Dez
21
Ausgeschlafen
und den letzten Rest gepackt… draussen regnets wieder… wurscht! Ich freu mich jetzt auf daheim! Um 12pm ausgecheckt, jetzt muss ich nur noch 5h bis zum ShuttleBus zum Airport rumbringen…
Erstmal mit Kaffee in der Hand eine Pharmacy gesucht, sicherheitshalber ein Nasenspray mit in den Flieger nehmen… endlich erfolgreich durchgefragt und was gegen “stuffy nose” gefunden… Beipackzettel? Fehlanzeige! Kurze “Aufklärung” auf der Rückseite der Schachtel und das wars… Im Lande der Klagen erstaunlich wenig…
Ein bischen
durch das touristische Treiben am Wharf spaziert und dann getan, was in Sydney nicht mehr funktioniert hat: ein U-Boot von innen anschauen: ziemlich eng das Ganze! 36 Mann in einem kleinen Schlafsaal, eine Mini-Küche… ganz interessant…
daneben gibts noch ein “Liberty Ship” aus WW II… das fährt sogar ab und an tatsächlich nochmal auf See… im Maschinenraum geht das Herz eines jeden Jungen auf: es riecht nach Diesel und Öl, die Maschine ist gewaltig und die Kolben sind nicht zu verachten… und wennst dir dann vorstellst, wie gross der Maschinenraum eines heutigen Supertankers ist, versagst ganz einfach…
Übers Mittagessen gehts zurück zum Hotel, nochmal ein Blick auf die Golden Gate bei schlechtem Wetter… noch 90min warten… ziemlich kalt in der Lobby dank permanent auf- und zugehender Schiebetür… Zeit für ein paar Gedankenspiele: die nicht ganz so positiven Erwartungen an die USA haben sich bisher nicht erfüllt… will sagen: war besser als erwartet… die USA sind (nachdem die ja jetzt meine biometrischen Daten haben) sicher nochmal eine Reise wert… vielleicht sogar einmal quer durch von Ost nach West… Um kurz nach 5pm kommt der Pickup zum Airport… ist ein Freak mit ungewaschenen Haaren der fährt, als ob er keine Angst hätte, den Führerschein zu verlieren… und ich bin wiedermal nicht böse, die Abfahrt mehr als früh genug geplant zu haben, werden doch zwischendrin noch 2 unplanmässige Stops gemacht…
Auf dem Weg zum Airport wieder eine kleine Weltreise, ich bin schon wieder in Australien: heissts doch unterwegs: “Next Exit: Brisbane”… Interessant das andere Fahrverhalten der Amerikaner: 4spuriger Highway, der Verkehr ist dicht aber fliesst, da alle mit erlaubter Höchstgeschwindigkeit fahren. Da stimmen dann auch die Zeitangaben am Strassenrand: Airport San Francisco 15min… Am Airport erstmal von einer großen Golden Gate aus Lampen begrüsst worden und wieder ewig aufs einchecken gewartet…
Homeland Security
Level “Orange”Am Check-In Schalter erstmal eine kleine Schrecksekunde, finden die doch mein Ticket nicht… aber auch das klärt sich… und dann kommt die eigentliche Überraschung: 21,4kg Fluggepäck… und das trotz der “Einkaufsorgie”… da hab ich wohl konsequent weggeworfen… wenn ich das gewusst hätte, wärens vielleicht noch 2 Jeans mehr geworden… immerhin, wider Erwarten kein Übergepäck zahlen müssen… Die Sicherheitskontrollen sind bei “Homeland Security Level Orange” erwartet amerikanisch “paranoid”… also erstmal die Schuhe ausziehen… nachdem Pass und Ticket schon 3mal kontrolliert wurden, wird das auch noch ein viertes und fünftes Mal gemacht…
Hinter der Sicherheitskontrolle gibts keinen Zoll, keine Stelle, wo es noch einen Stempel in den Pass geben könnte… leicht verunsichert einfach zwei Officers der Flughafenpolizei (natürlich mit einem Schäferhund an der Seite…) gefragt, die geben ganz nett und bereitwillig Auskunft: den grüne Zettel aus dem Pass abzugeben, der beim Einchecken bei der Airline geblieben ist, reicht aus… “you’re good to go”… na gut, mir solls recht sein…
Um 9.53pm local gehts mit dem A340-600 auf die letzten Kilometer. Auf nach Hause! Was freu ich mich jetzt auf ein anständiges Bier!
