BackpackersBlog

Ein Reisetagebuch und mehr…

Nov
22

Sonne! Warm! Endlich!


Gestern Russians vs. ChineseAbend noch ein wenig in der bar unterm Hostel ein Bierchen trinken und Billard gespielt (auc das funktioniert hier anders, die Kugeln kleiner, ohne Zahlen, nur rot und gelb (“Russians & Chinese”)… hinter der bar steht ein “radio”, der Polizeifunk läuft und sollte der Barkeeper ein Problem bekommen, kann er die Cops anfunken… und die tauchen auch in ihren neongelben Regenmänteln zu viert in einer routinemäßigen Streife auf und verschwinden wieder… auch die australischen Trinkspielchen sind anders: “when does Beerbank start?”). Gegen 10pm ab in die Falle, muß ich doch morgen früh weiter, kalt ist es, dass Fenster geht immer noch nicht zu, gegen das Reinregnen hilft nur Gardine zuziehen… dann schlägt auch noch (wie bis jetzt auf jedem Trip einmal) das Heimweh zu, wie befürchtet machts die große Entfernung nicht wirklich besser… nachts vom Telefon geweckt worden…

Blog 22.11.  012 Heute morgen um 5am von alleine wach geworden (kaaalt!) und gleich raus, der Wecker würde eh bald klingeln… teile mir statt Airportshuttle mit einer (wie sich erst während der Fahrt herausstellt) Schweizerin das Taxi zum Flughafen (draussen regnets immer noch und hat 8°C (in Worten: ACHT VERDAMMT KALTE GRADE!)) und bin letztlich zu früh am Airport, CheckIn geht wieder ganz schnell per Pass und selber am Automaten. Nun erstmal die Zeit angenehm “vertelefonieren”… von hier starten einige Deutsche mit organisierten Touren, ein bischen Palaver und um 09:12 local hebt die 737-300 bei Regen und tiefschwarzen Wolken ab…

Blog 22.11.  013 Und nachdems jetzt ins Red Center geht, werden Bruce Chatwins “Traumpfade” beschritten…und führen zu einem latenten Schweifen der Gedanken… um 10:20 local (Alice Springs ist wie gesagt 1,5h hinter der Ostküste und damit +8,5 zu D) kommen wir nach knapp 2000km und einigen kurzen Blicken auf die Erde unter uns (der Rest ist auch in ASP unter Wolken) im “Provinz”-Flughafen Alice Springs an. Adem Flieger und zu Fuß (!) in das Flughafenterminal. Nach dem Baggage Claim mit dem Airportshuttle für 17 Bucks zum Hostel. Unterwegs alles viel zu grün wegen der “heavy rainfalls” in den letzten Tagen, z.T: so stark, dass einige Touren von hier gar nicht zu Kings Canyon auf dem Weg zu Uluru (wie Ayers Rock jetzt politisch korrekt heisst!) kamen, weil die Strassen entweder überflutet oder zu matschig waren). Einchecken, bekomme gleich eine Karte der “Stadt”… schnell avisierte emails checken und drüber freuen, und dann ein wenig die Gegend erkunden.

Blog 22.11.  001 Alice Springs selber ist eher ein verschlafenes Nest denn eine Kleinstadt, das “city centre” ist 500 mal 1000m groß… das wars… einmal vor bis zum Ende, als ersten Punkt den Stützpunkt der Flying Doctors, ist ja eigentlich ein Pflichttermin… Beeindruckender Film über Daten und fakten, u.a. gibt es von der Sorte wie in Alice Springs insgesamt 27 Stützpunkte mit insgesamt 51 Maschinen, 4 davon in Alice Springs, die Flieger sind letztlich fliegende Intensivstationen… hierbei treffe ich auf ein deutsches Pärchen aus München… selbst am anderen Ende der elt mitten im Nichts ist die Welt doch noch klein.. .das präsentierte Arbeitsumfeld habe ich erst für die Blog 22.11.  002 zur Schau Stellung eines “antiken” Arbeitsplatzes gehalten, bis wir erfahren, dass von hier gestern noch 2 Flüge organisiert wurden… am hiesigen “Flugsimulator” noch kurz getestet, ob ich so ein Ding auch runterbringen würde… ein Crash wars keiner, aber ich bleib dann lieber hinterm Cockpit… noch gemütlich mit den Beiden einen Kaffe getrunken, Nummern getauscht, sind die Zwei doch kurz vor mir in Cairns, vielleicht geht ja noch ein Bierchen am Montag abend… leider ist auf dem Rückweg durchs “Zentrum” genau das eingetreten, wofür die Flying Doctors immer wieder gebraucht werden: die lokale Feuerwehr schneidet gerade einen nach einem Verkehrsunfall aus seinem Auto… die Schaulustigen werd ich nie verstehen, auch wenn sonst in so einer provinziellen Kleinstadt nix anderes aufregendes passiert…

