Dez
21
Ausgeschlafen
und den letzten Rest gepackt… draussen regnets wieder… wurscht! Ich freu mich jetzt auf daheim! Um 12pm ausgecheckt, jetzt muss ich nur noch 5h bis zum ShuttleBus zum Airport rumbringen…
Erstmal mit Kaffee in der Hand eine Pharmacy gesucht, sicherheitshalber ein Nasenspray mit in den Flieger nehmen… endlich erfolgreich durchgefragt und was gegen “stuffy nose” gefunden… Beipackzettel? Fehlanzeige! Kurze “Aufklärung” auf der Rückseite der Schachtel und das wars… Im Lande der Klagen erstaunlich wenig…
Ein bischen
durch das touristische Treiben am Wharf spaziert und dann getan, was in Sydney nicht mehr funktioniert hat: ein U-Boot von innen anschauen: ziemlich eng das Ganze! 36 Mann in einem kleinen Schlafsaal, eine Mini-Küche… ganz interessant…
daneben gibts noch ein “Liberty Ship” aus WW II… das fährt sogar ab und an tatsächlich nochmal auf See… im Maschinenraum geht das Herz eines jeden Jungen auf: es riecht nach Diesel und Öl, die Maschine ist gewaltig und die Kolben sind nicht zu verachten… und wennst dir dann vorstellst, wie gross der Maschinenraum eines heutigen Supertankers ist, versagst ganz einfach…
Übers Mittagessen gehts zurück zum Hotel, nochmal ein Blick auf die Golden Gate bei schlechtem Wetter… noch 90min warten… ziemlich kalt in der Lobby dank permanent auf- und zugehender Schiebetür… Zeit für ein paar Gedankenspiele: die nicht ganz so positiven Erwartungen an die USA haben sich bisher nicht erfüllt… will sagen: war besser als erwartet… die USA sind (nachdem die ja jetzt meine biometrischen Daten haben) sicher nochmal eine Reise wert… vielleicht sogar einmal quer durch von Ost nach West… Um kurz nach 5pm kommt der Pickup zum Airport… ist ein Freak mit ungewaschenen Haaren der fährt, als ob er keine Angst hätte, den Führerschein zu verlieren… und ich bin wiedermal nicht böse, die Abfahrt mehr als früh genug geplant zu haben, werden doch zwischendrin noch 2 unplanmässige Stops gemacht…
Auf dem Weg zum Airport wieder eine kleine Weltreise, ich bin schon wieder in Australien: heissts doch unterwegs: “Next Exit: Brisbane”… Interessant das andere Fahrverhalten der Amerikaner: 4spuriger Highway, der Verkehr ist dicht aber fliesst, da alle mit erlaubter Höchstgeschwindigkeit fahren. Da stimmen dann auch die Zeitangaben am Strassenrand: Airport San Francisco 15min… Am Airport erstmal von einer großen Golden Gate aus Lampen begrüsst worden und wieder ewig aufs einchecken gewartet…
Homeland Security
Level “Orange”Am Check-In Schalter erstmal eine kleine Schrecksekunde, finden die doch mein Ticket nicht… aber auch das klärt sich… und dann kommt die eigentliche Überraschung: 21,4kg Fluggepäck… und das trotz der “Einkaufsorgie”… da hab ich wohl konsequent weggeworfen… wenn ich das gewusst hätte, wärens vielleicht noch 2 Jeans mehr geworden… immerhin, wider Erwarten kein Übergepäck zahlen müssen… Die Sicherheitskontrollen sind bei “Homeland Security Level Orange” erwartet amerikanisch “paranoid”… also erstmal die Schuhe ausziehen… nachdem Pass und Ticket schon 3mal kontrolliert wurden, wird das auch noch ein viertes und fünftes Mal gemacht…
Hinter der Sicherheitskontrolle gibts keinen Zoll, keine Stelle, wo es noch einen Stempel in den Pass geben könnte… leicht verunsichert einfach zwei Officers der Flughafenpolizei (natürlich mit einem Schäferhund an der Seite…) gefragt, die geben ganz nett und bereitwillig Auskunft: den grüne Zettel aus dem Pass abzugeben, der beim Einchecken bei der Airline geblieben ist, reicht aus… “you’re good to go”… na gut, mir solls recht sein…
Um 9.53pm local gehts mit dem A340-600 auf die letzten Kilometer. Auf nach Hause! Was freu ich mich jetzt auf ein anständiges Bier!