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Dez
18
Nach einem “vergnüglichen”
Abend mit “Mr. Miller” Genuine Draft erstmal ausgeschlafen und von Telefon überaschend geweckt worden… wider erwarten ist das Wetter doch noch ganz annehmbar… erstmal einen Kaffe bei Starbucks… und ein Tagesticket für die Öffentlichen für 11$ organisiert… und dann mit dem “cable car” quer durch die Stadt zum CBD und Union Square… ist schon witzig, direkt ins “Getriebe” der Bahn zu schauen…
das Steuern scheint auch nicht allzuschwer sein… hat nur 2 Hebel… Gas und Bremse… zwischendrin fängts das Tropfen an… und hört auch wieder auf… typisches SF-Wetter heute… und es gibt ziemlich geniale views die Strassen-Hügel runter… bei den steilen Hügeln hier kannst nur hoffen, das die Bremsen der leicht altertümlich anmutenden Bahnen auch das halten was sie sollten… weiter mit Gerumpel und Gepumpel, am Union Square rausgehüpft… und gemütlich durch die Strassen gezogen…
Die
Strassen sind wirklich alle wie mit dem Lineal gezogen, und ellenlang… die Mason Street am Wharf hört beispielsweise erst bei über 2600 auf… im CBD in Richtung Transamerican Building marschiert… abgefahrene Mischung zwischen alt und neu… wobei die Stadt wirklich nicht von ihren Skyscrapern “lebt”, sondern ihren ganz eigenen Charme hat… die Skyline und die Skyscraper können mit anderen Städten (HongKong / Sydney) einfach nicht mithalten… aber allein das Auf und Ab der Strassen machts mehr als wett… auch das Transamerican Building macht aus der Nähe weniger her als aus der Ferne oder im Dunklen… ein aussergewöhnliches Stück Architektur ists allemal…
Von hier gehts einmal quer durch Chinatown wieder zurück zu den Shops am Union Square…
die Geräuschkulisse stammt aus dem Kino: mal aus der Nähe, mal aus der Ferne sind Polizei, Ambulance oder Feuerwehr von irgendwo zu hören… und rein in den Levis-Store… eine 501 für nicht mal 25,-$… da muss die Kreditkarte nicht nur für eine herhalten… die vor dem Urlaub schon als “Mitbringsel” georderten Pillen Selen und Zink im nächsten DrugStore beschafft… und neue Schuhe gibts im Anschluss auch noch… mal sehen, ob ich am Sonntag Übergepäck löhnen muss… wundern würds mich nicht… und selbst in der Shopping-Ecke der Stadt hats nicht soviel Weihnachtsdeko wie erwartet… oder mir fällts einfach nicht mehr auf… immerhin, jetzt ists richtig rum: bei kalten Aussentemperaturen bläst warme Luft aus den Geschäften… die schon vorher geplante Beute ist erfolgreich gerissen… und wird konform der Evolutionsbiologie zügig in die ureigene Höhle verbracht…
Dafür wieder ins Cable Car eingestiegen… die werden doch tatsächlich auf einer Holzdrehscheibe an der Endstation von Hand (!) wieder umgedreht… und wieder gehts die Hügel rauf und runter… mitten durch den Verkehr… ist echt ne witzige Angelegenheit…