Blog 22.11.  004 Danach erstmal Wasser und einen neuen Block (fürs Blog) organisieren (ist der alte doch schon fast voll). Danach mach ich mich auf den Weg zur Telegrafenstation ca 5km durchs “Outback”, immer am Fluss entlang. Den es hier eigentlich gar nicht gibt! Die Regenfälle vor 2 – 3 Tagen Blog 22.11.  005sind wohl die heftigsten seit Beginn der Wetteraufzeichnung Australiens gewesen… also doch ein Jahrhundertsommer hier… nur eben im “negativen” Sinne… dafür ist hier, wo es sonst nur rot und staubig sein sollte, alles grün… von wegen “Red Center”… ein “Green Center” ist das…  Dank der Gamaschen auch keine Sorgen, mal den Weg zu verlassen, um das eine oder andere Tier aus der Nähe zu beobachten… Überall fliehen große Heuschrecken die sich an der unverhofften Nahrungsquelle gütlich tun, vor meinen Schritten… Termiten bauen neue Hügel, hat der Regen die alten doch weggewaschen…

Blog 22.11.  006 Nach guten 40 min bei 33° und einer guten Portion Sonne an der alten Telegrafenstation angekommen… auch hier wieder ein wenig Eintritt losgeworden, ist das Areal anders als vorgestellt… ich hatte ja eigentlich mit nur einem, grösseren und verfallenen Haus gerechnet… die “Stadt” ist nach dem Wasserloch vor der Telegrafenstation benannt worden. Und das ist nach der Ehefrau des ersten Telegrafenmeisters benannt worden. Witzigerweise hat seine Frau nie australischen Boden betreten. Doch statt der erwarteten Ruine erwarten mich mehrere, gut erhalten Häuser, beinahe schon ein Gutshof. Und die alten Fotos beweisen, dass hier nichts verändert wurde (bis auf den Zaun drumherum)… damals wars die einzige Verbindung von Adelaide und Darwin, tragischerweise war die erste Nachricht diejenige, dass der designierte erste Telegrafenmeister keine 10km vor dem Erreichen der Station verdurstet ist…

Blog 22.11.  008 Zurück sollte es eigentlich auf der anderen Seite des Flusses gehen, aber da ist kein rüberkommen, ist der Weg vom sonst wohl nicht vorhandenen Fluß überflutet… Blog 22.11.  007 also erstmal kurz denselben Weg wieder zurück, denk ich mir bald, da muss doch  ein rüberkommen sein… und hüpfe über vermeintlich trockene Inseln über die mehr oder weniger breiten Rinnsale… aber da wo es trocken aussieht, ist es drunter ordentlich nass… so steck ich bald bis zu den Knöcheln im Schlamm und hab nasse Füße… dafür bin ich dann (endlich auf der anderen Seite angekommen) hier ganz alleine Blog 22.11.  003 mitten im Nichts! Im nassen Sand unter mir finden sich Hufspuren, das einzige Huftier in dieser Größe dass mir einfällt, ist ein Känguru… wieder viele Heuschrecken, bunte Papageien in den Bäumen, altes (z.T. verbranntes) Gras neben dem frischen Grün, Blumen… Alice Springs wie es wohl wenige erlebt haben… Trotzdem kann man an den ganzen Steinen erahnen, warum das hier das “Red Center” ist… die Erdkruste reisst, wie man es von den kitschigen Wüstenfotos kennt, beim Trocknen auf…

Blog 22.11.  009 

Auf Blog 22.11.  010dem Weg zurück nach Alice Springs komme ich an der Brücke vorbei, von dem das deutsche Pärchen erzählt hat, dass die knietief unter Blog 22.11.  011Wasser stand: dann muss hier ein Strom auf einer Breit von 200m und einer Höhe von mehr als 3m vor nicht ganz 3 Tagen  durchgerauscht sein! kurz im Städtchen was Essen, danach noch zum Sonnenuntergang hinter den MacDonnel-Ranges auf den Hügel des “Anzac War Memorials” wo den Gefallenen diverser Kriege mit Australischer Beteiligung gedacht wird (u.a. WW II, Borneo, Korea, Vietnam). Nebenbei noch einen Blick über das beschauliche Kleinstädtchen geworfen, am Fuße des Hügels spielt die lokale Highschool-Mannschaft Australian Football…

Endlich in Australien! Wie sich die Welt doch mit nur einem Flug verändern kann… heute morgen noch gewaltig angefressen in Melbourne gehockt, sieht die Welt nun im wahrsten Sinne des Wortes ganz anders aus! Nu hab ich in 7h eigentlich das wesentliche von Alice Springs gesehen, gehts nun ins Hostel, schnell den Eintrag tippen und Sachen packen, gehts doch morgen um 5:50am weiter, noch tiefer ins Rote Nichts…

Popularity: 12%


Post Tags: , , , , , , , , ,
Kategorie: Alice Springs und Bushwalking und Red Center und Australien und Flug | Kommentare (0)

RSS-Feed der Beiträge abbonieren? Ein Klick genügt!