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Dez
20
Den
gestrigen Abend mit US-TV verbracht, und dem “Geblinke” der Spitze des Transamerican Buildings zugeschaut… heute früh pünktlich um 8am raus, heute gibts die Hop-on Hop-off Tour mit dem ”San Francisco Explorer”… nach nem Kaffe gehts um 9 los… gut dass ich warm angezogen bin, auf dem toppless Dach des Doppeldeckers pfeifts ganz schön…
Zuerst gehts den Telegraph Hill zum Coit Tower hoch, vorbei an der Saint Peter an Paul Church… die Strasse zieht schnurgerade den Berg hoch, der Gehweg wird zur Treppe… geparkt wird trotzdem ganz normal… von hier wieder runter durch Little Itlay, vorbei an einigen victorianischen Häusern zum Bus Stop, weiter zum CBD und zum Union Square (benannt nach den Unionstruppen im Bürgerkrieg, die hier ihre Kundgebungen abgehalten haben)… die “Zero Emissions” Busse, die hier durch die Strassen fahren, beziehen ihren Strom aus Oberleitungen… und der kommt ja bekannterweise emissionsfrei aus der Steckdose…
Beim Civic Centre und der Town Hall wieder ausgestiegen… das Rathaus wurde 1906 beim großen Beben komplett zerstört und durch das aktueller ersetzt, auch dieses musste nach 1989 für teures Geld saniert werden…
San Francisco verzeichnet in einer “normalen” Woche 130 bis 150 kleinere Erdbeben… aha… deswegen sind auch im Hotel die Verhaltensweisen bei Erdbeben ausgelegt… von hier an der Oper vorbei zum nächsten Stop gelaufen… ist schon gemein, wer das Opera House in Sydney (in der Sonne!) gesehen hat, darf eigentlich keine andere Oper mehr damit vergleichen… die machen dann alle nichts mehr her… beim Warten komm ich mir wiedermal wie im Kino vor, die Feuerleitern an den Häusern, die Polizeiautos, die langezogenen Strassen… alles wie im Fernsehen… nebenbei in der Zeitung gelesen, dass die Amerikaner es tatsächlich geschafft haben, Resistenzen gegen Tamiflu zu züchten… bei 49 von den 50 für diesen Winter erwarteten “viral bugs” mit H1N1 wirds nicht mehr wirken…
Von hier gehts weiter zum Alamo Square, dem Vorzeigeviertel für victorianische Bauten… von hier oben haben die geflüchteten Einwohner 1906 der Zerstörung ihrer Stadt zugesehen… die Häuser sind zum Teil echte Schmuckstücke… und aus dem Park von hier oben gibts einen super Blick auf die Skyline des CBD… und das Wetter spielt immer noch mit… im Schatten zwar eisig, in der Sonne ganz angenehm… San Francisco Bay wurde übrigens von spanischen Missionaren nach dem Heiligen Franz von Assisi benannt…
Von hier gehts durch das ehemalige Hippie-Viertel Ashbury & Haight weiter in den Golden Gate Park, der ist größer als der Central Park in NY, ganze 3 Meilen lang und eine Halbe breit…
hier gibts im de Young Museum einen “kleinen” Aussichtsturm mit schönem Blick über den zentralen Teil des Parks… auch die Golden Gate lugt mit den Spitzen ihrer 2 Pfeilern über die Bäume des Parks… eine kleine Randnotiz: hier ist (wie in Australien) alles erfreulich behindertengerecht, selbst der Evakuierungsplan bei Feuer ist mit Blindenschrift versehen… sogar die Legende erklärt die einzelnen Symbole des Plans erhaben… nur dass da jemand nicht mitgedacht hat: der Plan selber ist nur gedruckt und nicht erhaben… also weiss der “normale” Blinde jetzt, wie sich der Ausgang anfühlen würde, nur nicht, wo er ist… anyway…