Um 4pm nochmal Richtung Fisherman’s Wharf hinterm Hotel losgezogen… Alcatraz unter dunklen Wolken… da siehts gleich nochmal ungemütlicher aus (als es wahrscheinlich eh ist, aber das werd ich ja morgen sehen)… und heute wirds noch schneller und kälter … deswegen gehts dann doch nach dem Futtern wieder zurück im Hotel, pünktlich bevor der richtige Regen anfängt… in den News gesehen, dass nicht nur in Australien aussergewöhnliches Wetter war, sondern gerade hier ist… hats doch in Las Vegas und der Wüste von Arizona so richtig geschneit… aber alle “Experten” sind sich hier im TV einig: bei dem Wetter kanns kein “global warming” geben…
So gibts einen entspannten Abend mit Chips vor der Glotze, Cialis und Plavix Werbung gucken… ganz eigenes Verständnis von Medizin haben die hier…
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Dez
15
Pünktlich
um halb 7 raus, noch schnell einen Kaffee organisiert und auf zum Airport mit dem Shuttle, die letzten $’s auf der Telefonkarte vertelefoniert… der Airport selber ist so irgendwie gar nicht das, was man in einer solchen Metropole erwartet… ellenlange Schlange beim Einchecken, nach über 50min halt ich endlich mein Ticket in der Hand… jetzt wieder “auswandern” und auf zum Gate… typisch australisch, liegt Gate 56 nicht neben 55 und 57 sondern direkt neben 63… nochmal kurz ins Netz, emails checken und dann auf zum verspäteten Boarding.
Endlich im Flieger find ich die Informationspolitik des Flightdecks richtig klasse, du wirst über jede Minute Verspätung mit Grund informiert… und da ist er wieder, der “kleine” Flughafen: ein “manpower” Problem beim Einladen des Gepäcks… um 12:28 local (statt 11:30) hebt die Boeing 767-300 (diesmal mit nagelneuem Entertainment-System) ab und ich verlasse australischen Boden… auf nach New Zealand!
Ein entspannter Flug über 2 1/2h… reicht gerade, um Hellboy II zuende zugucken… so gerne ich auch immer noch fliege, nach dem 6ten Flug in 4 Wochen wirds langsam zur Routine, zumals ja wirklich nur ein kurzer Flug ist…
Kurz vor 5pm local nach guten 2000km angekommen… am ersten Eindruck von vor 4 Wochen hats sich nix geändert… ein Provinzflughafen in der grössten Stadt Neuseelands… die größte Duty Free Zone Neuseelands ist so groß wie 2 Shops in München und verschwindet im Vergleich zu Dubai oder HongKong im Nichts… nach dem Interview mit dem “Immigration Officer” Rucksack holen. Das muss man dem Flughafen lassen: die sind schon auf dem Band! Weiter zu “Customs & Biosecurity”. Meine “hiking boots” werden genau unter die Lupe genommen und bekommen dann auch eine “Aufenthaltsgenehmigung” in Form eines gelben Klebestreifens…
Draussen auf neuseeländischem Boden ist das Wetter mau: Auckland hat wohl 245 Sonnentage im Jahr, das ist keiner davon… mit der billigsten Variante, dem Flughafenbus in die Stadt. Beim Ticket wird hier zwischen Adult und Student&Backpacker unterschieden… hmm, mal sehen, ok, 2 Rucksäcke dabei, das ist eindeutig… Jetzt bin ich also am anderen Ende der Welt. More than 20000km away from home… genau 12h Zeitverschiebung, einen halben Tag vorneweg… wenn ich jetzt ein senkrechtes Loch bohren würde, käm ich in Südspanien wieder raus… (übrigens einer der ganz wenigen Punkte, wo man dabei tatsächlich auf Land trifft).