Nov
21

Melbourne City Stroll


Erstmal ein wenig ausgeschlafen, war auch nötig… die Koreanerin über mir hat das letzte mal um 2am und das erste mal um 6am das Telefonieren angefangen… kurz rumgenölt und wieder umgedreht, weiterpennen. Gegen 9 raus, ein “wenig”  über zigtausend km telefoniert, den Flug für morgen gecheckt, den Bustransfer zum Airport organisiert, mal den Wetterbericht für die Ostküste angeschaut, haben die doch gerade einen Thunderstorm nach dem anderen und die fiesesten Überschwemmungen seit Jahrzehnten… Hoffentlich klappt das mit dem Flug von Ayers Rock nach Cairns und der Tauchsafari Anfang nächster Woche…

Gemütlich über den Victoria Market um die Ecke geschlendert Markt auf
dem Friedhof
(der im übrigen auf dem ersten Friedhof Melbournes errichtet wurde, ca. 9000 Seelen liegen dadrunter (hab ich aber auch erst später (beim Wäsche waschen) erfahren)),  mehr als genug eingekauft… endlich mal ein Markt, wo ‘s billig ist, aber du  nicht permanent angelabert oder irgendwo reingezerrt wirst… nicht so wie auf Märkten in Asien oder einem orientalischen Basar… hier wird brav gewartet, ob und was du wilst… genauso wie am Zebrastreifen, sollte ja auch in D funktionieren, aber wer macht da schon eine Vollbremsung, wenn man jemanden am Streifen erahnt? Genauso gewöhnungsbedürftig wie beim Straße überqueren erst in die “falsche” Richtung schauen zum müssen…

Blog 21.11. 003Die Blog 21.11. 002Beute im Hostel abgeladen und dann gemütlich zu den Docklands an die Waterfront spaziert… hier gibts den etwas anderen Weihnachtsbaum: aus Bojen… sonstige Weihnachtsdeko, die Sonne kommt raus und es wird wärmer… Weihnachtsstimmung (?) mal anders… haben ja schon die ersten Siedler gesagt, die Natur und die Jahreszeiten seien beängstigend verdreht… Am “New Quay” erstmal in die Sonne gehockt und ein paar Zeilen zu Papier gebracht… Vielleicht gehts heute abend ja doch noch mal auf die Rialto-Towers für einen Blick auf Melbourne im Dunkeln… weiter gehts mit der City Circle Tram einmal rund um die Stadt auf Blog 21.11. 005die andere Seite, zum Parlament und rein nach Chinatown.  Langsam aber sicher riechts an jeder Ecke so lecker, dass jetzt auf der Stelle was zu essen her muss! Nebenbei fallen immer wieder kleine Details auf: z.B. hängt an fast jeder Ampel eine Blog 21.11. 004Gebrauchsanweisung, wann zu gehen und wann nicht zu gehen ist; warum steht auf den komplett gelben Taxen “Silver Top” drauf;  an vielen “public places” hängen Schilder mit Nummern, die bei einem Notruf bei der Polizei durchgegeben eine sofortige Lokalisierung ermöglichen sollen… manches hier erscheint unnötig oder unsinnig, andere Dinge extrem sinnvoll und nachahmenswert…