Von hier geht die Fahrt weiter zum Vista North Point an der Golden Gate. Auch wenn ich hier mit dem Rad vor 2 Tagen schon drübergefahren bin, ich nehm mir für die 1,7 Meilen Brücke nochmal eine 1 1/2 Stunde Zeit… nachdem ich beim erstenmal den Mund nicht zubekommen hab, bleibt jetzt auch Zeit für die Details… Notfallseelsorge Telefone auf der brücke mit der Bitte, statt zu springen, anzurufen… aber die Brüstung ist nur Hüfthoch… der Schatten der Brücke auf dem Wasser, auch wenn aus der Ferne die Fahrbahn eben aussieht, bis zur Mitte gehts bergauf… und ein Fehlersuchbild hab ich auch mitgebracht… auf der gegenüberliegenden Seite an Vista Point South auf den Bus gewartet, hier seh ich dann auch zwei Seeadler (die vor zwei Tagen ihre typischen Schreie von sich gegeben haben) ihre Kreise ziehen…
Burger bei McDMit dem Bus zurück durch die Stadt zum Startpunkt… hier gibts dann auch mal einen Burger im “originalen” Goldenen M… ist ja eigentlich auch ein Pflichttermin… danach ein bischen ausgeruht, irgendwie tun mir heute die Knochen weh… entweder ich werd alt und das Rheuma schlägt bei der Kälte wieder zu, oder “pünktlich” zum Ende des Urlaubs gibts dann doch eine Erkältung… mal sehen…
Kurz vor Sonnenuntergang dann nochmal losgezogen, an Pier 14 hat man eine gute Sicht auf die Skyline… und die hab ich im Dunklen und aus der Nähe noch nicht gesehen… macht von ein paar ganz nett beleuchteten Häusern abgesehen auch nicht ganz so viel her… ist schon witzig… vor nicht mal 2 Jahren hätt ich mir n Wolf gefreut, jetzt hab ich ganz andere Städte gesehen… und die genialste Skyline bis jetzt ist einfach Hong Kong gewesen, egal ob bei Tag oder bei Nacht…
Zurück im Hotel, erstmal die Abreise morgen angefangen zu organisieren und ein Airportshuttle geordert… und dann im Mutterland des American Footballs mir ein Match angeschaut… ist schon was anderes, dass nicht nur im Originalton (dass gibts ja manchmal auch daheim), sondern so ganz “in Echt” anzugucken… genauso wie die Simpsons “in Echt” auch was anderes sind… Nu denn, jetzt wird gepackt und alles was unnötig und entbehrlich ist, weggeworfen… sonst gibts morgen ein ganz böses Erwachen beim Wiegen am Flughafen…
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Dez
19
Warum auch immer heute von alleine so richtig früh (kurz vor 5am) wachgeworden… macht nüscht, so bin ich in den Genuss des Morgengrauens in SF gekommen…
Frühstückssfernsehen auf amerikanisch… inclusive aktueller Verkehrslage… ein wenig weitergedöst und um halb neun raus… steht doch gleich der Trip nach Alcatraz an… das Wetter ist nach wie vor wechselhaft… sprich: im Moment regnet es (mal wieder), was noch wird, bleibt abzuwarten… erstmal ein wenig cash und einen Kaffee organisiert, den Seelöwen an Pier 39 ohne die ganzen Touris einen Besuch abgestattet und ihnen beim wichtigtuerischen Gehabe (natürlich mit Rumgebrülle) zugeschaut… und dann mein Ticket für “The Rock“ abgeholt…
Um 10 mit der Fähre auf die Insel, dabei einen guten Blick auf SF selber… während SF unter dicken Wolken liegt, strahlt die Sonne Alcatraz an… echtes “Zwiebelprinzip-Wetter” heute: ohne Sonne echt eisig, wirds mit Sonne ganz angenehm… auf Alcatraz angekommen, erstmal den ganzen Touris ausgewichen und untenrum einen Rundgang über die Insel gemacht… Alcatraz (wurde von einem Spanier so benannt: “La Isla de los Alcatraces”, Insel der Seevögel) ist Heimat für eine der größten Kolonien an Seemöven und anderen Seevögeln an der Westküste… dementsprechend groß ist das Theater ab und an… ist schon witzig, dass was man aus dem Kino dank “The Rock” kennt, live zu sehen… und dabei festzustellen, dass das Lighthouse im Film in einigen Szenen (auf dem Dach des Leuchtturms) wenn mich nicht alles täuscht, nicht das auf Alcatraz ist…