In der Stadt und am Hostel angekommen, einchecken und noch kurz 3 Schritte durch die Stadt gemacht: knappe 1,5 Mio Einwohner (in ganz NZ leben gute 4 Mio Menschen!)… von der Stadtgröße ist Auckland also mit München vergleichbar… 2 Unterschiede: die Häuser in München sind nicht so hoch (ohnehin, im Vergleich mit Melbourne, Sydney oder Brisbane eher “niedlich” denn hoch) und kaum zu glauben, um 7pm werden die Bordsteine hochgeklappt! Und dann, guess what? Es regnet… aber das schockt mich nun nicht mehr…
Statt dessen gönn ich mir die Zeit, den Tip der beiden Flieger aus Sydney zu verfolgen: wo sollte ich in der Dunkelheit in San Francisco mich lieber nicht blicken lassen und wo auch bei Tag vorsichtig sein… Tenderloin steht auch im Netz ganz oben auf der Liste… und wo steht mein Hostel? Konservativ betrachtet, am Südrand von Tenderloin, realistisch betrachtet mitten im unteren Drittel! Also muss Plan B her! Umbuchen für
San FranciscoHostel canceln und was anderes buchen: Jetzt gibts am Ende der Reise noch ein wenig Luxus: ein KingSize Bett für mich ganz alleine im ***-Hotel… und witzigerweise war Wil Anfang des Jahres eben in genau diesem und hat nur Gutes erzählt… über Expedia werd ich fündig, ist sogar noch billiger als übers Hotel direkt und vor allen Dingen noch frei… zwar 3x so teuer, aber das geht vor… und der Typ von der Rezeption (der lockerst in der Defence beim American Football spielen könnte) sagt ganz trocken zu der Chose: “Ah man, i’ve been there it’s not THAT bad!” Da wusste ich, dass das die richtige Entscheidung war…
Am Ende noch ein gemütliches Bierchen und und dann in die Falle…
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Dez
13
Kurze Nacht dank sich streitendem arabischen Pärchen bis in die Puppen… Have you
seen
my conditioner?"und dann kommt die Kleine um sage und schreibe 5.45am auf die Idee, Haare waschen zu müssen… ganz klar: wildes Gekrusche in allen möglichen Tüten und dann wird erstmal der Kerl angepampt, weil sie ihren Conditioner nicht findet… da schoss mir ein politisch völlig unkorrekter Gedanke durch den Kopf… anyway
Also bin auch ich um 6 aufgestanden, n bischen surfen, den besten Freund anrufen und dann zur “Woollies-Metro” Ecke Park und George… Tja, und wo ist die “Woollies-Metro”? Nicht wie gedacht, die Metro nach Wollogong, sondern die Townhall Station genau da wo Woolworth ist… da konnten mir freundlicherweise ein paar Roadworker weiterhelfen, die wussten dann auch gleich, dass ich um 8 abgeholt werde… kleine Weltstadt… und trotz Regens, man glaubt es kaum (ja, ich musste erst suchen!), kann der Himmel über Sydney auch Blau sein…
Um 8 Hop auf den Bus und los gehts… zuerst Besuch der olympischen Stätten Sydneys… groß… und mit einem Bahnhof versehen, der zusammen mit den eingesetzten Bussen eine Kapazität von sage und schreibe 300.000 Menschen pro Stunde hat (in beide Richtungen!)! Danach gehts weiter, aus dem Umland von Sydney in die “Blue Mountains”… Abstecher in den Nationalpark nach Glenbrook… ein gum-tree rainforest… über eine Furt und ein kleines und steiles (aber geteertes) Sträßchen zu einer großen Wiesenfläche… fast 3 1/2 Wochen hats gedauert! Da sind sie, meine ersten Kängurus aus der Nähe (und nicht aus er Ferne wie an der Great Ocean Road)… lassen sich beim äsen kaum von uns stören… und dann das Übliche bei solchen Touren: nach 15 minütigen Fotostop alle wieder hophop auf in den Bus…