 Blog 21.11. 001 

Zurück im Hostel den Abmarsch morgen vorbereiten, das Gesicht braucht dringend eine Restauration, für 6 Bucks Wäsche waschen (klar, das völlig unüberlegt einzige weisse  in Hongkong gekaufte TShirt ist jetzt nicht mehr weiss…), nebenbei den Eintrag fertigmachen und schon mal packen… beim packen um kurz nach 5pm dann warum auch immer nochmal auf den Plan der nächsten Tage geschaut und dabei gesehen, dass die 2-Day-Red-Center-Tour lt. Buchung am 29.11. beginnt… Moment! Noch ein 2tes und ein drittes Mal hingeschaut, die Augen kurz gerieben, aber das Datum ändert sich nicht… ääh? also schnell den Rechner gepackt, runter in die Lobby und im Netz (vorher natürlich noch credit aufladen) die Nummer rausgesucht und bei denen mal angerufen… klar, Papier hat nicht gelogen, Umbuchung auf Sonntag 23.11. nicht möglich, da startet gar keine Tour… was für ein Ärger! und das mir, Mr.-ich-hab-alles-von-GANZ-langer-Hand-geplant! Erinnert mich an einen vergeblichen Kino-Besuch vor 2 Jahren, wo ich die Karten für einen Tag später reserviert (und sogar gekauft?) hab… also die Tour erstmal canceln, kostet 25% cancellation fee, ich kanns nicht ändern… also was tun? eine Lösung muss her! Ergo, kurz vor 6pm (und damit kurz vor Feierabend) ins travel center vom Hostel, nach einer Möglichkeit suchen… bin da ja dank der gebuchten Flüge in einer äusserst flexiblen Position! (Ironie aus!) Am Ende gibts eine Ein-Tagestour (so wie geplant mit pennen im Outback und Sonnenaufgang an Uluru geht da nix…), die am Sonntag in der Früh startet und mich dann am Ende in Yulara im Hostel rausschmeisst… Dann muss ich am Montag von da nur noch irgendwie zum Flughafen kommen, aber das wird bestimmt noch nicht mal eine Herausforderung… womit am Ende bewiesen wäre, es gibt immer einen Weg! Nachdems jetzt grad das schütten anfängt, bin ich nicht böse, dass ich mir heute früh unter anderem eine Regenjacke gegönnt habe (von der ich im Tagesverlauf ja dachte, ich bräuchte sie dann doch nicht), muss ich doch noch cash zum bezahlen morgen am ATM 2 Blocks weiter holen…   Wenigstens kann keiner behaupten, Australien im Regen wäre langweilig…

Morgen bin ich dann schon in Alice Springs, die nächste Zeitzone wartet… das NT (Northern Territory) ist eine halbe Stunde hinter Queensland, New South Wales und Victoria her, und obendrein machen die (warum auch immer) die Sommerzeit nicht mit, heisst nochmal eine Stunde weniger… damit ist Alice Springs und Uluru also Deutschland +8,5h… “Dank” neuem Zeitplan bekomme ich wahrscheinlich auch kein “Problem”, den Eintrag von morgen und übermorgen zeitnah in die digitale Welt hinauszuposaunen…

Jetzt noch ins Netz, und am Ende gibts gleich erstmal ein Bierchen auf den Schrecken…

p.s.: Gerade in der Wettervorhersage der nächsten Tage im Netz festgestellt, dass es morgen in Alice Springs (also mitten im Red Center in der Wüste) regnen soll, für den Beginn der Tauchsafari am Dienstag in Cairns sind Heavy Thunderstorms vorhergesagt… langsam hab ich echt keinen Bock mehr…

Popularity: 7%


Post Tags: , ,
Kategorie: Melbourne und Australien | Kommentare (0)

RSS-Feed der Beiträge abbonieren? Ein Klick genügt!






Nov
20

Great Ocean Road


Nach einer Nacht mit einer 19jährigen Abiturientin aus Berlin (die anderen beiden Betten sind bislang noch leer) auf einer völlig durchgelegenen Matratze in einem quietschenden Metalldoppelstockbett klingelt der Wecker sportlich früh um halb 7… erster Blick durch das Fenster (das sich nicht komplett schliessen lässt): Wetter immer noch mau, wie auch nicht anders zu erwarten war… also fertig machen, kurz mit daheim telefoniert, und vor dem Hostel auf den Tourbus warten. Yuck! Ist das kalt heute! Ich dachte, hier ist Sommer?

Der Fahrer und Tourguide Jon ist ein schräger Vogel, führt Selbstgespräche… australian painkiller mitten im Outback würd ichs ja verstehen, vielleicht liegts am Linksverkehr… Spaß beiseite, Jon ist n cooler Hund… erstmal alle Hostels und Hotels für den Pickup abklappern, dann gehts zuerst in Geelong in ein “Aboriginal Cultural Center”: 70000 Jahre Kultur in 30min… “Knola Knola (sprich nola nola) ist eine Keule, um  erlegtes Wild final zu erschlagen, und das erste Aspirin Australiens… wem was wehtat, der bekam eins übergebraten und schon hat er nix mehr gespürt (und nicht mehr gemault)… zu Risiken und Nebenwirkungen… hier gibts im Souvenirshop gleich wieder ein Beispiel für australischen Humor: “any shoplifters free ride in police car”…