Danach gehts in den Zellenblock, mit Audiotour (sieht doof aus, hält aber die Ohren warm) wirst durch den Zellentrakt gelotst, bekomst einige Sachen über die Geschichte erzählt, wie das Leben hier für Gefangene und Wärter war, wie der spektakulärste Ausbruch aussah, die Isolationszellen und diverse andere “Institutionen” werden erläutert… 5 auf 9 Fuss messen die Zellen… Knast ist nie ne feine Sache und sicher zu vermeiden, aber hier magst echt nicht hocken… für die ganz Bösen (und da reichte einmal mit einem Mitgefangenen prügeln) Einzelhaft (wider die Vorschriften!) im Dunklen… einmal die Woche duschen… ab und an auf den “recreation yard”… und wenn der Wind richtig steht, abends die Feiern vom Festland bis auf die Insel hören… irgendwann ists dann auch gut… wieder zurück aufs Festland… 
Nach einer kurzen Mittagspause (in der ich beim Mexicaner um die Ecke zur Belustigung der beiden Bedienungen gleich 2 Burritos verputzt hab (die konnten s erst gar nicht glauben, dass die beide für mich sein sollten)) dann die Mason Street gute 20 Blocks den Nob Hill rauf… Einfach ein klasse Blick von hier oben die Strassenschluchten den Hügel runter… von hier oben dann die Sacramento St einfach schnurgerade wieder runter… mitten in den CBD rein…
bei blauem Himmel als Hintergrund wirken die Wolkenkratzer nochmal ganz anders als gestern… zwar wenig “Glaspaläste”, dafür haben die, die da sind (im Gegensatz zu Auckland), auch architektonisch was zu bieten… Pannenhilfe mal anders, an der Endhaltestelle wird ein Cable Car abgeschleppt… zwischendrin an den Laternen immer wieder
Werbung für die Afghanistan-Ausstellung… hmm, jetzt, wo “wir” da drin sind und alles rausgeholt haben, könnts es auch ruhig anschauen… von hier runter an den Pier, direkten Blick auf die “San-Francisco-Oakland-Bay-Bridge”… und den Embarcadero am Wasser entlang… angefangen bei Pier Eins (dem Port Of San Francisco) bis hin zum Pier 39 und noch ein Stückerl weiter… im Hintergrund taucht immer wieder die Golden Gate zwischen den Gebäuden auf… 
Interessanterweise hab ich bisher von den ganzen “fetten” Amerikanern nur ganz wenige gesehen: entweder kommen die die vielen Hügel in SF nicht rauf oder fürchten (um mal (wieder) politisch unkorrekt zu sein), dann da runterzurollen… und auch bemerkenswert, dass trotz oder gerade wegen der Tatsache in den USA zu sein, das Wachsamkeitslevel deutlich höher ist, als im restlichen Urlaub two recent homicides(fast schon unverständlicherweise auch größer als in Bangkok oder Kairo). Wie sagte der Guide auf Fraser Island bezüglich der ganzen giftigen Tierchen in Australien so schön? “Australia has quite a reputation!”. Und die USA haben eben einen ganz anderen Ruf der ihnen vorauseilt… aber auch kein Wunder, haben sie doch hier in der area diese Woche 2 Leichen mit unnatürlichem Tod gefunden…
Langsam aber sicher wirds um kurz nach 5pm wieder zugig… also mach ich mich zurück ins Hotel auf… viel gelaufen heute und schon ne ganze Ecke wach…
p.s.: die aktuellen Fotos sind im Album unter San Francisco und Alcatraz zu finden…
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San Francisco und USA
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Dez
18
Nach einem “vergnüglichen”
Abend mit “Mr. Miller” Genuine Draft erstmal ausgeschlafen und von Telefon überaschend geweckt worden… wider erwarten ist das Wetter doch noch ganz annehmbar… erstmal einen Kaffe bei Starbucks… und ein Tagesticket für die Öffentlichen für 11$ organisiert… und dann mit dem “cable car” quer durch die Stadt zum CBD und Union Square… ist schon witzig, direkt ins “Getriebe” der Bahn zu schauen…