Am Horizont zeichnet sich kurz ganz klein die Skyline von Sydney ab… Stopp irgendwo am Highway in einem Dörfchen im Nirgendwo: Lunch. Die örtliche Feuerwehr hängt für mögliche Buschbrände (heute medium (trotz des vielen Regens) auf einer Skala von 1 bis 5) ein Plakat aus: “Be prepared to stay or go!”… eben wieder ein Beispiel für den unglaublichen Pragmatismus, der hier herrscht…
Immerhin, irgendwer, der in den letzten Tagen mitgelesen hat, muss was gemacht haben: die Sonne scheint! Auf zu den “Wentworth Falls”… praktischerweise heißt die zugehörige “Stadt” genauso… tiefer Blick in eines der 7 Täler der Blue Mountains… mit einem Wasserfall (dank Regens in den letzten Tagen macht der auch was her!)… Durch den steifen Wind der hier weht, blästs das fallende Wasser wieder hoch und zerstäubts fein… mit einem Regenbogen zur Folge…
Danach gehts noch ein bischen weiter nach Katoomba, die “Furby Steps” insgesamt über 400m runter… Guide Jim kommt nicht mit, bei seiner Körperfülle auch kein Wunder, hat er beim letzten “easy walk” schon geschnauft wie eine Dampflok… während der vielen Treppen abwärts gibts einige kleine Wasserfälle am Rande und einen großen: die “Victoria-Falls" inclusive Blick auf die
“Three Sisters”. Ebenfalls von den aboriginal people “vergöttert”, sind sie im Vergleich zu Uluru bei weitem nicht so “touching”… ist aber auch ein gemeiner Vergleich, mit Ayers Rock kann eigentlich nichts dergleichen wirklich mithalten. Nichtsdestotrotz ein fantastischer Blick bei schönem Wetter über ein weiteres der Täler der Blue Mountains! Und statt den ganzen Weg wieder zurück (und v.a. wieder hoch) zu gehen, gehts mit der “Scenic Railway” wieder hoch: die Railway steht hier, weil im senkrechten Fels hier mal Kohle abgebaut worden ist, was an einigen Stellen auch noch in einer “Ausstellung” zu betrachten ist… und hier ist alles noch so “natürlich”, dass pures Trinkwasser aus den Felsen kommt… perfekt, Flasche ist eh gerade leer… und gekühlt ists auch noch… “water… presented by mother nature”…
A
nyway, hoch mit uns über die Railway, die die steilste der Welt ist! 52° oder sage und schreibe 128% Steigung! Das sind 1,28m Strecke bei 1m Höhenunterschied! Scenic World schliesst auch gleich mal die Verantwortung für den Tod als Komplikation aus… Leck mich am Arsch, in dem Moment wo du denkst, es kann nicht mehr steiler werden, wirds das! Und dann gehts gefühlt fast senkrecht durch einen Tunnel nach oben… Überaschenderweise heissts jetzt “back home”… häh? kurz nach 2pm, 2h Fahrt nach Sydney, jetzt schon heim? ‘S gibt doch noch einen Lookout direkt über den Three Sisters… n bischen beim Guide rumgenölt und siehe da, ja ok, zwar nicht der, aber ich zeig Euch einen anderen Lookout… siehste, geht doch…
Pustekuchen! Nix mit Lookout! Heim nach Sydney fährt der Gute! Unterwegs gibts einen Abstecher auf eine der ältesten Brücken (und auch eine der ältesten Straßen) Australiens, 1833 gebaut und bis in die 1970er Jahre einzige Verbindung zwischen Sydney und Katoomba! By the way: die Spritpreise hier würden jedem deutschen Autofahrer die Tränen in die Augen treiben: nur knapp über 1$ der Liter, also umgerechnet beim derzeitigen Kurs ungefähr 50 Cent! Weiter über den Highway, überqueren wir den “Nepean River”… auch wenn noch alles sehr wenig urban aussieht, das ist die offizielle “Landkreisgrenze” gewesen… wir sind wieder in Sydney…