20.11.blog 001 Weiter gehts an die Surfcoast, wo in Torquay an Bells Beach Quicksilver und 20.11.blog 002Ripcurl entstanden sind und Ripcurl nach wie vor seinen weltweiten Hauptsitz hat… bekommen von Jon (selber ein passionierter Surfer) “a little history of surfing”, natürlich werden alle Storys (auch die späteren) mit den richtigen Sound vom Tour-iPod untermalt…  also weiter zum Stop an Bells Beach, auf dem Weg dahin tauchen meine ersten wilden Kangaroos auf, zwar in der Ferne und ohne Jon hätten wir die alle nicht gesehn, aber es sind wilde ‘Roos… an Bells Beach selber ists windig und kalt, hat hohe Wellen, keinen “life saving service” und ein Klohäuschen, das keiner von uns (ohne Jons Hinweis) als solches erkannt hätte, ist es doch mit “aboriginal art” verschönert worden. Ein bischen weiter runter ist hier in der Ecke Mad Max gedreht worden, das Haus in dem Mel Gibson damals wohnte, steht noch, die anderen sind einem Buschbrand zum Opfer gefallen…

Witzigerweise kommt während der Fahrt Jon (warum auch immer) auf die hohen Wasserpreise in Melbourne zu sprechen, er versteht das auch nicht… er meinte ganz trocken, das Bier billiger sei als Wasser, auch wenn für die Bierproduktion (wg des ganzen Waschens) 3mal mehr Wasser als im Endprodukt vorhanden gebraucht wird…

20.11.blog 003 Kommen zum Begin der “echten” Great Ocean Road, einem WW I Memorial Arch, ist doch die Great Ocean Road von den Veteranen des 1. Weltkrieges (weils sonst keine andere Arbeit gab) gegen Essen und Unterkunft komplett in Handarbeit, ohne jegliche Maschinen die Küste entlang in den Fels gehauen worden… und jetzt den gefallenen des 1. Weltkrieges gewidmet… Auch hier der obligatorische 10min Foto-Stop, kurz runter zum Strand, und gleich wieder weiter… ein wenig stressig das ganze, aber sicher besser so, als im mindestens genauso teuren Mietauto planlos rumzugurken und ohne die Spots zu kennen…

20.11.blog 004 Langsam aber sicher wird das Wetter noch schlechter, es regnet sich ein, leichter Neben zieht vom Meer auf, beinahe schon eine düstere Stimmung und wir bekommen von Jon die Aussicht auf eine Geschichte, die er uns passend zum Wetter (weils sich bei einem solchen oder noch schlechteren Wetter ereignet haben soll) zum Ende des Tages erzählen will… so schlimm find ich das Wetter jetzt nicht, weils doch recht stimmungsvoll ist, irgendwie passts auch zur Landschaft. Auch wenn man es wiedermal unverbesserlichen Optimismus nennen könnte (sicher würde der eine oder andere das auch einfach nur als Scheißwetter bezeichnen), das Gesamtpaket stimmt einfach… und zum Fotografieren ists auch mal nett, kein ewiges Geschraube mit dem Polfilter, keine scharfen Farb- und Schattenübergänge und an den Felsen kommen die Texturen dank Nässe viel besser raus… zudem hats wie gesagt einfach Atmosphäre…

20.11.blog 005 Kurzer Stop in 20.11.blog 006 einem Naturschutzgebiet für Koalas, tropfend hockt er in einem Eukalyptus und rührt sich nicht… kaum ausgestiegen, werden wir von einem Haufen Vögel “überfallen”… die “Princess Parrots” wollen gefüttert werden. Einfaches Prinzip: man nehme einen Keks, halte ihn gut fest (!), strecke den Arm aus, warte wenige Sekunden bis sich ein Papagei auf deinem Arm (oder Kopf oder Schulter) niederlässt und du bekommst deine Nahaufnahme… Zackig zurück zum Bus, fängst doch jetzt an zu giessen… kurz darauf beitet Cape Patton Lookout nochmal einen stimmungsvollen Ausblick…

20.11.blog 007 Mittagspause in Apollo Bay, die originale Great Ocean Road wurde bis hierhin gebaut… auch hier kurz an den Strand nach dem Essen und nachdem wir schon an der “surf coast” waren gehts jetzt die “green coast” entlang… Green deswegen, weil das hier eine der feuchtesten Gegenden Victorias ist (und das wg des Regens, nicht etwa weils eine Sumpflandschaft wäre)… kurzer “Rainforest Walk”, ganz schön hohe Bäume, z.T. 400Jahre alt, Farne, Moose und was sich sonst noch so im Urwald befindet… wie passend, sich in namensgebendem Wetter im Regenwald zu bewegen… bevors zu nass wird, mit den matschigen Schuhen wieder in den Bus und weiter… steht doch das Highlight noch aus… die Strasse im Übrigen jetzt nicht mehr an der Küste entlang und nicht mehr in den Fels gehauen, zieht sich mitten durch den Dschungel… und so schnell wie er angefangen hat, muss er Feld und Weideland weichen… weiter gehts zur “shipwreck coast”…