das Steuern scheint auch nicht allzuschwer sein… hat nur 2 Hebel… Gas und Bremse… zwischendrin fängts das Tropfen an… und hört auch wieder auf… typisches SF-Wetter heute… und es gibt ziemlich geniale views die Strassen-Hügel runter… bei den steilen Hügeln hier kannst nur hoffen, das die Bremsen der leicht altertümlich anmutenden Bahnen auch das halten was sie sollten… weiter mit Gerumpel und Gepumpel, am Union Square rausgehüpft… und gemütlich durch die Strassen gezogen…
Die
Strassen sind wirklich alle wie mit dem Lineal gezogen, und ellenlang… die Mason Street am Wharf hört beispielsweise erst bei über 2600 auf… im CBD in Richtung Transamerican Building marschiert… abgefahrene Mischung zwischen alt und neu… wobei die Stadt wirklich nicht von ihren Skyscrapern “lebt”, sondern ihren ganz eigenen Charme hat… die Skyline und die Skyscraper können mit anderen Städten (HongKong / Sydney) einfach nicht mithalten… aber allein das Auf und Ab der Strassen machts mehr als wett… auch das Transamerican Building macht aus der Nähe weniger her als aus der Ferne oder im Dunklen… ein aussergewöhnliches Stück Architektur ists allemal…
Von hier gehts einmal quer durch Chinatown wieder zurück zu den Shops am Union Square…
die Geräuschkulisse stammt aus dem Kino: mal aus der Nähe, mal aus der Ferne sind Polizei, Ambulance oder Feuerwehr von irgendwo zu hören… und rein in den Levis-Store… eine 501 für nicht mal 25,-$… da muss die Kreditkarte nicht nur für eine herhalten… die vor dem Urlaub schon als “Mitbringsel” georderten Pillen Selen und Zink im nächsten DrugStore beschafft… und neue Schuhe gibts im Anschluss auch noch… mal sehen, ob ich am Sonntag Übergepäck löhnen muss… wundern würds mich nicht… und selbst in der Shopping-Ecke der Stadt hats nicht soviel Weihnachtsdeko wie erwartet… oder mir fällts einfach nicht mehr auf… immerhin, jetzt ists richtig rum: bei kalten Aussentemperaturen bläst warme Luft aus den Geschäften… die schon vorher geplante Beute ist erfolgreich gerissen… und wird konform der Evolutionsbiologie zügig in die ureigene Höhle verbracht…
Dafür wieder ins Cable Car eingestiegen… die werden doch tatsächlich auf einer Holzdrehscheibe an der Endstation von Hand (!) wieder umgedreht… und wieder gehts die Hügel rauf und runter… mitten durch den Verkehr… ist echt ne witzige Angelegenheit…
Um 4pm nochmal Richtung Fisherman’s Wharf hinterm Hotel losgezogen… Alcatraz unter dunklen Wolken… da siehts gleich nochmal ungemütlicher aus (als es wahrscheinlich eh ist, aber das werd ich ja morgen sehen)… und heute wirds noch schneller und kälter … deswegen gehts dann doch nach dem Futtern wieder zurück im Hotel, pünktlich bevor der richtige Regen anfängt… in den News gesehen, dass nicht nur in Australien aussergewöhnliches Wetter war, sondern gerade hier ist… hats doch in Las Vegas und der Wüste von Arizona so richtig geschneit… aber alle “Experten” sind sich hier im TV einig: bei dem Wetter kanns kein “global warming” geben…
So gibts einen entspannten Abend mit Chips vor der Glotze, Cialis und Plavix Werbung gucken… ganz eigenes Verständnis von Medizin haben die hier…
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San Francisco und USA
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Dez
17