In Sydney angekommen, hat Jim ein schlechtes Gewissen, sind wir doch zu früh zurück… hm, was soll ich sagen… also schüttelt er sich pro forma eine “Stadtführung” aus dem Ärmel… inclusive einer Durchfahrt durch das Casino-Parkaus (zur Belustigung unseres Guides)… Ich lass mich wieder an der Ecke George und Park absetzen (dann fällt mir auf: haben die jetzt meine CreditCard belastet? Wollte niemand die 50$ von mir sehen)…
Nachdem
das Wetter auch in Sydney noch klasse ist, gehts zu Fuss gleich mal zum Darling Harbour um die Ecke (unterwegs auf einen Party-Bus gestossen, das Pendant zur Party-Tram in München): echtes Kontrastprogramm zu gestern! Vom Harbour durch den CDB zum Circular Quay… unterwegs die Skyskraper im Gegenlicht, mit sich spiegelnder Sonne oder mit den Reflexionen der Nachbargebäude… genauso geil wie in HongKong! Und dann ist sie da, die Oper! Ja! Jetzt sieht sie genauso aus wie auf den Postkarten! Strahlend weiß! Einfach nur imposant… unglaublich, was Sonnenschein aus einem grauen Gebäude mit ein paar Fliesen auf dem Dach machen kann!! Warum nicht gleich so…
Über “The Rocks” nochmal auf die Harbour Bridge, beim Ablegen eines riesigen Ocenaliners vor der Oper zugesehen: imposante Größe: deutlich größer als das Opera House. Diesmal die harbour Bridge bis zum anderen Ende zu Fuß passiert… im nachlassenden Sonnenlicht um kurz nach 7pm wieder runter in den Löwenbräu-Biergarten in “The Rocks”, ein “anständiges“ Bierchen trinken… nirgendwo ein Plätzchen frei, also einfach mal angequatscht und siehe da, sogar ein deutsches Pärchen… auch wenn jetzt Löwenbräu nicht mein Lieblingsbier ist, in der Sonne in Sydney auf anderen Seite der Welt schmeckts richtig gut. Die Blasmusik müsst jetzt nicht unbedingt “Wish You a Merry Christmas” spielen… anyway… das Pärchen stellt sich als wirklich nett heraus, und ich habs diesen Urlaub einfach mit der fliegenden Zunft…
Nach dem Sonnenuntergang gehen wir gemeinsam zum Circular Quay, die Oper im Dunklen angeleuchtet… hat was! Hinter dem Hügel links neben der Oper geht ein riesiger, gelber Vollmond auf! Ein Mondaufgang, den ich so schon lange nicht mehr gesehen habe… eine riesige gelbe Scheibe am Horizont! Das werden gerade echte Neid-Fotos: das Opera House mit Vollmond daneben! Entschädigt definitiv für 3 Tage Regen! Aber es kommt noch besser! Wer und warum auch immer, neben der Opera wird ein Feuerwerk abgebrannt: der absolute Hammer! Sprachlos! Fertig aus!
Danach ziehen wir (immer noch vom gerade gesehenen beeindruckt) weiter um den Quay direkt zur Oper und einmal um das nächtlich erleuchtete Opera House herum… dabei fällt ein sich zügig bewegendes Licht am Nachthimmel auf… und der Pilot unter uns sagt ganz klar, das ist kein Flugzeug… damit bleibt bei der Größe und Geschwindigkeit nur noch ein Satellit oder die ISS… danach gibts nicht nur ein gemütliches Bierchen am Quay… nach einem echt schönen Abend zu dritt (und ausgetauschten Emailadressen) gegen 2am zu Fuß zurück, Taxi ist für uns 3 keins zu kriegen, ist grad “rush hour”… klar, Samstag abend, da wird weggegangen! Witzig, wo überall in den Wolkenkratzern auf einmal Clubs auftauchen. Auch in Sydney wird sich beim Weggehen bis zum Anschlag (und leider manchmal offensichtlich auch ein wenig unvorteilhaft) aufgebrezelt.
Zurück im Hostel schnell das (handschriftliche) Reisetagebuch fertiggemacht, die vielen Fotos und den Eintrag gibts erst morgen oder so.. ich bin jetzt müde… aber: Was für ein Tag! Das waren 3 Tage auf einmal! Einmalig, das Feuerwerk mit Vollmond über der Oper! Wenn jetzt morgen auch noch schönes Wetter sein sollte, macht mir Sydney den Abschied aus Australien unerwartet schwer!
