch, unterm Tisch zischt ein Lizard vorbei… und dann 3 Stunden Zeit, in Lake McKenzie zu schwimmen… genauso idyllisch wie auf den Fotos, die ich schon vorher gesehen hab: klarstes Wasser (da kann selbst der Eibsee nicht mithalten), weisser Sandstrand und drumherum tropische Vegetation… das Ganze gewürzt mit strahlend blauem Himmel ohne eine einzige Wolke… so lässt es sich ziemlich genau 17500km von zuhause in der Vorweihnachtszeit ganz gut aushalten… Wünschte, der eine oder andere wäre mit hier, um das zu teilen… Das ist sicher einer der Orte, bei denen man die wahre Schönheit erst begreift, wenn man längst schon wieder zu Hause ist…
Kurz nach 4pm gehts wieder Richtung Resort zurück und dabei über die Busanlage Musik auf die Ohren: was passt in einem 4WD-Bus auf einer Sandinsel besser als Metallica’s ”Enter Sandman”? Kurz am Souvenirshop der Insel haltgemacht, bekommen unsere keys. Kurze Einweisung, wann es wo etwas zu Futtern gibt, und dann bei strahlendem Sonnenschein runter zum Pier, den ersten richtigen Sonnenuntergang angucken. Der war echt traumhaft… Postkartenmotiv! Geniale Farben… Danach noch kurz ein Bierchen und ab zum Buffet mit dem Shuttlebus der Insel, gibts doch ab 8pm nix mehr… oder eben früher… wie sich kurz darauf herausstellen sollte… naja, es hat gerade gereicht…
Die Lodge selber ist nicht das versprochen 4-Sterne Etwas, da war der Rezeptionist im Hostel wohl falsch informiert… wär für den Preis auch ein Wunder gewesen… aber mir langts dicke! Noch schnell Duschen und dann das eine oder andere weitere Bierchen unten an der Bar gegönnt… und einigermassen zeitig in die Falle, war der Tag doch anstrengend genug…
Mitten in der Nacht wieder ein Zwischenstopp im Nichts, 14 Stunden im Greyhounderstmal das Wasser, das sich in Airlie Beach versäumt habe zu kaufen hier für teures Geld gekauft… gegen 6am wachgeworden, immer noch unterwegs… der ganze Bus schläft noch, kein Zwischenstopp in Sicht… telefonieren fällt also leider aus… um 8am Fahrerwechsel, sind wir um 9am in Bundaberg (wo das Bier herkommt): “a couple of hours delayed”. Danach wieder irgendwo auf dem Highway eine 45min Pause zum (bitter nötigen) Beine vertreten…
Um 11.30 mit mehr als 2,5h Verspätung (wurscht, da ist da!) und nach 950km Fahrt (also ein “kleiner Hüpfer”) kommt der Bus in Hervey Bay an… erstmal das Hostel wg Pickup angerufen und einen Stadtplan organisiert… Hervey Bay selber ist nicht so verschlafen wie die anderen Käffer bisher… Am Hostel angekommen, eingecheckt und dabei erfahre ich, dass ich mein Gepäck gar nicht hier lassen muss, da die Tour, die ich organisiert habe, nicht in blossen Zelten auf der Insel stattfindet, sondern das das ganze ein 5 Sterne Resort ist… mit Pool und so… haa! Luxus, mit dem ich gar nicht gerechnet habe
Jetzt ists 1pm, ich wollte gerade mir ein Fahrrad ausleihen, um damit den Rest des Tages ein wenig rumzucruisen, Rezeption gerade nicht besetzt (“back in 15 mins”)… also schnell den fehlenden Rest der Einträge einhacken! Und los gehts mit dem Bike… vorher noch die Warnung ob der Helmpflicht: Die Cops fangen hier schon mit dem Schreiben des Tickets an, bevor sie dich überhaupt nach deinem Namen gefragt haben.. .also auf den Kopf mit dem sexy Teil… und dankenswerterweise noch den Tip bekommen, das heute ideales Badewetter im Meer sei: “No stingers around this time!”… also noch schnell die Badehose an und los gehts… runter zum Radweg am Strand entlang… nach 14 Stunden (fast) bewegungslosen Sitzens tut das Radeln echt gut!
Meer… Strand… Urlaub… reins ins warme Nass und erstmal ein wenig geniessen! In D ists grad bitterkalt und obendrein noch 4 Uhr nachts… und der Meißler ist endlich so richtig im Urlaub (von einem klitzekleinen Prozentchen abgesehen)… also heissts im Meer planschen und die Füsse ins Wasser halten! Danach erstmal “lufttrocknen”, bei dem Wetter auf das Handtuch verzichtet… und während ich da so im Grase stehe, sticht mich irgendein ausserirdisch aussehendes Insekt… dabei wollte ich ihm seine Beute doch gar nicht wegnehmen… erstmal ein Foto davon machen, wer weiss, ob man das nochmal braucht… und dann den Strand weiter geniessen… ein typischer Badestrand, an dem ichs nie länger als ein paar Stunden aushalte… aber schön ists trotzdem! Weiter die Esplanade runter, bei der Post mal angefragt, was denn ein Päckchen nach Hause kostet… umgedreht, den Strand andersrum langgefahren (apropos andersrum: musst dich echt erst wieder (wie in Thailand) dran gewöhnen, links zu radeln (vor allem beim Abbiegen geht da nix automatisch!))… und dann noch einen (unaufgeforderten) Weckruf nach Deutschland fabriziert…Erstmal bei Woolworth (die hiesigen Supermärkte, kein Kaufhaus wie in D) was zu trinken geholt, wieder kosten 1,25l Sprite weniger als 0,75l stilles Wasser… Irgendwann beschlossen, das Zentrum anzuschauen… aber dafür werden die Strassen zunehmend radfahrerunfreundlicher… am Ende im “Hungry Jacks”, dem Äquivalent zum BurgerKing (nur dass der hier anders heisst) kurz was gefuttert… und eigentlich ist Hervey Bay doch ein verschlafenes Nest… eine typische australische Kleinstadt eben….gemütlich zurück zum Hostel. Hier sitzen statt unserer Tauben auf den Stromleitungen halt Kakadus… beim Abgeben des Radls noch mit einer jungen Boxerhündin gekabbelt (ganz ähnlich sah unsere Alice auch aus…)… Eintrag fertigmachen, Fotos bearbeiten und dann hochladen (gegenüber im Hostel, macht meines doch den Laden um 7pm schon dicht)… ach ja, und den komischen Stich, den hab ich auch bisher überlebt… vielleicht wars ja auch nur ein Biss… auf jedenfall juckt nix, tut nix weh und nix ist pelzig… war wohl nicht klein, giftig und gemein genug das Vieh…