Nach einem “interessanten” Abend bei mehr als einem Freibier und 2 unglaublich genialen Beatboxern aus Holland spät ins Bett… “Ausgeschlafen” und die Sachen zum letzten mal auf der Südhalbkugel gepackt… auschecken und endlich die letzten 2 Tage hochladen… nebenbei nochmal den Flug bestätigt und dann nochmal losgezogen…
Das “Civic Theatre” (da geschlossen leider nur von aussen) gesehen. Hierdrin wurde ein Teil von Peter Jacksons King Kong gedreht, und zwar die Szene, wo sich Kong von seinen Fesseln befreit und von dannen zieht… und dann bei mauem Wetter (einfach Glück gehabt, gestern!) auf blöd ins Kino gegangen: “The Day the Earth stood still”… weiter durch SkyCity und zurück zum Hostel, die letzten Internetminuten versurfen… um 3 mit dem Airportbus aufgemacht… der Transfer dauert dank Stadtverkehr deutlich länger als geplant… gut dass ich früh genug losgemacht habe…
Das übliche beim Einchecken, die USA wollen schon vorher das Hotel und die Adresse erfahren, sonst kommst nicht ins Flugzeug… kein Ding, war ja klar… verschärfte Sicherheitskontrollen wie erwartet gabs keine… das Handgepäck wolltens kurz vor der Security wiegen… der Versuch, das zu ignorieren und einfach dran vorbeizugehen hat am Ende… funktioniert… besser so
wär sonst ne blöde Nummer geworden… später dann festgestellt, dass ich bei der Ausreise warum auch immer keinen Stempel in den Pass bekommen habe… anyway… jetzt heisst erstmal, Zeit vertreiben und warten… kurz vor 7pm heisst boarding, im Flieger wieder begeistert über den vielen Platz bei Air New Zealand und um 7.42pm local hebt die 747-400 ab…
Ziel San Francisco… 6°C solls da haben… brr… sicher ganz witzig wirds sein, wieder einen Tag zu gewinnen dank Flug über die Datumsgrenze… abends um 7 losfliegen und morgens um 10 ankommen… was für ein Jungbrunnen… quasi eine Zeitreise… oder doch Quantenphysik? Kann ich doch jetzt behaupten, an 2 Stellen “gleichzeitig” gewesen zu sein: 17.12.2008 12:00 Uhr mittags, da war ich sowohl in Auckland als auch in San Francisco… klingt echt abgefahren…
Beim Ausfüllen von Customs & Imigration Forms stell ich mich an wie der letzte Mensch… da ausbessern nicht ist, muss ich gleich 2mal nachordern… schreiben will gelernt sein… nebenbei, die Sonne im Rücken… der Sonne davongeflogen mit einem zwar sehr kurzen aber farblich ansprechenden Sonnenuntergang in 11km Höhe…
Das “altbekannte” Problem: trotz Weihnachtsmusik kommt einfach Fliegen ist
was feines!kein Feeling auf… mal sehn, wie das ins SF wird… in meiner reihe sitzt ein “junger” Neuseeländer auf dem Weg nach UK, der ist tierisch begeister und aufgeregt ob seines ersten Fluges… das ist einfach nett und sympatisch… erinnert mich an meinen ersten Flug nach Kos und daran (auch wenn ich vor 3 Tagen geschrieben hab, dass beim Fliegen langsam Routine aufkommt), wie klasse Fliegen ist und wie genial es ist, in 11km Höhe, nur von einer Doppelscheibe von der Kälte und dem niedrigen Luftdruck getrennt, mit direktem Blick nach unten, ein warmes Essen zu mir zu nehmen…
ein wenig gepennt… die Bordunterhaltung genutzt… ziemlich bald die Datumsgrenze passiert… so fängt der 17.12. ein zweites mal an… also gibts heute quasi 2 Tage in einem Eintrag…