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Dez
12
Freitag morgen, lange geschlafen, Blog von gestern fertiggemacht (ein wenig Kontakt in die Heimat (und wenns “nur” per Chat ist) tut gut) und gegen halb 12 losgezogen… der momentan fehlende Regen stellt sich nur als Pause heraus, jetzt regnets sich richtig ein!
Richtung Chinatown spaziert, im Vergleich zu Melbourne’s Chinatown ein wenig klein… von hier über den Haymarket (das Pendant zum Victoria Market in Melbourne: hier gibts alles nötige und vor allem unnötige) zum verrregneten Darling Harbour… im IMAX läuft grad nix gscheites… quer durchs “Harbourside Shopping Centre” wieder in den CBD zurück, steht doch vom gestrigen Besuch des Skytowers noch ein “OzTrek Ride” aus…
Der stellt sich dann als eine Mischung aus “Puppenspiel” und ”wilder" Ritt
im “OzTrek”Kino (wie früher (und wahrscheinlich immer noch) in den Vergnügungsparks) raus. Dann gibts einen 10minütgen “ride” in einem Kino mit beweglichen Sitzen… aha… ab jetzt hilft wohl nur noch Galgenhumor… da bei dem Wetter draussen gar nichts geht (und ich gerade keinen Bock auf Kultur sondern auf kurzweilige Unterhaltung habe) gehts wieder zurück zum Darling Harbour in die “Sydney Wildlife World”…
30$ für eine Art Zoo, aufgemacht wie ein “Erlebnispark”… viele Terrarien mit den “giftigsten Tieren der Welt”,
Freigehege von Koalas und Kängurus… die sitzen, dank wasserdurchlässigem Dach, stoisch im Regen in der Ecke (oder mit gesenktem Kopf (damit das Wasser runterläuft)) auf ihrem Baum… scheint auch eine Lösung zu sein: einfach aussitzen… aber das ist ja bekanntermassen nicht meine Philosophie. Im “Butterfly Walk” ists schon witzig, wenn dir Schmetterlinge von der Größe deiner Hand vor der Nase rumflattern… Am Ende der “World”, ganz klar, ein Souvenirshop… und ich machs jetzt pragmatisch, kauf mir einen Regenschirm…

Das “Sydney Aquarium” spar ich mir bei ellenlangen Schlangen und vor allem, ich weiß live wies da unten aussieht! Der Sydney-Tower und die Spitzen der Wolkenkratzer verschwinden mittlerweile mehr und mehr in den Wolken… im Darling Harbour stehen Wasser-Taxis rum… ob die auch auf der Straße fahren? Also ein erneuter Versuch beim IMAX (mit der wohl größten Leinwand der Welt)… draussen vor der Tür versucht sich ein Straßenkünstler, aber bei dem Wetter kannst, selbst wennst mit dem Feuer spielst, keinen hinterm Herd hervorlocken…
Ein Film in 3D ist was ganz feines, sollte jeder mal ausprobieren, wenn er die Möglichkeit dazu hat… auch wenn man mit den 3D-Brillen total bekloppt aussieht… die Leinwand ist wirklich riesig… danach wieder durch den (mittlerweile strömenden) Regen (natürlich mit dem Schirm. Der wird mich ab sofort und für alle Tage auf welcher Reise auch immer in meinem Rucksack begleiten) zurück zum Hostel… mehr gibts heute nicht, viele 1000km geflogen um im Regen die Zeit totzuschlagen… das hatte ich mir echt anders vorgestellt! Bin mal auf die Tour morgen gespannt… mehr als das man vor lauter Nebel von den “Three Sisters” nix sieht, kann mir auch nicht passieren… hört in Sydney halt so auf, wies in Melbourne angefangen hat, nur 10° wärmer… bis morgen…
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