20.11.blog 008 Unterwegs immer wieder eine feine Einrichtung: grössere Buchten, die “slow vehicle turnouts”, damit  grosse langsame Kästen die anderen auf der kurvenreichen Strasse nicht behindern, können die da mal kurz rausziehen und den ganzen Verkehr dahinter vorbeilassen… irgendwann taucht auch mein erstes 20.11.blog 009(und so berühmtes) “Achtung Känguruus!”-Schild auf… und dann kommt er, der langersehnte Stop an den 12 Aposteln. Pünktlich hören die Schauer auf, kaum sind wir aus dem Auto gestiegen, reisst die Wolkendecke ein erstes Mal auf und die Sonne zeigt sich wie bestellt für 5min… beeindruckend, was Wind, Wetter und Wellen aus dem Stein geschliffen haben… momentan gibts noch 8 von ehemals 18, der letzte ist erst vor wenigen Jahren eingestürzt, die Überreste kann man noch erkennen…

20.11.blog 010 5min hinter den 12 Aposteln ist “Loch Ard Gorge”, die Stelle, an der die Loch Ard auf dem Weg von England nach Melbourne aufs Riff gelaufen und mit Mann und Maus (bis auf Tom Pearce und Eva Carmichael) untergegangen ist… die Geschichte erzählt Jon uns danach (hier gibts die bei Wikipedia) und setzt mich und 2 Canadische Frauen an der Helikopterstation ab, haben wir uns doch entschlossen, einen Heli Ride über die Küste zu machen… 20.11.blog 011 Kurz vor dem TakeOff zieht die Wolkendecke wieder auf, ein diesmal grösseres blaues Loch macht den Weg für die Sonne frei… definitiv die am besten angelegten 70 Bucks bisher… hoch über Loch Ards Gorge die Küste nach Osten, bis zu den 12 Aposteln und im grossen Bogen wieder zurück… Great View! nach 7min ist der Zauber zwar schon wieder vorbei, wert wars das allemal! Da sind sicher tolle Aufnahmen dabei! Die Helicrew fährt uns drei dann zum Viewpoint, wo die andern sind… hier das ganze Spielchen nochmal bodengebunden… und der Himmel zieht wieder zu, es fängt wieder zu regnen an… da muss es heute jemand mit mir gut gemeint haben!

20.11.blog 012 Als letzter Punkt an der Küste folgt die London Bridge, die 1990 noch genauso aussah, wie sie heisst: 2 Bögen mit dem Festland verbunden. An jenem besagten tag waren eine Schulklasse und ein Pärchen dort zum Sightseeing, alle waren auf der Londonbridge, auf dem 2ten Bogen… Die Schulklasse marschiert wieder los, als der Busfahrer losfährt, schaut er nochmal kurz in den Rückspiegel und schaut beim Kollaps des ersten Bogens zu (das ganze übrigens am einem sonnigen, windstillen Tag)… das Pärchen noch auf Bogen 2, jetzt vom Festland abgeschnitten. Also informiert der Busfahrer den örtlichen ranger, der hält das für einen Witz und glaubts erst, als erst mit eigenen Augen sieht. Der informiert dann den örtlichen Polizeichef, der glaubts auch erst nach Bestätigung seiner Deputys… also ein Helikopter muss her… aber der eine wird bei dem schönen Wetter endlich mal gewartet, der andere hilft in Melbourne aus…. also muss der lokale Nachrichtensender mit seinem News-Heli herhalten. Die machen das natürlich sofort, ist ja auch ein Kameramann dabei und das ganze eine Riesenstory… Kaum ist der Heli auf der Londonbridge, versteckt sich das Pärchen erst in den Büschen, dann kommt der Mann doch aus seiner Deckung und verprügelt erstmal den Kameramann… Wochen später wurde dann auch das Geheimnis um die Sidestory des Pärchens gelüftet: beide haben die Arbeit blaugemacht, um einen schönen Tag miteinander zu verbringen… aber es kommt noch besser: beide waren verheiratet, aber nicht miteinander… wieder im Bus gibts passend dazu eine musikalische Untermalung aus dem iPod:

20.11.blog 013 Nach 330km gehts jetzt Retour, nebenbei festgestellt, dass Vodaphone Australia hier draussen keinen Service mehr anbietet, aber man muss ja nicht permanent erreichbar sein… kurzer Essensstop in Colac… weiter durchs Inland, erinnert alles ein wenig (wie schon auf dem Greyhoundtrip von Sydney nach Melbourne) an Bilder von der afrikanischen Steppe, darin eine Straße, die sich schnurgerade, egal ob bergauf oder bergab dahinzieht.. 20km vor Melbourne zeigt sich dann die wolkenverhangene Skyline aus der Ferne… um 09:00pm nach 560km Tour vorm Hostel abgesetzt, jetzt also gilt es, das ganze Geschreibsel in digitale Form zu pressen, die Fotos zu sichten , emails lesen und vll. auch mal die Konten checken… a lot of work to do… mittlerweile Neuzugänge im Zimmer, ein junger Kerl aus Japan und ein Mädel aus Korea… bei denen bin ich um 23:00 der Nachtschwärmer, als ich losziehe um den Eintrag noch schnell hochzuladen…

Popularity: 10%


Post Tags: , , , , , , ,
Kategorie: Melbourne und Australien und Unterwegs | Kommentare (0)

RSS-Feed der Beiträge abbonieren? Ein Klick genügt!