Beim Landeanflug den ersten Blick auf San Francisco und die Golden Gate Bridge in der Ferne erhascht… heissts dann raus aus dem Flieger und durch die Immigration… 2 Zeilen auf dem grünen Formular nicht ausgefüllt, veranlassen den Immigration Officer mich bestimmt darauf hinzuweisen, das doch noch auszufüllen. Gleichzeitig hab ich meine 10 Finger der Reihe nach auf dem Scanner zu lassen und ein Foto ohne Brille abzugeben… dabei lässt sich schlecht ausfüllen, was ihn danach zwar (ein bischen weniger) freundlich aber mehr als bestimmt erneut auffordern lässt: “Fill it out, now!”… nebenbei noch ein “Interview” warum ich in die USA gedenke einzureisen und was ich denn so zu hause mache… tight border… danach baggage claim und durch customs, dann mit dem Shuttle Bus für 17$ (den ganzen Urlaub mit Dollers unterwegs gewesen: HongKong $, australische $, neuseeländische $ und jetzt endlich mit den “richtigen” $)… am Hotel abgesetzt, eingecheckt und erstmal das Zimmer in Beschlag genommen…
King Size Bed,
eigene Dusche, TV und Safe… aus dem Fenster Blick auf die Skyline… erstmal ausgebreitet und nachdem das Wetter heute wieder Erwarten traumhaft ist und die Vorhersage eher suboptimal ist, ein Fahrrad ausgeliehen und den idealen Blick auf die Golden gate ausgenutzt… längere Radtour bis zur Brücke… kalt ists… Zwiebelprinzip angesagt bei 6°C… auf dem Weg entlang des Wassers immer wieder angehalten, um den Blick zu geniessen… grosse Containerschiffe ziehen unter der Brücke durch… am Fort Point, der ehemaligen Befestigungsanlage quasi unter der Brücke stehend, wird die von der tief stehenden Sonne perfekt ausgeleuchtet… über die Brücke und hinter der Brücke den “Hügel” rauf… wird mit dem (für diesen Zweck) suboptimalen Stadt-Leih-Rad ganz witzig… auf der Brücke wieder so ein Moment: du stehst mitten auf der Golden Gate, schaust auf SF und Alcatraz und denkst dir: “Das begreifst auch erst, wennst wieder daheim bist!”…
Auf dem Weg den Hügel rauf mit einem anderen Radler auf dem Weg nach oben ein bischen “chit chat”, an einem der Aussichtspunkte mit einem anderen local gequatscht… scheint heute ein recht seltenes Wetter mit klarem Blick auf die Stadt zu sein… wenn selbst die locals heute mit der Kamera hier hochfahren… noch weiter hoch, bis ganz oben auf den “Hawk Hill” marschiert…
der war wohl mal militärisch befestigt… und hat seinen Namen nicht umsonst, hört man doch hier oben die Seeadler (genau der Sound der Adler in den alten Western, wenn die grossen Schluchten gezeigt werden) schreien…
von hier oben hast einen Blick auf die ganze Brücke und genau in der Mitte liegt dahinter die Stadt… das ganze mit der untergehenden Sonne im Rücken… auf der anderen Seite des Pazifik (als “bisher”) stehend… heute gibts das ganze Paket: einen Sonnenuntergang über dem Meer und die Brücke mit der Stadt aus der Ferne… die Stadt fängt an zu leuchten, die Scheiben reflektieren die untergehende Sonne… und es wird dunkel… im beinahe komplett Dunklen (ohne Licht) in der mittlerweile echten Kälte (es pfeift trotz Zwiebelprinzip gewaltig, eiskalte Hände und die verbrannte Nase findet den Temperaturwechsel auch nicht gut)… zurück über die Brücke, die ist (natürlich) im Dunklen angeleuchtet… durch die Stadt zurück zum Radverleih, mit dem Schlüssel “late dop-off”… 
Ein Sixpack für den gemütlichen Abend organisiert, noch einem Sweater gekauft, Essen in Form einer Pizza darf auch nicht fehlen und ab auf das KingSize Bed… und erstmal eingepennt… um 10pm dann ein bischen telefoniert, das US-Amerikanische TV im Original (ist schon fein, Jay Leno mal “live” zu sehen”) genossen, steht jetzt noch dass allabentliche an: die Einträge…
So geht ein (doppelter) Tag auf 2 Kontinenten, auf 2 verschieden Halbkugeln, dies- und jenseits der Datumsgrenze, im Sommer und im Winter, kurz gesagt, in zwei verschieden Welten, zu Ende…
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