Nov
19

1000km Greyhound


Pünktlich um 08:00pm gehts los mit dem Greyhound nach Melbourne. Weltreise nach LiverpoolBei leichtem Nieselregen fällt es nicht allzuschwer, Sydney den Rücken zu kehren… Fensterplatz, siehst zwar nix weil dunkel aber wenigstens das Hirn kannst an der Scheibe anlehnen. Anfangs noch viel ChitChat im Bus, wird auch das im Laufe der Nacht weniger… Einsammeln von anderen Jungs und Mädels entlang der Route, z.B. am Flughafen oder in Liverpool (wenn ich irgendjemandem erzähle, dass ich im Urlaub in Liverpool war, denkt doch jeder ans UK und nicht an Australien!) Über Canberra und Holbrook (mit 30minütiger Pause, Gott sei Dank gibts hier Kaugummis) weiter nach Melbourne. Ich beschwer mich nie wieder über zu wenig Beinfreiheit im Flieger bei einem 4 Stunden Flug! Aber davon abgesehen, machts n ganz guten Eindruck: Anschnallgurte für jeden Sitzplatz, Kontrollgang des Fahrers um den Bus (ja genau, wie die Piloten) bei jedem Stop, und gezählt wird der Inhalt (also wir Fahrgäste) auch immer und 2mal…)

19.11. 001 Um 06:00 aufgewacht, Blick ins Outback, noch irgendwo vor Melbourne: alles gelb-grün, viel Spinifex, erinnert ein wenig an die Bilder von der afrikanischen Savanne… wieder eingedöst… um kurz vor 08:00 sind wir dann in Melbourne, nach fast 1000km… kurzer Blick auf die Skyline, schlechtes Wetter, die Spitzen der Wolkenkratzer verschwinden in den Wolken… dann werden wir da irgendwo an einem Busterminal rausgelassen, hätt ich vorher geschaut, wüsst ich auch, wo ich bin… aber wen kümmerts? Also Stadtplan raus und erstmal orientieren… und schon werd ich angequatscht, wo ich hin will. Wie sich rausstellt, ist das ein Fahrer zum Hostel, und das auch noch für umme… soll mir recht sein! Es wie ET gemacht und “nach Hause telefoniert”, ok bin angerufen worden.. .ist schon fein, die globale Vernetzung: so nah und doch so fern… ok, hier ist schon Mittwoch, daheim erst Dienstag, hier ists morgens, daheim zu-Bett-geh-Zeit… aber man gewöhnt sich dran, Hauptsache die richtigen Stimmen gehört!

Im Hostel erstmal Frühstück, CheckIn geht erst um 10:00, nebenbei schon mal überlegen, was heute so ansteht… Auf jedenfall erstmal dringend Duschen, Handys aufladen und dann mit einer doppelt neuen Situation klarkommen: neue Stadt auf neuem Kontinent und dazu noch schlechtes Wetter: das erste Mal maues Wetter seit ich rumtoure… hab wohl bis jetzt immer Glück gehabt…

19.11. 002 Kurz die morgige Tour (& den Pickup) an die Great Ocean Road telefonisch bestätigt, gehts dann  Mittags los zum “Stadtrundgang”: Richtung Shoppingmeile tauchen als erstes die Gebrüder Aldi auf, die 19.11. 003verkaufen ja auch überall! Die Einkaufsmeile runter, der Gebäudemix aus verschiedenen Epochen (Kolonialzeit/Goldrausch, irgendwas dazwischen und modern) ist allgegenwärtig… Ganz einfaches System: die Strasse geht einfach geradeaus, egal obs rauf oder runter geht…. gehe kurz ganz Tourimässig shoppen und gönne mir einen Falt-Lederhut a´la “Crocodile Dundee”, werd den aber sicher erst im Outback aufsetzen, hier machst dich ja sonst lächerlich… witzigerweise warnt die “Betriebsanleitung” davor, ihn zu heissen Temperaturen auszusetzen!?! also doch erst zu Hause tragen?  Die Strassenprediger sind hier schon einen Schritt weiter als zuhause, hier wird mit Mikro und Anlage wessen Wort auch immer verbreitet… Und weiter gehts Richtung Fluß, hier breitet sich die Skyline zum erstenmal fast ganz aus, macht schon was her das Ganze…

19.11. 004

19.11. 005 Gemütlich über den Fluß in den nächsten Park (Victoria Park)… und irgendwie ist das Gras hier so komisch Gelb… als obs hier schon länger nicht mehr geregnet hätte… und wie aufs Stichwort bricht die Sonne aus den Wolken, da wirds dann schnell warm und vor allem Hell, jetzt könnt ich die Sonnenbrille brauchen die natürlich bei dem Wetter im Hostel geblieben ist… aber soviel zum Einkaufen einer Regenjacke: fällt aus!! Mache auch den ersten Kontakt mit den einheimischen Fliegen, die sollten Erzählungen zufolge ja besonders penetrant sein, und das sind sie auch… zwar kleiner, aber dafür dreister als unsere… “wegwinken” geht nicht, scheint ein Handzeichen für: “Leute alle mal herkommen” zu sein, davon kommen nur noch mehr… Unterwegs sonnt sich ein Wasservogel und scheint zu merken, das er fotografiert wird, auf jedenfall posiert er ganz brav mit ausgebreiteten Flügeln… und weils sich gerade anbietet (weil doch nicht so schlechtes Wetter und gleich in der Nähe), folgt als nächstes der “Royal Botanical Garden”.

19.11. 006 Hier ist einfach alles anders als zuhause: die Bäume sehen anders aus, haben andere Blätter, die Vögel schimpfen und singen in einer Fremdsprache, nach ein paar gelungenen Aufnahmen (siehe Fotoalbum) gehts übers KingsCrown Casino wieder bergauf bergab aber schnurgerade Richtung Hostel… nebenbei noch schnell ein Waser geholt (irgendwie ist das teurer als bei uns, n stinknormaler halber (!) Liter stilles Wasser schlägt mit fast 3$ zu Buche (also mehr als 1,50 €) und das war kein Wasser von Gucci oder Prada)… hier leg ich mich dann doch noch ein, zwei Stündchen aufs Ohr, war der Trip von Hongkong bis hierher ja auch nicht der kürzeste…

blog 002Um 18:00 gehts dann nochmal auf Richtung Observation Deck.  Da das Wetter wieder zuzieht und die Wolken tief hängen, entscheide ich mich nicht für das höchste Gebäude, den Eureka-Tower, sondern die mit 253m im 55sten Stock zweithöchste Aussichstplattform in den Rialto-Towers… Die Weitsicht ist nicht unbedingt die Beste, hat aber auch eine ganz eigene Stimmung… und dort oben gibts unter anderem eine Wetterstation mit Wettersattelitenbildern: egal wo ich meine Reise begonnen hätte, die Großwetterlage an der wetter ostküste 001 gesamten Ostküste ist gerade suboptimal… also besser hier (auch wenn ich damit der   zweitgrößten Australischen Stadt wahrscheinlich unrecht tue) als in Sydney, weil die Harbourbridge und das Opera-House würd ich schon ganz gerne in der Sonne sehen… je dunkler es wird, umso tiefer kommen die Wolken,  um 08:30pm wäre es zwar schön dunkel aber jetzt fängt die Wolkendecke anscheinen genau in unserem Stockwerk an… und als dann auch noch eine Schulklasse auf Ausflug hier hochkommt und für ordentlich Stimmung in der Bude sorgt, ist es eh an der Zeit zu gehen… blog 003einige wenige schöne Dämmerungsfotos sind dabei, das muss reichen! Ab auf den Heimweg, mittlerweile hats sich eingeregnet… aber dafür wird der kleine Junge in mir von den bunten Lichtern der “Metropolitan Fire Brigade” durchaus entschädigt… auf dem Rückweg stell ich beim Einkaufen im 7eleven fest, dass der “American Way of Life” auch hier präsent ist: die 2l Coke kostet nämlich nur 5$… im Gegensatz zu den 3$ fürs Wasser… da kann man ja nicht schlank bleiben. Nu noch schnell den Eintrag fertigmachen und hochladen, dann ab in die Falle, gehts doch morgen recht früh (bei hoffentlich besserem Wetter oder wenigstens einigermassen guter Sicht auf die “12 Apostel”) auf die Great Ocean Road…blog 004

p.s.: jetzt sind auch meine bisherigen Bewegungen auf der Weltkarte unter Reiserouten zu sehen

Popularity: 7%


Post Tags: , , , , ,
Kategorie: Melbourne und Australien | Kommentare (0)

RSS-Feed der Beiträge abbonieren? Ein Klick genügt!






Feeds